Medien 07.06.2002, 18:20 Uhr

„Gute Information ist nach wie vor ihr Geld wert.“

Trotz Internet setzen große Industrieunternehmen bei der Wissensbeschaffung nach wie vor auf Datenbanken, wie das Beispiel Henkel zeigt. Wenn solides Wissen gefragt ist, müssen nach wie vor die Profis ran – und das kostet Geld.

Wenn Ingenieure, Forscher und Techniker Profiwissen brauchen, hat das Internetvielfach ausgedient, die klassischen Datenbankanbieter machen das Rennen. „In der chemischen Industrie dürften die Internet-Recherchen allenfalls 5 % ausmachen“, berichtet der Kölner Informationsbroker Ulrich Kämper vom WIND Wissenschaftlicher Informationsdienst.
Dienstleister wie das Fachinformationszentrum (FIZ) Karlsruhe sind dann gefragt. Die weltweit agierende, wissenschaftliche Serviceeinrichtung ist mit STN International, einem Online-Service für wissenschaftliche und technische Datenbanken, in Europa auch nach 25 Jahren für ihre Kunden so gut wie unverzichtbar.
„Das Internet bildet lediglich die Spitze eines Eisbergs an Informationen, in der man quasi im Do-it-yourself-Verfahren meist kostenlos herumsuchen kann. Im Kegel darunter tummelt sich der Profimarkt. Hier ist gute Information nach wie vor ihr Geld wert“, erläutert Christoph Haxel, Direktor des Infocenter beim Chemieunternehmen Henkel in Düsseldorf. „Ins Netz digitaler Informationen gingen wir schon in der Gründungszeit des FIZ Karlsruhe – damals oft mit dem Akustikkoppler.“
Rund 3000 Mitarbeiter bei Henkel arbeiten in Forschung, Produktentwicklung und Anwendungstechnik. „Das Anzapfen von externem Know-how zur Unterstützung unserer Kernkompetenzen wird immer wichtiger“, betont Haxel.
Mitte der 90er Jahre besaß Henkel das weltweit größte elektronische In-housePatent-Informations-System. Mit der frühen Einführung des Online-Zugangs für Henkel-Mitarbeiter veränderte sich jedoch schlagartig die IT-Landschaft. „Heute stellt sich nicht mehr die Frage, ob wir nach wie vor eine eigene kostenlos zu nutzende Datenbank brauchen die Entscheidung, sich auf externe Quellen und Anbieter zu verlassen, ist längst gefallen.“
So dürfen die Mitarbeiter selbstverständlich Google oder Altavista bemühen, wenn sie sich mal schnell orientieren wollen. Doch wenn es ernst wird und die Präsentation für ein neues Projekt vorbereitet werden muss, „dann wird niemand mit Google-Treffern reüssieren“, hat Haxel festgestellt.
Nur Datenbanken bieten derzeit strukturierten Zugriff und vielfältige Möglichkeiten der Eingrenzung von gewünschten Antworten. „Versuchen Sie mal im Internet mit Datumseingrenzung zu recherchieren“, meint Info-Broker Kämper. Man wisse etwa beim angegebenen Änderungsdatum nie, ob es sich um eine Änderung des Web-Designs oder des Inhalts handele. Der Zugriff auf historisch gewachsene, oft stündlich aktualisierte Datenbestände, die durch eine redaktionelle Kontrolle eine große Zuverlässigkeit garantieren, sind nach wie vor gute Argumente, die Segnungen des Internet nicht überzubewerten.
„Heute können wir mehr als 200 Datenbanken mit rund 350 Mio. Dokumentationseinheiten online anbieten“, so Prof. Dr.-Ing. Georg Schultheiß, Geschäftsführer des FIZ Karlsruhe. Dabei ist etwa die Beschaffung des Volltextes der Originalliteratur in den Informationsgewinnungsprozess integriert.
Klassische Datenbanken können immer mehr, etwa Ähnlichkeiten aufdecken. Die Datenbank DGENE unter STN International ermöglicht es nicht nur identische Ketten, also Biosequenzen in kürzester Zeit finden, sondern auch Ähnlichkeiten abzugleichen. „Der Bedarf an Recherchen dieser Art ist sehr groß“, erläutert Thomas Strelow, Produktmanager der Biotechnologie-Datenbank beim FIZ Karlsruhe.
Web of Science und die Patentdatenbanken von Micropatent sind bei Henkel ein beliebter Rechercheort für Forscher und Entwickler. „Favorisiertes ‚Do-it-yourself-Endbenutzer-Werkzeug‘ ist bei uns der Scifinder von Chemical Abstracts“, erzählt Haxel. „Für komplexe Fragstellungen tritt dann das Henkel Infocenter als digitale Drehscheibe in Aktion.“
Für ihre Kundschaft ziehen die Info-Broker bei Henkel alles zusammen, was diese braucht und bieten es als Studie mit stichwortbezogener Link-Liste per E-Mail an – gefischt aus dem großen digitalen Netz, meist wohl aus dem kostenpflichtigen Teil. ULRICH SCHMITZ

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