Medien 08.09.2006, 19:23 Uhr

Fernsehzukunft wird Realität  

VDI nachrichten, Berlin, 8. 9. 06, jdb – HDTV, das hochauflösende Fernsehen, ist endlich auch in Deutschland angekommen. Mit dieser Botschaft konnte die IFA 2006 Aufträge im Wert von über 2,5 Mrd. € generieren. Geräte gab es in den Messehallen in Massen, jetzt muss das entsprechende Programmangebot folgen. Doch das ZDF warnt vor hohen Kosten.

Unüberschaubar. Anders lässt sich das Angebot an neuen, natürlich vorzugsweise flachen TV-Geräten auf der IFA 2006 nicht beschreiben. Sogar der eine oder andere Fernseher mit klassischer Bildröhre war noch zu finden, aber solche Angebote für das absolute Niedrigpreissegment wurden eher versteckt.

LCD- und Plasma-Flachbildschirme dominierten eindeutig das Bild und die meisten davon waren natürlich mindestens HD-ready, also mit einer Mindestauflösung für das hochauflösende Fernsehen (HDTV) ausgestattet. Im absoluten Zentrum des Interesses standen aber jene Geräte, die mit der vollen HDTV-Auflösung aufwarten und nun auch 1080 Zeilen ohne Zeilensprung (progressive) darstellen können.

An HDTV wird in der Fernsehlandschaft künftig kein Weg vorbeiführen. „HDTV ist gut unterwegs. So gut, dass ein Weg zurück nicht mehr denkbar ist“, sagte Rainer Hecker, Vorsitzender der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), am Starttag der IFA anlässlich des ersten Forums „medienpolitik@IFA“. Die Konsumenten könnten sicher sein, in HDTV-Geräte zukunftssicher zu investieren, versicherte Hecker den zahlreich anwesenden Zuhörern.

„Bereits im kommenden Jahr wird es zur Selbstverständlichkeit werden, dass ein Fernsehgerät HDTV empfangen kann“, betonte Gerhard Schaas, Vorsitzender der Deutschen TV-Plattform und Technik-Vorstand der Loewe AG. Er sprach aber auch das Defizit an entsprechenden Programmen in HD-Qualität an: „Für den Kunden wird es entscheidend sein, dass er mit einem Empfangsgerät alle verfügbaren Programme empfangen kann.“ Vor allem gelte es angesichts der zahlreichen Diskussionen rund um HD, aber auch um neue Verschlüsselungsverfahren und Pay-TV, Verwirrungen bei den Verbrauchern zu vermeiden.

Vielleicht der Grund, warum sich die namhaften Hersteller in diesem Jahr in Sachen Technologie auffallend zurückhielten: Es ginge um den Kundennutzen, um das neue Fernseherlebnis, um „ease-of-use“, war allenthalben zu hören. Dazu gehört auch die Kampfansage an die Fernbedienungsvielfalt im Wohnzimmer: Von Loewe über Philips bis hin zum Computerhersteller Fujitsu Siemens hatten viele eine universelle Fernbedienung für alle Geräte des neuen „digitalen Lebensstils“ im Angebot.

Und natürlich ging es – wenn auch in zweiter Linie – dann doch um Technik. So z. B. bei Sharp, die zur IFA aus Berlin den Startschuss für eine neue LCD-Fabrik in Japan gaben. Dort werden auf mehr als tischtennisplattengroßen Glassubstraten bis zu sechs Displays mit 52 Zoll Diagonale gleichzeitig gefertigt. Premium-Hersteller Loewe setzte dagegen ganz auf Audio und das Heimkino-Erlebnis, natürlich im familientypischen Design der gleichfalls um Full-HD-Modelle aufgepeppten TV-Geräte. Bei Panasonic präsentierte man stolz das derzeit größte HD-Display auf Plasmabasis mit immerhin 2,65 m Bilddiagonale.

Differenzierung über Technologie hat sich auch Telefunken auf die Fahne geschrieben. Denn zur IFA 2006 kehrte die deutsche Traditionsmarke ins Rampenlicht zurück, vor knapp zwei Wochen öffentlich wiederbelebt von der türkischen Profilo-Telra-Gruppe. Hier setzt man auf brillante Farbwiedergabe mit fünf Grundfarben bei LCD und sogar sechs Farben bei Rückprojektionsfernsehern, die mit Texas-Instruments- DLP-Chips arbeiten. Die Technologie für die zu dieser Farbvielfalt gehörenden Signalverarbeitung liefert der israelische Chipspezialist Genoa.

