Medien 01.04.2005, 18:37 Uhr

Industrie präsentiert sich multimedial  

Das Auftreten von Unternehmen auf Messen und anderen Veranstaltungen wird immer professioneller, besonders bei eher „trockenen“ Themen wird eine leicht verständliche und kurzweilige Produktvorstellung zunehmend wichtiger. Auch der Mittelstand setzt nun verstärkt auf eine emotionale und vor allem multimediale Ansprache seiner Kunden.

Viele interessierte Blicke zog das Pforzheimer Unternehmen Edoras auf der diesjährigen CeBIT auf sich. Edoras stellte seine „Echtzeit 3-D-Animationen“ vor, die jüngst vom Land Baden-Württemberg mit einer Auszeichnung bedacht wurden: Für 3-D-Präsentationen werden bereits vorhandene CAD-Daten für interaktive Präsentationsformen aufbereitet. Die so entstandenen Modelle von Maschinen und anderen erklärungsbedürftigen Produkten lassen sich drehen, zoomen und von verschiedenen Seiten betrachten. Im Unterschied zu einer statischen Animation kann der Betrachter das Modell interaktiv erforschen, z. B. mittels einer virtuellen Kamerafahrt.

„Wichtige Bereiche eines komplexen Produkts, die sonst nur nach dem aufwändigen Abbau von Teilchen sichtbar würden, lassen sich dreidimensional und in Echtzeit abbilden“, erklärt Bernd Gronemann von der Pforzheimer Firma, „der Referent hat so die Möglichkeit, während der laufenden Präsentation interaktiv einzugreifen, um flexibel auf Fragen seines Publikums einzugehen.“ Die von Edoras entwickelte Technologie sei variabel einsetzbar und verringere damit den Programmieraufwand für weitere Präsentationen ähnlicher Produkte. „Die 3-D-Präsentation lässt sich als Verkaufsunterstützung im Vertrieb einsetzen oder über die Website bereitstellen, da die Datenmenge der dreidimensionalen Anwendung wesentlich geringer als die eines Videos ist“, so die Hersteller. Die Präsentation laufe ohne Zusatzsoftware auf allen herkömmlichen PCs mit einer handelsüblichen Grafikkarte.

Während mittlerweile auch mittelständische Firmen ihren Auftritt dank immer günstigerer Tools professionalisieren können, haben die großen Konzerne schon immer aufwändig präsentiert und dabei oft neue Maßstäbe gesetzt. Ein Beispiel ist ThyssenKrupp. „Eigentlich kam die Idee für die ungewöhnliche Messepräsentation nach einem Gespräch mit dem Regisseur Rüdiger Herrmann“, erzählt Cornelia Kleina-Peter. In ihrer Funktion als Vice President Advertising & Fairs ist sie bei ThyssenKrupp Automotive auch für den Bereich Imagefilm zuständig. Für die letzte IAA hatte sie sich einen ganz besonderen Auftritt gewünscht: „Der Nachteil bei vielen Präsentationen ist, dass sie zwar informativ, aber ziemlich langweilig sind, da wollten wir uns abheben.“

Und so konzipierte Herrmann eine klassische Multivisionspräsentation mit der Möglichkeit, Bildflächen frei figurativ zu gestalten. „Von Bildern, die nicht an feste Raster bekannter Formate gebunden sind, geht ein besonderer Reiz aus“, weiß der Regisseur.

In Zusammenarbeit mit den Düsseldorfer Voss-TV-Ateliers, die mit modernster Technik arbeiten (AVID DS Nitris), die eine auflösungsunabhängige Bearbeitung von Film- und Videobildern auf elektronischer Ebene ermöglicht, entstand die Idee einer „digitalen Multivision“. Der Auftritt galt als Pilotprojekt, als Präsentationsmedium wurden Plasma-Displays gewählt. Für spätere Einsätze im Rahmen von Events sind auch Großprojektionen möglich.

Weil ThyssenKrupp Automotive aus vielen verschiedenen Konzernunternehmen besteht, für die im Laufe der Jahre diverse Filme produziert wurden, existierte bereits viel Material, allerdings alles im Format 4:3. Dieses musste auf das Display-Format von 16:9 angepasst werden. Weiteres Zuspielmaterial bestand in Computergrafiksequenzen und eigens erstellten 3-D-Animationsfilmen. Als „Höhepunkt“ wurden ausgewählte Exponate in High-Definition-Qualität aufgenommen.

Auch bei Mercedes-Benz-Fahrzeugpremieren setzt man auf „modellspezifische Inszenierungen.“ Laut Pressesprecher Florian Urbitsch sollen Information und Emotion verbunden werden. Automobile werden dabei nicht nur statisch präsentiert, sondern auch „dynamisch erlebbar“ gemacht. „Das erreichen wir durch die Kombination von Filmeinspielungen und Produktpräsenz „, erklärt Urbitsch. Technische und konzeptionelle Highlights werden im Vortrag verdeutlicht, das Fahrzeug selbst wird im Film klar positioniert und im Schlussbild enthüllt.

VW beobachtet den Markt neuer Inszenierungsformen ebenfalls „sehr genau“, um eigene Präsentationen auf Messen „innovativ weiterzuentwickeln“. Fred Bärbock von der Konzernkommunikation betont: „Inhaltlich entwickeln wir uns gerade bei der Produktion von neuen Produktfilmen weg von reiner Fahrzeugpräsentation. Die Produkte werden in kleine, sympathische Geschichten oder Lebenssituationen eingebunden, die ihrer jeweiligen Zielgruppenpositionierung entsprechen.“

Im Mittelstand ist man noch zurückhaltender, wie Uwe Treubrodt von der Firma Hönigsberg & Düvel weiß. Das Systemhaus mit über 300 Mitarbeitern legt auch Wert auf ausgeklügelte Messepräsentationen, aber, so Treubrodt: „Diese Auftritte sind natürlich auch eine Kostenfrage.“ Andererseits werde im Mittelstand oftmals noch nicht so stark darauf reagiert, dass beim geschäftlichen Austausch auch Emotionales eine große Rolle spielt: „Eine Präsentation auf einer Veranstaltung darf da nicht länger als fünf Minuten dauern, sonst schlafen die Leute ein – aber das wissen viele nicht.“

 

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