Medien 29.01.1999, 17:20 Uhr

Internet: Eldorado für Börsenfreaks

Das Web-Angebot der Verlage im Bereich Finanzen wird immer besser. Doch der Dienst mit Kursen und Depot-Verwaltung könnte bald Gebühren kosten.

Wer sein Geld an einem Arbeitsplatz mit Hilfe eines PC verdient, kann nun auch vom Schreibtisch aus beobachten, ob der angelegte Teil des Verdienstes gut für ihn arbeitet – vorausgesetzt, der PC verfügt über einen Internet-Zugang. Immer mehr deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien bieten inzwischen Online-Dienste auch über die aktuellen Börsennotierungen an, teilweise sogar mit einer individuellen Depot-Berechnung gekoppelt. Das derzeit umfassendste Programm ist der neue Service des Düsseldorfer Handelsblattes, der die neuesten Börsennotierungen mit grundsätzlichen Informationen über das jeweilige Unternehmen verknüpfen kann.
Bislang sind die Online-Angebote der gedruckten Medien in Deutschland eher als zusätzlicher Anreiz gedacht, der entweder neue Leser gewinnen oder alte ans Blatt binden soll. Entsprechend finden sich dort Informationen, die bereits in gedruckter Form erschienen sind. Allenfalls werden sie – insbesondere bei Wochen- oder Monatsblättern – aktualisiert, um den neuesten Stand der Dinge bis zum Erscheinen der nächsten Ausgabe zu vermelden. Als einer der ersten deutschen Anbieter weitete das Münchner Nachrichtenmagazin Focus sein Angebot (www.focus.de) aus. Mit gewisser Zeitverzögerung, in der Regel mindestens 20 Minuten, erfahren dort internetkundige Leser die neuesten Aktienkurse. Auf den ersten Blick müssen sie sich entweder mit den Notierungen für ein Standarddepot begnügen oder jede gewünschte Information über das Eintragen des Börsensymbols einzeln abfragen. Doch einen Mausklick weiter finden Internet-Surfer auch eine persönliche Depot-Berechnung.

