Fussball-WM 11.06.2010, 19:47 Uhr

Keine Angst vor schwarzen Bildern

Wenn heute Abend die Fußball-WM 2010 angepfiffen wird, fiebern Christian Olschewski und Jürgen Schwingen von Media Broadcast ganz besonders mit. Denn die Projektleiter stellen vor Ort sicher, dass die Fernsehsignale aus den südafrikanischen Stadien, den TV-Studios und dem deutschen Mannschaftshotel bei Sendeanstalten in aller Welt und damit auch in den hiesigen Wohnzimmern ankommen.

VDI nachrichten: Wo sind Sie
gerade?

Olschewski: Im International Broadcast Center (IBC) in Johannesburg, dem Herzstück bei der Übertragung der Fußball-WM 2010. Wir haben ja die Aufgabe, sämtliche Video- und Datensignale, die von der HBS oder uns vor Ort aufgenommen werden, von den Stadien ins IBC zu schicken. Von hier aus kümmern wir uns dann darum, dass unsere Kunden, also Sendeanstalten in aller Welt, die Spiele störungsfrei und in HD-Qualität zu den Zuschauern schicken können.

Sind Sie nervös?

Olschewski: Mittlerweile sind wir recht entspannt. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Technik reibungslos funktioniert. Dafür sorgt auch unser mehr als 100-köpfiges Team, das im ganzen Land verteilt ist.

Media Broadcast hat bereits bei der Fußball-WM 2006 diese wichtige Funktion übernommen. Was ist bei dieser WM anders?

Schwingen: Bei der Fußball-WM 2010 sind wir durch weiterentwickeltes Equipment in der Lage, HD- und SD-Signale komprimiert zu übertragen. Als Kompressionsstandard nutzen wir JPEG 2000. Damit wird die vorhandene Bandbreite viel besser ausgenutzt. In jedem Stadion stehen uns zudem jeweils zwei 10-Gbit-Leitungen zur Verfügung. Da wir in diesem Jahr mit IP-Technologie arbeiten, ist eine unterbrechungslose Übertragung sichergestellt. Satelliten-Back-ups sorgen zusätzlich für Übertragungssicherheit.

Wo liegen die Vorteile der IP-Technologie?

Schwingen: Im IP-Protokoll werden die einzelnen Frames nummeriert. Diese Frames suchen sich dann den freien Weg über Leitung A oder Leitung B. Es wird keine Schwarzblenden geben, da die Geräte über das Leistungsmerkmal „hitless switchover“ verfügen.

Wurde diese Form der Übertragung auch schon beim Confederations Cup 2009 in Südafrika verwendet?

Schwingen: Nein. Diese neue IP-basierte Übertragungsplattform gehört sicherlich zu den komplexesten, die jemals für die Ausstrahlung eines solchen Top-Events entwickelt und betrieben wurden. Die Technik und die Komprimierung haben wir im vergangenen Jahr ausgiebig in Deutschland und vor Ort getestet. Beim Confed-Cup standen uns drei HD-Kanäle mit je 1,5 Gbit/s in Echtzeit zur Verfügung.

Was haben Sie bei der Produktion des Confed-Cups für die WM 2010 lernen können?

Olschewski: Wir haben gesehen, dass die Verbindungen zuverlässig funktionieren. Aber ebenso interessant waren die Erfahrungen, die wir in Bezug auf die Logistik im Land gemacht haben. Wir haben beispielsweise viel über südafrikanische Sicherheit, Unterkünfte und den Transport gelernt.

Wo lagen die größten Herausforderungen für Sie in den vergangenen Wochen?

Olschewski: Wir haben viele Erfahrungen mit Großereignissen und wissen, dass dazu auch immer eine große Portion Improvisationstalent gehört. Doch die isländische Aschewolke und ein Streik im Hafen von Durban waren dann doch eine gewisse Herausforderung. Wir mussten zum Beispiel unsere SNG-Fahrzeuge (Satellite News Gathering) mit Polizeischutz aus dem Hafen holen.

Und wo sehen Sie die größten Aufgaben in den nächsten vier Wochen?

Olschewski: Natürlich darin, sämtliche Video- und Audiosignale ohne Unterbrechung weltweit zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus gilt es aber auch, über die gesamte Zeit für die Sicherheit und eine gute Stimmung im Team zu sorgen.

SIMONE FASSE

Von Simone Fasse

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