Medien 28.05.1999, 17:21 Uhr

Fernseher programmiert den Videorecorder

Das gute, alte Scart-Kabel erlebt eine Renaissance. Es sorgt für das harmonische Zusammenspiel von Videorecorder und TV-Gerät. Doch leider hat die Technik dahinter bei fast allen Herstellern einen anderen Namen.

Fernsehgerät und Videorecorder sind längst noch nicht eine Welt. Über Probleme mit den Aufzeichnungsgeräten wird noch immer viel zu häufig lamentiert, gilt es doch als schick, machtlos den Tücken der Technik gegenüberzustehen. Dabei haben sich die Entwickler schon alle Gedanken dieser Welt gemacht, damit es mit der Aufzeichnung auch klappt.
„Die Idee ist Klasse: Jeder Videorecorder spielt jetzt mit jedem Fernseher zusammen“, freut sich Niels Kutzner, Softwareentwickler bei der Firma Metz. „Allerdings hat jedes Unternehmen dafür eine eigene Bezeichnung“ und attestiert, „da muß es Probleme geben.“ Bei der Fürther Firma haben die Marketingstrategen die Verbindung zwischen Fernseher und Videorecorder Data Logic getauft.
Ob nun EasyLink von Philips, MegaLogic von Grundig, SmartLink von Sony, Data Logic von Metz, Digital Link Plus von Loewe, Q-Link von Panasonic, NexTView-Link von Thomson, T-V Link von JVC – hinter all diesen Bezeichnungen steckt zunächst das ganz normale Scart-Kabel, dessen 21 Kontakte alle beschaltet sein müssen. Über den seit 20 Jahren ungenutzten Pin 10 dürfen nun endlich digitale Daten flitzen, die Videorecorder und Fernseher zu gemeinsamen Taten veranlassen.
So kann die einmal im Fernseher mühsam eingestellte Programmreihenfolge auf den Videorecorder übertragen werden. Oder es genügt bei laufendem TV-Gerät ein Tastendruck, und der Recorder zeichnet genau das auf, was gerade gesehen wird. Außerdem kann sich der Fernseher automatisch einschalten, sobald eine Kassette eingelegt wird. Oder ausschalten, sobald die Wiedergabe beendet ist.
Solche Möglichkeiten gibt es zahlreiche. Der Handel allerdings hält nicht viel davon. „Ich mache jede Programmierung nahezu ebenso schnell“, erklärt ein Fachverkäufer bei Tilo Stöhr am Berliner Kaiserdamm. Und im KaDeWe ist man der Meinung, daß das alles nur bei Geräten des gleichen Herstellers so geht. „Sonst hätten die ja alle die gleiche Bezeichnung!“
Hier hat die Unterhaltungselektronik – auch wenn sie sich heute selbst gerne Consumer Electronics nennt – mal wieder richtig geschlafen oder am falschen Ende gespart. Hätten sich nämlich alle Hersteller auf ein gemeinsames Featurepaket, eine Bezeichnung und ein Logo geeinigt, wäre es kaum zu dieser Konfusion bei Handel und Konsumenten gekommen.
Dabei können Videorecorder und Fernseher mit unterschiedlichen Link-Systemen durchaus mit einem dicken Scart-Kabel verbunden werden – und funktionieren dann auch in allen wichtigen Punkten. Dafür sorgt nämlich die vierteilige Norm DIN EN 50157, die noch in diesem Monat nach jahrelanger Vorbereitung endlich herauskommen soll. Doch selbst da werden unterschiedliche Bezeichnungen verwendet. „Es heißt mal Peritelevisionverbindung und dann wieder AV.link“, weiß der zuständige Referent Hans-Günter Göring.
Doch Buchse und Verbindung sind zu noch zu weit mehr Dingen nützlich. So kann auch der Elektronic Program Guide hierüber genutzt werden. Wenngleich die Bezeichnung vor allem aus dem digitalen Fernsehen bekannt ist, muß er im analogen nicht falsch sein. Das zumindest dachten sich der Heinrich Bauer Programmzeitschriftenverlag und RTL2 bereits vor neun Monaten – und starteten einen EPG im NexTView-Format. 26 Fernsehprogramme werden zweimal täglich aktualisiert und zur RTL2-Sendeabwicklung überspielt – von ARD bis ZDF, von RTL bis Sat.1, von MDR bis WDR, von arte bis Viva – kurzum, alle wichtigen bundesdeutschen Sender. Von dort werden die Daten dann huckepack wie bei Videotext übertragen. Zu lesbaren Texten werden die Bits und Bytes allerdings nur in NexTView-Decodern.
Und schon stehen weitere Entwicklungen ins Haus – weitere Geräte sollen sich über die Scart-Buchse anschließen lassen. So ist an die Hi-Fi-Anlage ebenso gedacht wie an die Waschmaschine oder die Haustürklingel nebst Kamera. Nur sollten sich dann die entsprechenden Verbände endlich auch mal einschalten, um die babylonische Sprachverwirrung zu beseitigen. Sonst ist die Technik da, und keiner traut sich, sie zu kaufen.
R. BÜCKEN
Programmübersicht auch bei analoger Technik: Scart-Buchse und Verbindung sorgen im NexTV-Format auch für einen Electronic Program Guide.

Von R. Bücken

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