Zugriff auf Artikel, Archive und Datenbanken inklusive

Ähnlich ist auch der neue online-Dienst des Manager-Magazins ( www.manager-magazin.de ) strukturiert. Dort finden interessierte Geldanleger nicht nur die aktuellen Notierungen der wichtigsten Index-Werte sowie von weiteren 5 000 Aktien und Optionen sowie 20 000 Fonds – sie können auch ein individuelles Depot anlegen, das stets auf den neuesten rechnerischen Stand gebracht wird. Auf 100 Web-Seiten liefert das Magazin zudem die für das Blatt üblichen Informationen und Geschichte sowie zahlreiche Zugriffe auf Archive und Datenbanken. Ähnlich ist auch das Angebot von Börse-Online ( www.boerse-online.de ) strukturiert, jedoch mit den Schwerpunkten des Blattes entsprechenden anderen Themenstellungen. Und wieder führt ein Mausklick – ebenfalls nach einer vorangehenden Registrierung – zum aktuellen und persönlichen „Portfolio-Check“. Obwohl auch die Capital-Adresse ( www.capital.de ) zum Business-Channel führt, gibt es im elektronischen Angebot dieses Monatsmagazins derzeit noch keine aktuellen Depot-Berechnungen. In der aktuellen Bildschirm-Version des Blattes bietet „Capital“ dafür eine Übersicht über „die wichtigsten 100 Adressen im Internet“ zum Thema Finanzen. Eine weitaus größere Auswahl bekommt derjenige, der eine der vielen Suchmaschinen oder die Findungshilfe seines eigenen Providers mit einem der Stichworte Aktien, Börse oder Finanzen füttert – nur muß er dann selbst alles prüfen.
Den Rolls-Royce unter den derzeitigen Internet-Präsentationen hat allerdings Franz-Josef Ebel für das Handelsblatt entwickelt. Bereits vor drei Jahren skizzierte der 41jährige Ebel einen elektronischen Auftritt für sein Haus, der derzeit konkurrenzlos dasteht. Schmuckstück sind die Depot-Informationen von Handelsblatt-Interaktiv ( www.handelsblatt.com ). Im Depot kann der Nutzer nicht nur seine individuellen Anlageobjekte eintragen und sich stets den aktuellen Stand der Dinge (auch hier mit gewisser Zeitverzögerung) auf den Bildschirm holen, Links in der Tabelle führen ihn zum Beispiel auch zu den jüngsten Nachrichten über das jeweilige Unternehmen oder zu Standardinformationen, die eine Bewertung ermöglichen können.
Daß die ausgefeilten Darbietungen des amerikanischen Wall Street Journals im Internet bei der Idee der Düsseldorfer Blattmacher Pate standen, mag Ebel nicht verhehlen. „Wir bieten aber mehr“, verweist er zum Beispiel auf die regelmäßigen Bewertungen und Empfehlungen, die die zehn große Banken ständig auf den Internet-Seiten abgeben.
Weil er die neuen elektronischen Möglichkeiten mit den bisherigen Fähigkeiten der Handelsblatt-Redaktion verbinden will, ist für Ebel das Interaktiv-Programm auch mehr als nur ein reiner Zusatz-Service: „Hier entsteht schon eine Art neues Informationsmedium.“ Den Privatanleger hat er dabei als Kunden ebenso im Auge wie Entscheidungsträger in der Wirtschaft. 10 000 Leser, so hofft Ebel, sollen es noch in diesem Jahr werden.
Aber neue Angebote haben auch ihren Preis. Wie viele andere Internet-Seiten sind die Handelsblatt-Aktivitäten nur gegen Gebühr im Abonnement zu erhalten. Dazu kommen die Gebühren für den Internet-Provider, der erst den Zugang ins weltweite Datennetz ermöglicht sowie die während der Verbindung entstehenden Telefonkosten. Zeit kostet der informative Spaß zudem: Selbst beim ISDN-Anschluß dauert es einiges, bis die einzelnen Seiten aufgebaut sind. Wenn es dann noch Probleme mit dem eigenen Rechner oder gar auf der gewünschten Web-Page gibt, ist Geduld gefragt.

Vor dem Empfang muß in Geräte investiert werden

Wer in der Zeit lieber sein Geld durch Arbeit verdienen möchte, nach Feierabend aber vielleicht doch noch auf die aktuellsten Wirtschaftsinformationen zurückgreifen will, kann sich eventuell der Dienste von NetSat Wirtschaft versichern. Das soll wenigstens die Telefongebühren für die Online-Verbindungen sparen. Neben dem Computer benötigt der Kunde nur eine angeschlossene Satelliten-Schüssel und eine spezielle PC-Karte. Über die überträgt das Luxemburger Unternehmen SkyCom die Webseiten nahezu aller Wirtschaftsmedien – auch der Börsen und Wirtschaftsinformationsdienste – auf die heimische Festplatte, von wo sie jederzeit abrufbar sind, ohne die teuren Leitungen der Telekom in Anspruch nehmen zu müssen. Allerdings werden die Seiten nicht ständig, sondern zum Teil nur einmal am Tag aktualisiert. Vor dem möglichen Gewinn steht allerdings die Investition: Empfanganlage und PC-Karte kosten zusammen schnell 800 DM.
Am kostengünstigsten ist da wahrscheinlich noch das persönliche Gespräch mit dem Berater der Hausbank. Wer sich daneben noch einen schnellen Überblick über den Aktienmarkt verschaffen will, kann sich einfach das Bild der Parkettkamera in der Frankfurter Börse auf den PC-Bildschirm holen. Unter www.exchange.de sieht er dann wenigstens die aktuelle Fieberkurve der Aktienindizes.
WOLFGANG HEUMER

 

Von Wolfgang Heumer

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