Konkurrenz für Youtube 18.12.2013, 14:12 Uhr

Facebook steigt ins Geschäft mit Werbespots ein

Facebook-Nutzer erhalten künftig Werbevideos auf ihrer individuellen Facebook-Seite angezeigt. Damit will das Netzwerk nicht nur seine Werbeeinnahmen in die Höhe treiben, sondern Werbespots von Plattformen wie der Google-Tochter Youtube und aus dem TV gewinnen. Erste Tests starten demnächst in den USA. 

Youtube-Seite mit Mercedes-Spot: Jetzt will auch Facebook ins Geschäft mit Werbespots einsteigen. Mit mehr als einer Milliarde Mitgliedern ist die Reichweite des Netzwerkes enorm. Ein Werbespot kostet täglich bis zu zwei Millionen Dollar.

Youtube-Seite mit Mercedes-Spot: Jetzt will auch Facebook ins Geschäft mit Werbespots einsteigen. Mit mehr als einer Milliarde Mitgliedern ist die Reichweite des Netzwerkes enorm. Ein Werbespot kostet täglich bis zu zwei Millionen Dollar.

Foto: Screenshot ingenieur.de

TV-Sender und Youtube werden die Testphase in den USA sicher ganz genau beobachten: Denn Facebooks Entscheidung, auf den privaten Seiten der Facebook-Nutzer Werbespots auszustrahlen, könnte ihnen das Geschäft mit TV-Spots verderben.

Denn Facebook kann enorme Reichweiten bieten. Facebook hat zur Zeit weit mehr als eine Milliarde Mitglieder. Kein Portal weltweit erreicht so viele Menschen. Und kaum ein Portal weiß so viel über die Vorlieben der Menschen. Damit ist Facebook wie auch Google eines der interessantesten Portale für Werbung. Folgerichtig will  Facebook nicht nur Link- und Bannerwerbung verkaufen, sondern auch Videospots.

Wie die Videos ankommen, testet Facebook zunächst in den USA. Dort werden die Spots den Usern auf der individuellen Newsfeed-Seite angezeigt. Auf dieser Seite erhalten die Facebook-User einen Überblick über die Tätigkeiten und Nachrichten ihrer Freunde – also eine Seite, die jeder User nutzt.

Film kann einfach weggeblättert werden

Die Werbevideos sind bis zu 15 Sekunden lang und starten zunächst ohne Ton. Erst durch Anklicken wird der Ton hinzugefügt. Möchte der Nutzer das Video nicht sehen, kann er einfach weiterblättern. Abgespielt werden können die Werbefilme auf allen Geräten.

Der Start der Werbevideos war bereits vor einigen Monaten geplant, berichtet das Wall Street Journal. Unternehmenschef Mark Zuckerberg wollte die Technologie allerdings noch verbessern und habe die Einführung daher zurückgehalten, heißt es. Die Tests beginnen mit einem Werbetrailer für den Science-Fiction-Film „Divergent“.

Doch wie werden die Nutzer reagieren? Werden sie von den lästigen Werbeclips genervt sein? Dies ist die größte Sorge des Unternehmens. Denn nur bei einer Akzeptanz der neuen Werbeform auf Facebook kann Zuckerberg die Werbeeinnahmen des Netzwerkes steigern. Dabei verdient Facebook schon heute prächtig und konnte im dritten Quartal seine Werbeeinnahmen um 66 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) steigern.

Werbefilm auf Facebook statt im Fernsehen oder auf Youtube

Mit dem Einstieg Facebooks in den Markt von TV-Clips dürfte ein kräftiger Konkurrenzkampf ausgelöst werden. Werbefilme, die normalerweise im Fernsehen oder auf der Videoplattform Youtube gelandet wären, will Facebook ausstrahlen. Bis zu zwei Millionen Dollar müssen Werbekunden täglich für einen Werbefilm zahlen. Damit erreichen sie sämtliche Facebook-Nutzer im Alter von 18 und 54 Jahren.

Facebook führt Studie über Verhalten seiner Nutzer durch

Wie neugierig Facebook ist, zeigt die neue Studie des Unternehmens über die „Selbstzensur“ der Nutzer. Das soziale Netzwerk möchte wissen, warum manche Kommentare und Nachrichten geschrieben, jedoch nicht versendet oder sogar zurückgezogen werden. Dabei geht es um Daten wie Updates oder Kommentare von mindestens fünf Zeichen, die der Nutzer in sein Profil eingibt, jedoch nach zehn Minuten noch nicht abgeschickt hat. Die Daten werden während der Eingabe in die Tastatur bereits an Facebook weitergeleitet, um analysiert zu werden.

Von den 3,9 Millionen zufällig ausgesuchten Facebook-Usern verfassten 71 Prozent im Zeitraum von 17 Tagen mindestens einen Kommentar oder ein Status-Update und schickten ihn nicht ab. Insgesamt kam die Studie zu dem Ergebnis, dass 4,52 Status-Updates und 3,2 Kommentare zurückgehalten wurden. In der Studie wird diese Art der Filterung als „last-minute self-censorship“ bezeichnet. Die Studie gibt keine Auskunft über Inhalte.

Männer und Frauen zensieren ihre Inhalte unterschiedlich oft

Der Studie zieht jeder zweite Nutzer regelmäßig Statusmeldungen zurück. Bei Veröffentlichungen auf Pinnwänden oder in der Timeline wurden Beiträge sogar besonders häufig wieder gelöscht. Außerdem haben die Experten herausgefunden, dass Männer eigene Inhalte häufiger zensieren als Frauen. 

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