Medien 05.11.1999, 17:23 Uhr

Global denken und global surfen

Kaum einer bezweifelt heute mehr die Notwendigkeit, jungen Unternehmensgründern den Start nach Kräften zu erleichtern. Ein interessantes Feld ist in diesem Kontext das Internet, da deutsche Unternehmen in dieser Branche oft hinterher hinken.

Obwohl der deutsche Internet-Markt Fahrt aufgenommen hat, ist man von amerikanischen Verhältnissen noch weit entfernt. Denn, so klagt Max Burger-Calderon als Partner der internationalen Wagniskapitalgesellschaft Apax Partners, „deutschen Unternehmen fehlt in vielen Fällen noch das Wissen, globale Märkte zu erschließen.“ Die Notwendigkeit, sich auf internationaler Bühne bewegen zu können, ist wohl auf keinem Markt so unerlässlich wie in der Internet-Branche. Mit dem Wissen fehle deutschen Unternehmen aber „eine unerlässliche Voraussetzung, um im Wettbewerb mit Erfolg agieren zu können“.
Nur in den wirtschaftlich recht homogenen USA, so erklärt Burger-Calderon, könne der, der eine Internet-Firma gründe, an die Börse gehen, bevor er sich Gedanken um die globale Markstrategie seines Unternehmens machen müsse. Bei einer deutschen Neugründung hingegen müsse „das Management sich gleich von Beginn an mit der Situation auf dem extrem wettbewerbsintensiven und schnelllebigen US-Markt auseinander setzen“. Dies allerdings hätten immer noch „zu wenige Jungunternehmer aus Deutschland verinnerlicht“.
Dem Abbau von Defiziten dieser Art diente während der Münchner Medientage ein so genannter Internet-Startup-Workshop mit dem zentralen Thema „Wie baue ich ein erfolgreiches, internationales Internet-Unternehmen auf?“ Hier machten erfahrene Fachleute, wie etwa Prof. John T. Preston vom Bostoner MIT-Unternehmensgründer-Zentrum, sieben ausgewählte Gründer-Mannschaften zwei Tage lang mit den ausgefeilten Kniffen des Metiers vertraut. Denn es gilt u verhindern, dass auch weiterhin, wie Statistiken es für die Vergangenheit ausweisen, mehr als jeder zweite deutsche Gründer im Internet-Bereich früh scheitert. Preston, der selbst mehr als 80 Unternehmen mit gegründet hat, von denen 35 inzwischen an der amerikanischen Nasdaq-Börse gehandelt werden, hat beobachtet, „dass die Gründer-Kultur in Deutschland in den letzten fünf Jahren stark vorangekommen ist“ nicht nur würden jetzt bei Existenzgründungen, wie früher oft der Fall, allein Banken zu Rate gezogen. „Dieser Umschwung ist für Deutschland ganz wichtig“, hob Preston auch Fortschritte hervor.
In Deutschland, so erinnert Prof. Wolf-Dieter Ring als Präsident der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, nutzen laut GfK-Analyse heute schon 8,4 Mio. Menschen das Internet. In ganz Europa sollen es derzeit schon 44 Mio. sein und laut IDC steht für 2003 zu erwarten, dass dann die 140 Mio.-Marke überschritten wird. Sollte es so weit kommen, gäbe es mehr europäische als US-amerikanische Internet-Nutzer.
Bei dem Workshop ging es nicht allein um die Vermittlung von Wissen, sondern auch um Ränge und Preise. Wer hatte mit seinem Projekt die größten Lehren aus dem Workshop gezogen? Hoffnung auf den Sieg machte sich neben anderen auch die Gründer-Gruppe „Cargotrans“, bei der es um ein „internetgestütztes Transport-Netzwerk zur Optimierung von freien Transportkapazitäten und Leerfahrten“ ging. Konkurrent „Dayze.com“ nennt sich ein „personalisierter, kostenloser Service für das einfache und schnelle Verabreden und Verwalten von Business- und Freizeit-Events über das Internet oder Mobiltelefon“. Und „Medianaut“ heißt wiederum ein „Software-System für multimediales Wissensmanagement“ in Unternehmen, bei Kongressveranstaltungen oder auch in Fernlehrinstituten.
Unter diesen drei sowie vier weiteren Gruppen kürten Preston und die anderen Gründer-Trainer beziehungsweise Berater zwei Sieger. Platz zwei erlangte „YouSmile.de“ als „Geschenke-Community“, die Kunden via Internet helfen will, für alle Anlässe das perfekte Geschenk zu finden. Als Sieger ging das Konzept „12snap“ hervor, das in den Punkten Erfolgswahrscheinlichkeit, Marktanalyse und praktischer Nützlichkeit des Produkts alle anderen hinter sich ließ. Bei 12snap als dem „weltweit ersten Wireless-e-commerce-Portal“ geht es im Kern darum, E-Kommerz-Kunden erstmals einen vollständig mobilen Einkauf zu ermöglichen, der via Handy, aber auch per Pager abgewickelt werden könne.
Der erste Preis beinhaltet 100 000 DM und ein Beratungspaket im Wert von 15 000 DM für Steuer- und Rechtsfragen. 12snap-Gruppenmitglied Cyriac Roeding dankte für die Auszeichnung: „Wir freuen uns über diesen Preis besonders, denn da unser Geschäftsmodell den Endverbraucher als Zielgruppe hat, sind für uns Marketing und PR der Schlüssel zum Erfolg“.
EGON SCHMIDT
Die Kunst des Surfens beherrschen die Amerikaner am besten. Nicht ganz so elegant bewegen sich viele deutsche Unternehmen im Internet.

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