Medien 08.12.2000, 17:27 Uhr

Heimkino auf DVD erobert die Wohnzimmer

Zwei Jahre lang war die Digital Versatile Disk (DVD) nur ein Stichwort für Technik-Freaks. Jetzt erlebt die vielseitige Scheibe endlich ihren Durchbruch am Markt. Dafür sorgt auch der Wirbel um die neue Sony Playstation 2, die Filme von der DVD wiedergeben kann.

Nicht nur die Filme, auch die Zahlen des DVD-Marktes können sich sehen lassen: Nach neuen Hochrechnungen der Arbeitsgemeinschaft DVD-AG, die auf Industrieumfragen und Marktforschungsstudien basieren, werden Ende 2000 mehr als eine Million DVD-Player in deutschen Privathaushalten stehen. Über 100 Geräte von rund 40 Anbietern, zählte die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GFU), sind zur Zeit im Handel erhältlich. Zum Jahresende 2001 rechnet die DVD-AG mit 3 Mio. Geräten in den Haushalten. Die DVD ist in der Geschichte der Unterhaltungselektronik das Produkt, das sich am schnellsten am Markt durchsetzen konnte. Selbst die CD brauchte damals länger für die Marktdurchdringung. Rekordverdächtig sind ebenfalls die Erwartungen der Videoindustrie. Bei einem Sortiment von rund 3000 DVD-Titeln rechnen die Programmanbieter mit rund 11 Mio. ausgelieferten Discs. Renner wie „Die Mumie“ von Columbia Tristar verkauften sich mehr als 200 000 Mal. „Wir rechnen mit noch höheren Verkaufszahlen“, so Kerstin Hintze, Pressesprecherin von Columbia Tristar Home Video. Schon im nächsten Jahr wird bei einem Angebot von rund 4500 DVDs und einem prognostizierten Absatz von 23 Mio. Discs der DVD-Video-Softwareumsatz das Niveau des Kauf-VHS-Marktes erreichen. Besonders erfreulich aus der Sicht der Programmanbieter: Durch die Erschließung neuer Zielgruppen generiert die Industrie mit DVD überwiegend Umsätze, die zum bestehenden VHS-Markt addiert werden können. Diese Beobachtung lässt sich auch im privaten Umfeld beobachten. Oft sind es nicht die Besitzer von Video-Rekordern und Videotheken-Gänger, die sich ein DVD-Heimkino einrichten. Vielmehr steigen die Freunde von hochwertigen Stereo-Anlagen auf den Kinogenuss zu Hause um. Denn die DVD bringt nicht nur ein schärferes Bild als der Fernsehempfang über Kabel und Satellit, sondern speichert einen Sechs- oder sogar Sieben-Kanal-Ton in mehreren Sprachen, der weitaus besser ist als das Dolby-Surround-Format, das auf der VHS-Kassette verfügbar ist. Dort werden die Geräusche des Rückkanals in den Stereo-Tonspuren verschlüsselt. Bei der DVD sind die Front-Kanäle links, Mitte, rechts und die hinteren Kanäle links und rechts, vereinzelt auch Mitte, separat gespeichert. Dazu kommt noch ein Tiefbass- und Effekt-Kanal für bebende Wände, Fußböden und Körper, der über einen Subwoofer wiedergegeben werden kann. Die einzelnen Kanäle ergeben im Zusammenspiel Effekte wie fliegende Gewehrkugeln, links und rechts vorbeireitende Pferde, kreisende Hubschrauber, rollende Donnerschläge und andere Raumklänge, und das mit einer Dynamik, die der Surroundanlage im kommerziellen Kinosaal in keiner Weise nachstehen. Wer die Klangeffekte, die für die Wahrnehmung wesentlich wichtiger erscheinen als ein großes Fernsehbild, in bester Qualität erleben möchte, braucht einen Fünfkanal-Receiver und fünf hochwertige Lautsprecher, die den großen Impulsen des Kinotons gewachsen sind. Eine gute Stereo-Anlage lässt sich ausbauen, und hinten müssen nicht unbedingt so große Lautsprecherboxen wie vorn stehen. Um die Anschaffung des Surround-Receivers kommt man nur herum, wenn der Stereo-Verstärker um drei weitere Endstufen ergänzt werden kann. Rotel, Micromega und Yamaha bieten solche Drei-Kanal-Verstärker an. Einfacher ist die Anschaffung des Surround-Receivers, weil er bereits einen Decoder enthält, der die Klangkanäle aus dem digitalen Datenstrom des DVD-Players herausfiltert. Neben Dolby Digital, auch als AC-3 und 5.1 bezeichnet, gibt es immer mehr DTS-Ton, der wegen der geringen Komprimierung hörbar dynamischer daherkommt und an die CD-Qualität heranreicht. Dass die DVD noch hochwertigere Töne speichern kann, hat sie schon bewiesen. Wie die Super-Audio-CD, eine Entwicklung von Sony und Philips, kann die Audio-DVD Musik mehrkanalig in extrem hoher Auflösung speichern. Auch wenn viele Surround-Aufnahmen irritieren, weil der Zuhörer zwischen den Instrumenten sitzt, überzeugen sie zumindest durch eine Feinauflösung, die die fast 20 Jahre alte CD wegen ihrer begrenzten Datenrate nicht erreichen kann. Instrumente klingen sehr viel sauberer und nicht so rau und scharf wie bei CD-Aufnahmen. Mittelfristig, erwarten die High-Fidelity-Jünger, wird der CD-Player verschwinden. Denn der DVD-Player spielt CDs problemlos ab, selbst gebrannte CD-R jedoch selten. Doppel-Laser sollen Abhilfe schaffen. Vom Heimkino-Boom profitieren auch die Hersteller von Fernsehern und Projektoren. Da die meisten Kinofilme im Breitwandformat gedreht wurden, haben 16:9-Fernseher das ideale Format zur Wiedergabe von DVD. 40 % mehr Breitbildfernseher als im Vorjahr wurden im ersten Halbjahr 2000 verkauft, weiß die GFU. Drei Viertel aller neuen Großbildfernseher über 72 cm Diagonale sind nicht mehr im klassischen 4:3-Format. Wer es sich leisten mag, setzt im Heimkino bereits einen Projektor ein, um ein zwei bis drei Meter breites Bild zu erzielen. Die Preise fallen, und gute Projektoren gibt es schon ab 6500 DM – eine echte Alternative zu schrankgroßen Fernsehern und sündhaft teuren Plasma-Bildschirmen. FRIEDHELM WEIDELICH

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