IFA 2009 11.09.2009, 19:42 Uhr

HDTV: Intendanten kritisieren Verwirrung der Konsumenten  

Von vielen Gemeinsamkeiten ist die Rede, als Peter Boudgoust, Vorsitzender der ARD, und Markus Schächter, Intendant des ZDF, im Vorfeld der IFA zu aktuellen medienpolitischen Problemen Stellung beziehen – und sich den Fragen einiger Journalisten stellen: Allerdings nur Gemeinsamkeiten zwischen dem Ersten und dem Zweiten, zu anderen Marktpartnern scheint die Harmonie angekratzt. VDI nachrichten, Berlin, 11. 9. 09, jdb

ZDF-Intendant Markus Schächter zeigte sich im Vorfeld der Konsumelektronik-Messe IFA irritiert: „Dass Teile der Industrie, die in den letzten Jahren die Funkausstellung als Plattform genutzt haben, um HD einzufordern und uns auf die Anklagebank gesetzt haben, nun selbst so wenig sortiert sind, dass die Nutzer im Moment nicht wissen, wie es geht.“ Es gebe nur wenig konzeptionelle Vorstellungen, was dem Zuschauer zu raten sei, wie er sich und die rund 13 Mio. HD-Ready-Geräte für den HDTV-Start im Februar umzurüsten habe.

Schächter weiter: „So viele Servicedefizite habe ich nicht erwartet. Ich bin irritiert und glaube, dass hier noch Hausaufgaben zu machen sind.“ Konkret: „Wir stellen fest, dass die, die uns immer gedrängt haben, selbst noch nicht so auf dem Weg sind, ihren Zuschauern die Servicequalität zu bieten, die man braucht, um dieses neue Zeitalter auch erleben zu können.“ Hinzu kämen jetzt noch weitere Irritationen durch die HD+-Konzeption der Privaten. Doch Schächter möchte den Spieß nicht umdrehen und jetzt seinerseits die Industrie auf die Anklagebank setzen.

Den gewählten Zeitpunkt für den HD-Start – wie berichtet soll er zum 12. Februar 2010 erfolgen – hält Schächter für richtig. „HD setzt Digitalisierung voraus, und da sind wir mit aller Kraft und allen Investitionen dran. Wir haben auch unsere Wettbewerber aus dem privaten Fernsehen überzeugt, dabei zu sein.“

Mit den Ergebnissen der HD-Übertragungen während der Leichtathletik-WM als ersten Showcase in diesem Jahr zeigt sich der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust sehr zufrieden. „Gleichwohl haben unsere Techniker und Kameraleute das eine oder andere entdeckt, was wir noch perfektionieren müssen. Der Umstieg auf die HD-Technik bedeutet auch, man muss sich an neue Techniken der Kameraführung gewöhnen.“ Immerhin hätte das Publikum „bis nahezu enthusiastisch reagiert“.

Von einem Quantensprung redet der ARD-Mann bewusst nicht, wohl aber von einer großen Innovation. Immerhin: Nach der IFA wird nun der dritte Showcase für die Weihnachtszeit vorbereitet. Und: „Wir werden im nächsten Jahr bei den Olympischen Spielen in Vancouver den Regelbetrieb aufnehmen, und das ist der Anbruch eines neuen Fernseh-Zeitalters.“

Den analogen Switch-off hält ZDF-Intendant Schächter nicht für sinnvoll, „bevor zumindest 90 % der Satellitenempfänger digital sind.“ Terminmäßig halten beide „das Frühjahr 2012 für ein Datum, das wir erreichen können. Aber das hängt von den Gesprächen mit den anderen Partnern ab“, so Schächter. Das Kabel sei indes das Problem, „weil die im Moment in der analogen Welt ein sehr komfortables Geschäftsmodell haben.“ Und weiter: „Wenn sich das Kabel bis 2012 nicht bewegt, gehen die Leute zum Satellit oder auch zur Telekom.“

Eine Verschlüsselung lehnen die Öffentlich-rechtlichen weiterhin ab. „Wir legen Wert darauf , dass unsere HD-Programme auch im Kabel unverschlüsselt und ohne Zusatzkosten frei empfangbar an die Nutzer weitergeleitet werden. Die Kosten für HD sind in den Gebühren enthalten, von daher kann es keinen Nachschlag oder nachträgliche Einnahmen geben,“ erklärt Boudgoust.

In HD+ sieht Schächter einerseits eine neue Verkomplizierung und Verteuerung, andererseits einen möglichen Wettbewerbsvorteil. „Wir sind die, die ohne Kosten und ohne technische Zusatzprobleme HD liefern, und das werden wir auch nach vorne schieben.“ Zudem beklagen beide Intendanten das entstandene Durcheinander. „Es gibt HD-Boxen, die sind nicht ,HD+“-fähig, auch wenn sie erst vor einem Vierteljahr gekauft wurden“, so Schächter.

Stichwort HD-Einspeisegebühren für Kabelnetze. Dazu der ARD-Vorsitzende: „Wir sind nicht bereit, für die Einspeisung eines besseren technischen Standards auch noch Geld zu bezahlen. Das wäre gegen alle Logik und mit uns nicht machbar.“ Die „Flucht in den Satelliten“ würde weitergehen und IPTV der Telekom habe im Moment einen Zuwachs, „der nur mit der Brillanz seiner Bilder und dem Unterschied zum Kabel zu erklären ist.“ RAINER BÜCKEN

Von Rainer Bücken

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