Medien 04.02.2011, 19:51 Uhr

Fraunhofer HHI bekommt 3-D-Innovationszentrum

Am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin wird seit über 25 Jahren an der dreidimensionalen Bewegtbilddarstellung gearbeitet. Jetzt soll dort ein 3-D-Innovationszentrum gegründet werden, um die technologische Entwicklung weiter anzustoßen.

3-D ist die Zukunft – und die spielt in Berlin. Das ist, extrem verkürzt, das Ergebnis eines Planungsworkshops vom Fraunhofer HHI für ein 3-D-Innovationszentrum (3D-IZ), der vor kurzem in Berlin stattgefunden hat. Jetzt liegt den Teilnehmern des Workshops ein multifunktionales 3-D-Mitmachangebot vor. Mit von der Partie waren Vertreter von Geräteherstellern und Inhalteanbietern, Dienstleister aus Pre- und Postproduktion, Anwender sowie Mitarbeiter aus Forschung, Entwicklung, Aus- und Weiterbildung, kurzum: alles potenzielle Interessenten fürs 3D-IZ. Sobald sich eine kritische Masse an Partnern „committed“ hat, kann es durchstarten – die Eröffnung ist für Juni vorgesehen.

Beim HHI begannen die 3-D-Arbeiten vor über 25 Jahren – auf der IFA 1985 konnten bereits erste Ansätze von autostereoskopischem 3-D gezeigt werden. Jetzt ist das Fraunhofer HHI so etwas wie die Inkarnation der 3-D-Kompetenz, arbeitet auf wissenschaftlicher Ebene an vorderster Front und ist auch bei praktischen Einsätzen sehr engagiert.

Ob Berliner Philharmoniker, das New Pop Festival in Baden-Baden, das Fanta4-Konzert in Halle, die Hochschulfilme „Topper gibt nicht auf“ oder „Summer Feelings“ – alles in 3-D und überall war das HHI dabei. „Das HHI ist über das ‚3D-Media-Cluster‘ an vielen Forschungsprojekten im Bereich 3-D beteiligt, so 3DPresence, 3DPhone, Mobile 3DTV, 3-D über Satellit, Helium3D und 2020 3D Media“, so Ralf Schäfer über das wissenschaftliche Engagement des Fraunhofer HHI. An der Kompetenz in Sachen 3-D gibt es nichts zu deuteln, und daher unterstützt auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWT) die aktuelle Planungsphase. „Für etwa fünf Jahre könnten wir uns vorstellen, 1 Mio. € bis 2 Mio. € pro Jahr zur Verfügung zu stellen“, erklärte Andreas Goerdeler vom BMWT.

Die Ideen des 3D-IZ präsentierte Gudrun Quandel vom Fraunhofer HHI: „Wir wollen für alle Bereiche der Systemkette die technologische Entwicklung für 3-D vorantreiben, Anstöße für den nachhaltigen Einsatz von 3-D-Technologien geben, sinnvolle Inhalte und Ausbildung fördern, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des 3-D-Marktes leisten und vor allem die Anlaufstelle für 3-D werden.“ Auch eine Zertifizierungsinstitution für „Gutes 3-D“ könnte das 3D-IZ werden und über ein Logo „Full3D-ready“ werde ebenfalls nachgedacht. Also, das 3D-IZ als Kompetenzplattform, an der nicht vorbei kann, wer in Sachen
3-D unterwegs ist. „Wir wollen das 3-D-Know-how zusammenholen, wir wollen, dass die wichtigsten 3-D-Akteure dabei sind“, so Quandel. Und das für die gesamte Systemkette, die sich auch in einem Showroom des auf 650 m² geplanten 3D-IZ widerspiegeln soll.

In einem Letter of Intent wurden und werden die Partner umworben. Die haben die Qual der Wahl zwischen unterschiedlichen und auf zunächst zwei Jahre angelegten Partnerschaftspaketen: Bronze, Silber, Gold und Platin. Bei den ersten drei sind jährliche Mitmachkosten zwischen 3000 € und 10 000 € aufgerufen, Platin dürfte deutlich darüber liegen.

Viele Firmen und Institutionen haben bereits beim Planungsworkshop ihr Interesse bekundet – kaum jemand glaubt, dass sich nicht genügend Partner finden ließen. Die bekommen für ihr Engagement einen frühzeitigen Zugang zu F&E-Ergebnissen, Kontakte im vorwettbewerblichen Umfeld, eine Schulungs- und Qualifizierungsumgebung für Entwicklung und Vertrieb, Möglichkeiten zum Ressourcen-Sharing durch gemeinsame Marketing-, PR- und Lobbying-Aktionen sowie Möglichkeiten zur Aufstellung im „neutralen“ Forschungsumfeld. Außerdem können sie eigene Entwicklungen im Zusammenspiel mit anderen testen sowie weitere Plattformen und Labore vor Ort wie das HHI TiME-Lab, die 3-D-Labs im HHI oder das THESEUS-Innovationszentrum nutzen. Die Nähe zu Medien, Politik und Wirtschaft in der Hauptstadt ist ein weiterer Vorteil.

Doch nicht nur Geld müssen die Partner mitbringen – ebenfalls entsprechende Hard- und Software. Aber auch hauseigene HHI-Technik steht zur Verfügung, bis hin zur 180°-7k-3-D-Panorama-Projektion des TiME Lab, die jetzt mit 128 Lautsprechern einer Wellenfeld-Syntheseanlage ergänzt wurde. Zum 3-D-Bild kommt dann auch der 3-D-Ton, eine Symbiose, die atemberaubend sein könnte. Am 17. Februar wird die im Rahmen des PRIME-Abschlusssymposiums (Produktions- und Projektionstechnologien für immersive Medien) zu erleben sein.

Dabei ist das Fraunhofer HHI nicht allein in der 3-D-Welt unterwegs – viele Unternehmen und andere Institutionen bieten vor allem 3-D-Aus- und Fortbildung. So hat Sony im englischen Basingstoke kräftige Pfähle eingerammt und bietet nicht nur 3-D-Soft- und Hardware sowie Ü-Wagen, sondern auch Schulungen. Trotzdem wird das Unternehmen beim 3D-IZ mitmachen – doppelt hält besser, erst recht bei 3-D.

RAINER BÜCKEN

Von Rainer Bücken

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