IFA 2010 03.09.2010, 19:48 Uhr

Energielabel für Fernseher kommt

Seit Langem will die EU-Kommission ein Energielabel für TV-Geräte einführen. Mit dieser neuen, einfachen Kennzeichnung in sieben Energieeffizienzklassen sollen Verbraucher ähnlich wie bei Waschmaschinen oder Kühlschränken auf einen Blick erkennen, welches Gerät energieeffizient ist. Ab 2011 soll es nun so weit sein. Doch Spitzenauszeichnungen wie „A++“ wird es für Fernseher anfangs nicht geben. Laut Herstellern kann der Stromverbrauch bei TV-Geräten derzeit mit herkömmlicher Technik nicht drastisch gesenkt werden.

Sie sind simpel und sehr erfolgreich: Die bunten Balkendiagramme, an denen Verbraucher direkt ablesen können, welcher Kühlschrank den Geldbeutel in puncto Strom wenig belastet.

Diese Kennzeichnung hält nun Einzug in die Unterhaltungselektronik. Seit rund zwei Jahren wird über das Energielabel für Fernsehgeräte auf europäischer Ebene diskutiert. Dabei ging es lange um ein einheitliches Layout über alle Produktkategorien hinweg, um Verbrauchern ähnlich wie beim Kauf eines neuen Kühlschranks eine klare Entscheidungshilfe in puncto Energieeffizienz an die Hand zu geben.

„Wir rechnen damit, dass die EU-Verordnung Ende 2010 für Fernsehgeräte verabschiedet wird“, sagt Sebastian Stiegler, Manager für Umweltbelange bei Sharp Electronics Europe. „Frühestens dann können Hersteller das neue Energielabel auf freiwilliger Basis anwenden, Ende 2011 wird es dann verpflichtend sein“, erläutert Stiegler den Zeitplan für die Einführung.

Seit Langem zeichnen die Hersteller von Elektrogroßgeräten ihre Ware mit dem bekannten Label der EU und Klassen von „A++“ bis „G“ aus. Sie weisen so darauf hin, dass nicht nur die Anschaffungskosten eines neuen Gerätes, sondern auch der Energiebedarf im laufenden Betrieb eine erhebliche Rolle spielen.

Die Folge: Den effizientesten Geräten wird Klasse A zugeordnet, den größten Stromfressern die niedrigste Klasse „G“ – bei Kühl- und Gefriergeräten in Deutschland macht die Skala inzwischen bei Klasse „C“ halt.

Auch hier ist nun Bewegung drin: Einem Entwurf der EU-Kommission zufolge soll es bei Kühlgeräten eine neue Skala geben. Neu eingeführt wird demnach „A+++“ und somit die A-Klasse in vier Stufen unterteilt sein. Die Kategorien „F“ und „G“ fallen dann weg. „A“ wäre demnach in Gelb gehalten und nur „A+++“ in Dunkelgrün.

Zwar gibt es für PCs, Notebooks und Fernseher auf EU-Ebene bereits das „EU Eco Label“ in Form einer blauen Blume. Es ist ein freiwilliges Gütesiegel und schließt neben Energieeffizienz u. a. auch leichte Demontage, hohe Recyclingfähigkeit und den Einsatz von umweltverträglichen Substanzen mit ein.

Doch die Kriterien des neuen bindenden EU-Energielabels liegen in puncto Stromverbrauch höher. Er kann ähnlich weit auseinanderliegen wie bei den Elektrogroßgeräten. Vor allem die Größe des Bildschirms ist ein entscheidendes Kriterium für den Stromverbrauch.

Laut der GfK-Studie „Energy Efficiency Tracking“ liegt hierzulande die Leistung bei LCD-Flachbildfernsehern mit einer Bildschirmdiagonale von 32 Zoll derzeit bei durchschnittlich 123 W. Bei einer Bildschirmgröße von 42 Zoll sind es bereits 187 W und bei einem 47-Zoll-Gerät sogar 235 W.

Ist ein Fernseher durchschnittlich vier Stunden pro Tag an und wird den Rest der Zeit im Stand-by-Modus betrieben, zeigen sich langfristig große Unterschiede. Bei einem 32-Zoll-Gerät ergeben sich 179 kWh pro Jahr im Gegensatz zu 342 kWh bei einem 47-Zoll-Fernseher. Demnach fällt für die jährliche Betriebsdauer beim 32-Zoll-Fernseher im Vergleich zur 47-Zoll-Variante nur gut die Hälfte an Stromkosten an.

Doch auch innerhalb einer Kategorie gibt es laut GfK je nach Hersteller und Modell erhebliche Unterschiede. So benötigten die energieeffizientesten 32-Zoll-Fernseher mit rund 75 W lediglich halb so viel Strom wie die Geräte mit dem höchsten Verbrauch von 151 W. Bei einem Lebenszyklus von sieben Jahren variieren damit die Stromkosten um knapp 200 €. Das kann auf längere Sicht einen höheren Anschaffungspreis ausgleichen.

Messebesucher können auf der IFA bei jedem Hersteller eine große Bandbreite an neuen LED-Fernsehern begutachten, bei denen Leuchtdioden für eine gleichmäßige Hintergrundbeleuchtung sorgen. Sie sind zwar im Schnitt rund 200 € teurer als andere Flachmänner, doch LED senkt den Energieverbrauch z. B. bei 32-Zöllern laut GfK-Studie um rund 30 %. Die Autoren der GfK betonen jedoch, dass auch hier die Energieeffizienz je nach Hersteller mit Unterschieden von über 50 % variiert.

Auch wenn Sharp-TVs regelmäßig in der Bestenliste vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland stehen sowie auf EU-Ebene mit der blauen Eco-Blume ausgezeichnet wurden, befürwortet Sebastian Stiegler von Sharp das neue EU-Energielabel für Fernseher. „Noch sind die einzelnen Energieeffizienz-Klassen von Seiten der EU nicht final definiert“, sagt der Sharp-Manager. Laut EU-Entwurf vom Frühjahr 2010 dürfe jedoch ein 46-Zoll-Gerät nicht mehr als rund 80 W verbrauchen, um die Klasse „A“ zu erreichen. „Das ist ein außerordentlich hohes Niveau, vergleichbar mit dem Verbrauch einer konventionellen Glühbirne.“

Um aber die Klasse „A++“ zu erreichen, dürfe ein TV-Gerät nur 40 W haben und damit wie bei der Weißen Ware rund 50 % weniger als Klasse „A“. „Derzeit ist keine Technik absehbar, mit der dieses Limit zu erreichen ist“, sagt Stiegler. NIKOLA WOHLLAIB

Von Nikola Wohllaib

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