Medien 06.08.2004, 18:32 Uhr

Humanoide Roboter erfolgreich im Film

„I, Robot“ zeigt, wie Humanoide die Herrschaft an sich reißen wollen, um die Menschheit zu schützen; sie legen die Robotergesetze falsch aus. Die heutigen mehr oder weniger menschenähnlichen humanoiden Roboter, von denen es ca. 500 Stück weltweit gibt, sind nur Forschungsgegenstand.

Schöne neue Roboterwelt? Nein danke! Detective Spooner ist skeptisch. Der Kriminalist des Jahres 2035 hat eine tief sitzende Abneigung gegen Roboter aller Art. Heutige Roboterforscher haben da weniger Berührungsängste, aber ihr Urteil über den Film „I, Robot“ fällt verhalten aus. Hans-Dieter Burkhard, Professor für Künstliche Intelligenz an der Berliner Humboldt-Universität, vermisst die philosophische Tiefe. „Die Fragen nach dem freien Willen, nach dem Wesen von Intelligenz, der Bedeutung von Emotionen oder Träumen – all das, was wirklich spannend gewesen wäre, wird nur kurz angetippt“, sagt er. Auch technisch können ihn die Filmroboter nicht wirklich überzeugen: „Es gibt zu wenig Vielfalt beim Erscheinungsbild der Roboter. Die Idee eines Zentralcomputers, der alles kontrolliert, wirkt ebenfalls ziemlich antiquiert.“
Die Gleichförmigkeit der Roboter empfindet auch Raúl Rojas, Professor für Informatik an der FU Berlin, als größten Schwachpunkt des Films. „Es gibt praktisch nur humanoide Roboter, aber so gut wie keinen, der für eine spezifische Aufgabe konstruiert wäre“, sagt er. „Dabei werden wir gewiss keine humanoiden Roboter bauen, damit sie Mülltonnen leeren. Die Müllwagen selbst mit Greifarmen auszustatten, ist viel effektiver.“
Patrick Tatopoulos, der als Produktionsdesigner auch für die Gestaltung der Roboter verantwortlich war, musste sich diese Einwände auch schon bei einer Robotik-Konferenz an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh/USA anhören. Er meint: „Roboter werden stärker ihren jeweiligen spezifischen Aufgaben angepasst. Es wird aber auch immer die Faszination geben, künstliches Leben zu schaffen.“
Bei den Filmrobotern werden die Aktuatoren nicht über Motoren, Seilzüge und Getriebe betrieben, sondern mithilfe künstlicher Muskeln. „Die sehen genau so aus wie die, mit denen wir in unserem Institut gearbeitet haben“, sagt Rojas. Solche Muskeln, wie sie in Deutschland etwa Festo herstellt, werden heute pneumatisch betrieben. Ein Schlauch wird mit Druckluft aufgeblasen, wodurch er sich um bis zu 25 % seiner Länge verkürzt und dabei eine Kraft bis zu 5700 N entwickelt. Robotermuskeln, die direkt durch elektrische Impulse gesteuert werden, sind dagegen noch Zukunftsmusik. Den Entwicklungstrend hat Tatopoulos aber richtig erkannt. Das gilt ebenso für die weiche Hautoberfläche der Roboter aus Silikon wie auch für das Endoskelett aus Titan. Ein solches inneres Skelett hält Thomas Christaller, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Autonome Intelligente Systeme, für erforderlich, um humanoiden Robotern eine größere Beweglichkeit zu verleihen. Die heutigen Roboter, die durch ihre äußere Hülle zusammengehalten werden, seien eigentlich „Käferkonstruktionen“.
Von der Schnelligkeit und Wendigkeit, die die mechanischen Zweibeiner in „I, Robot“ an den Tag legen, können heutige Konstrukteure nur träumen. Die meisten humanoiden Roboter haben noch Probleme, überhaupt einen Fuß vor den anderen zu setzen und dabei das Gleichgewicht zu halten. Eine wichtige technische Frage blendet der Film komplett aus – die nach der Energieversorgung. Aber es handelt sich ja um keine wissenschaftliche Dokumentation, sondern einen Unterhaltungsfilm.HANS-ARTHUR MARSISKE/K

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