Und last but not least in dieser keinesfalls vollständigen, Auflistung: Philips. Die Niederländer zeigten vielleicht am deutlichsten, wie wenig die harte Technik den Kunden interessieren soll, und präsentierten neue Varianten ihrer Ambilight-Technologie. Demnächst wird der Flachbildfernseher an allen vier Seiten lückenlos von einem der Szene angepassten Licht umgeben. Das sieht dekorativ aus und führt, wie ein als Experte per Video eingespielter Augenarzt aus den USA versicherte, auch zu weniger Stress für die Augen.

Bleibt die Frage nach dem richtigen „Futter“ für all die schönen HD-Fernsehgeräte. Einen Lichtblick gibt es von der Konservenfront: Die beiden hochauflösenden DVD-Nachfolger Blu-ray und HD DVD sollen nun endgültig diesen Herbst auch in Deutschland an den Markt gehen (s. Seite 10).

Aber auch via Satellit und Kabel, so erwartet Ralf Schäfer vom Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, wird das HDTV-Angebot in den nächsten Jahren deutlich steigen: „Die Programmanbieter werden unter Druck geraten, da die Kunden verstärkt Empfangsgeräte mit HD-Displays kaufen, gute Bildqualität über die DVD-Nachfolger genießen und daher auch eine verbesserte Bildqualität ihres Fernsehprogramms erwarten werden.“ Deshalb erwartet er, dass sich HDTV innerhalb der nächsten fünf Jahre am deutschen Markt durchsetzen werde.

Die Programmanbieter arbeiten tatsächlich daran, zukünftig immer mehr HD-Inhalte anbieten zu können. Produktionsstudios und Fernsehtechnik würden bereits nach und nach auf HDTV umgerüstet, so Eckhard Matzel, Koordinator technische Grundsatzangelegenheiten des ZDF. „Durch die Umrüstung entstehen uns enorme Kosten, so dass eine Umstellung nicht von jetzt auf gleich erfolgen kann“, dämpft er allzu hohe Erwartungen. Und gibt den Schwarzen Peter gleich zurück: Die Entwicklung sei auch von der Gerätesituation abhängig, es gebe in Deutschland erst wenige tausend HD-Empfangsgeräte.

Das klingt ein wenig nach dem klassischen Henne/Ei-Problem. Und so konterte auch Dietrich Westerkamp von Thomson, Leiter der Arbeitsgruppe HDTV bei der Deutschen TV-Plattform: „Obwohl HDTV-Geräte längst im Handel sind, gibt es noch zu wenig Programme. Genau da muss etwas passieren.“ JENS D. BILLERBECK

Von Jens D. Billerbeck

Stellenangebote im Bereich Maschinenbau, Anlagenbau

heristo aktiengesellschaft-Firmenlogo
heristo aktiengesellschaft Projektleitung Bereich Technik (m/w/d) Siegen
BRUNATA-METRONA GmbH & Co. KG-Firmenlogo
BRUNATA-METRONA GmbH & Co. KG Anlagentechniker Gewerbeimmobilien (m/w/d) Berlin
heristo aktiengesellschaft-Firmenlogo
heristo aktiengesellschaft Projektleitung Bereich Technik (m/w/d) Siegen
Bundespolizei-Firmenlogo
Bundespolizei Amtlich anerkannter Sachverständiger (m/w/d) für den Kraftfahrzeugverkehr mit Teilbefugnissen (aaSmT) bundesweit
Bundespolizei-Firmenlogo
Bundespolizei Diplomingenieure (m/w/d) zur Verwendung als Sachbearbeiter im polizeitechnischen Bereich bundesweit
Bundespolizei-Firmenlogo
Bundespolizei Schießstandsachverständiger der Bundespolizei (m/w/d) verschiedene Einsatzorte
HLB Hessenbahn GmbH-Firmenlogo
HLB Hessenbahn GmbH Projektleiter (w/m/d) Wiesbaden
FRAUNHOFER-INSTITUT FÜR FERTIGUNGSTECHNIK UND ANGEWANDTE MATERIALFORSCHUNG IFAM-Firmenlogo
FRAUNHOFER-INSTITUT FÜR FERTIGUNGSTECHNIK UND ANGEWANDTE MATERIALFORSCHUNG IFAM Projektmanager*in Wirtschaftsingenieurwesen / Produktionstechnik / Maschinenbau / Elektrotechnik Wolfsburg
Albert Handtmann Metallgusswerk GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Albert Handtmann Metallgusswerk GmbH & Co. KG Fachreferent Werkstofftechnik (m/w/d) Biberach
Progressive-Firmenlogo
Progressive Software-Entwickler SPS Schwerpunkt Antriebstechnik (m/w/d) Rems-Murr-Kreis

Alle Maschinenbau, Anlagenbau Jobs

Top 5 Medien

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.