Buchmesse 23.10.2009, 19:43 Uhr

E-Books per Handy lesen  

Die Buchverkäufe gehen in Europa und den USA seit einigen Jahren langsam zurück. Doch der E-Book-Markt zieht jetzt richtig an, wie die Frankfurter Buchmesse zeigte. Neben den verschiedenen spezialisierten Lesegeräten werden auch Handys immer lesefreundlicher. Besonders für das iPhone, aber auch für andere Smartphones gibt es schon eine große Zahl verfügbarer E-Book-Titel. VDI nachrichten, Düsseldorf, 23. 10. 09, jdb

Die Zeichen für den E-Book-Markt sind ermutigend: Auf dem deutschen Markt erscheinen laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels bereits 37 % aller Neuerscheinungen entweder ausschließlich oder zusätzlich als E-Book. Insbesondere im Bereich der Fachbücher sind es sogar 51 %. Von den Backlist-Titeln liegen bereits 22 % als E-Book vor.

Eine große Rolle spielen neben der wachsenden Zahl von E-Readern die größeren und besser auflösenden Bildschirme von Smartphones. Allein für das iPhone mit seinem großen Display gibt es schon über 15 000 Anwendungen für das mobile Lesen, weiß Neelan Choksi von Lexcycle – eine Drei-Personen-Firma, die für das iPhone die beliebte Lesesoftware Stanza entwickelt hat und die von Amazon dieses Jahr übernommen wurde. Bereits über 115 000 Bücher sind für das iPhone verfügbar, die Hälfte davon kostenlos.

Auf Handy-Leser setzt auch das österreichische Unternehmen Blackbetty, das in Kooperation mit Vodafone mit 50 Bezahltiteln auf der Plattform „Vodafone Life“ durchstarten will. Der Autor Wolfgang Hohlbein wird für den Start wöchentlich mit einem Autorenteam neue und aktuelle Folgen für seine Fantasy-Serie Wyrm schreiben – kostenlos für Leser wie Anbieter. Denn für alle Beteiligten handelt es sich um ein Experiment. Alle Bücher, die ein Leser über Vodafone kauft, bleiben jedoch auf dem Handy, da der Rechteerwerb mit der Gerätenummer des Handys verknüpft wird. Ein Weitertransport auf den heimischen Rechner oder gar ein befristetes Verleihen an Freunde ist ausgeschlossen.

Der Umgang mit den Digital-Rights-Management-Systemen ist damit auch in der Buchindustrie ein Politikum: Der iPhone-Exerte Neelan Choksi betont, wie wichtig es ist, sich auf die Bedürfnisse der Leser einzustellen: „Ein einmal gekauftes E-Book muss dem Leser immer gehören können. Anwendungen und Geräte müssen freie öffentliche Inhalte und offene Standards unterstützen.“ Auch bei Sonys und Amazons E-Readern ist genau das noch nicht der Fall.

Große Chancen rechnet sich daher die Berliner Firma txtr aus, die ihren E-Reader im Dezember in Deutschland für 319 € an den Markt bringen will. Im nächsten Jahr soll txtr auch in Österreich und der Schweiz verfügbar sein.

Über eine Mobilfunkanbindung können sich Leser ihre Bücher von der txtr-Plattform laden. Die Plattform ist offen: Die Leser selbst können über sie eigene Dateien hochladen und verwenden. Gefertigt wird das Gerät von Goldmine, einem amerikanischen Tochterunternehmen in China.

Aus der Experimentierphase ist der chinesische E-Book-Anbieter Shanda Literature längst herausgewachsen. Auf der Buchmesse präsentierte Geschäftsführer Hou Xiaoqiang beeindruckende zahlen: 800 000 Autoren sind für die vier Websites von Shanda aktiv. 10 000 Autoren wurden bereits unter Vertrag genommen. Shanda hält inzwischen das Copyright an über 100 000 Titeln. Von einzelnen Titeln wurden über 15 Mio. Kopien verkauft. 2008 setzte das Unternehmen bereits 10 Mio. € um, ein Zehnfaches des Vorjahres.

Abgerechnet werden die gelesenen Seiten über ein Mobile-Payment-System, da die Leser die Bücher auf ihrem Handy lesen. Sie dürfen die erste Hälfte eines Buchs kostenlos lesen, danach kostet jede Seite mit 1000 Zeichen 2 Cent bis 3 Cent – die Autoren werden daran zu zwischen 20 % bis 50 % beteiligt.

Auch klassische Verleger können sich auf gute Zeiten einstellen, meint Andrew Savikas vom amerikanischen Computerbuch-Verleger O“Reilly. O“Reilly gehört zu den wenigen Verlagen, die die elektronische Ausgabe bereits Wochen vor der Printausgabe auf den Markt bringen. Für Savikas ist klar, dass „das uns einen Vorsprung gibt“.

Verleger in Deutschland dürften bei diesem Satz aufhorchen. Eine aktuelle Umfrage des Börsenvereins ergab nämlich, dass kein einziger Verleger das elektronische Buch vor der Printausgabe herausgibt. Immerhin 59 % bringen es aber inzwischen gleichzeitig heraus.

Vor 18 Monaten verzeichnete der O“Reilly-Verlag eine klare Wende: Seither verkauft er mehr E-Books als Printtitel, inzwischen verzeichnet er im E-Book-Bereich sogar einen doppelt so hohen Umsatz wie im Printbereich – bei Umsatzsteigerungen von über 50 %. Dass der E-Book-Markt jetzt allerdings noch in den Kinderschuhen steckt, meint auch Savikas: „E-Books dürfen nicht nur wie Printbücher sein. Wir müssen sie webfreundlich machen. Handys haben Ohren, Augen, einen Kompass und eine Webverbindung. Damit ergeben sich zahlreiche neue Möglichkeiten.“

CHR. SCHULZKI-HADDOUTI

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