Medien 19.09.2003, 18:26 Uhr

Ein Fußball voller Technik

Virtuell kicken und WM-Historie riechen – die technisch ausgefeilte Konstruktion und interaktive Spielereien machen den Fußball-Globus von André Heller zur Attraktion.

Wir wollen ein ganzes Land mit Vorfreude durchfluten.“ So lautet André Hellers Slogan für den Fußball-Globus. Seit vergangener Woche steht das 15 m hohe Gesamtkunstwerk des Wiener Multimediakünstlers direkt vor dem Brandenburger Tor in Berlin, danach soll es durch alle weiteren WM-Städte ziehen.
Eine technische Meisterleistung schon allein wegen der Stahlkonstruktion aus 20 Sechs- und zwölf Fünfecken mit insgesamt 55 Knotenpunkten. Inspirieren ließ sich Heller dabei vom amerikanischen Visionär und Architekten Buckminster Fuller (1895–1983).
Die einzelnen schwarz-weißen Felder sind eine pneumatische Konstruktion aus dreilagiger ETFE-Folie (EtylenTetrafluor-Etylen). Dieser thermoplastische Kunststoff ist schwer belastbar und wird sonst für Gewächshäuser und Solaranwendungen eingesetzt. Damit der Fußball als Weltkugel nachts magisch leuchtet, sind in die ETFE-Kissen 20 000 LED-Ketten und LED-Stangen eingenäht, die die Linien der Kontinente markieren. Weitere Muster werden von vier Seiten am Pariser Platz direkt auf den Globus projiziert.
„Der Fußball ist das komplexeste mobile Bauwerk der Welt“, sagt Projektleiter Christian Bauer sichtlich stolz. Nur vier Monate Zeit blieben dem 36-jährigen Nachrichtentechniker, der seit sechs Jahren Projekte für André Heller stemmt, um die vielen beteiligten Agenturen und Spezialanbieter zu koordinieren.
Denn auch das Fußball-Innere hat es in sich. Steigen Besucher die Treppe hoch, vorbei an den Devotionalien wie dem WM-Pokal von 1990 oder dem alten braunen WM-Ball von 1954, erwartet sie eine Kommandozentrale mit Kunstrasen und Stadionatmosphäre.
Technisches Highlight hier ist für Szenograph Dieter Brell die Rundumbespielung mit 10 Beamern, eine Art 360°-Kinoleinwand. „Aus jeder Blickrichtung und für jede Spielstation können wir enorm viel Information auf die Leinwand bringen“, erläutert Brell von der Wiesbadener Agentur 3deluxe. So können Fußballfans im Internet virtuelle Rasenstücke pflanzen und Statements hinterlassen, die dann im Riesenball auf der Leinwand erscheinen.
Klar, dass dabei auch ein virtuelles Torwandschießen nicht fehlen darf. Der animierte Torwart „Kurt Hurtig“ wirft den Ball auf den Kunstrasen – und bringt nicht nur die Scharen kleiner Fans mit seiner Abwehrtechnik zur Verzweiflung. Dann doch besser an der nächsten Station matte Comicspieler reanimieren: Via Touchscreen-Massage lernen die müden Beine wieder laufen.
Dass Film, Ton, Licht, Text, Grafik und vieles mehr in Echtzeit auf der Leinwand erscheinen, macht die Spezialsoftware „VVVV“ der Frankfurter Multimedia-Agentur Meso möglich. Das Multimedia-Autorensystem verteilt gleichzeitig jede Aufgabe auf den Rechnercluster aus preiswerten PCs. Darüber entsteht eine hohe Rechenleistung und alles kann „live“ projiziert werden. Wer diese Fußball-„Spielhölle“ erst einmal aus der Ferne erkunden möchte, für den hat die Berliner Agentur Cityscope unterhalb der Leinwand eine Webcam installiert. Stündlich liefert diese neue Bilder.
Und: Damit die Vorfreude auf die WM 2006 durch stundenlange Wartezeiten nicht allzu getrübt wird, kann man online über das E-Ticketsystem etix.com Eintrittskarten kaufen. Einfach den Tag und das gewünschte Stundenzeitfenster wählen, online bezahlen und ausdrucken. Der Barcode des Ausdrucks wird eingescannt und berechtigt zum Eintritt in den Ball. Denn: Nur maximal 110 Besucher dürfen gleichzeitig in den Fußball-Globus.
Noch bis 4. November können Fußballbegeisterte und Neugierige in Berlin die Raumskulptur von 10 bis 18 Uhr begehen. Ab 20:30 Uhr verwandelt sich die Höhle in eine Bühne für ein hochkarätiges Kulturprogramm. Ab 5. Dezember steht der Fußball-Globus dann in Frankfurt/Main vor der Oper.
NIKOLA WOHLLAIB

 

Von Nikola Wohllaib

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