Medien 20.03.2009, 19:40 Uhr

Digitales Fernsehen geht in die nächste Runde  

Das digitale Fernsehen der ersten Generation ist seit 14 Jahren unterwegs, nun kommen die Nachfolger für Digital Video Broadcasting, DVB-T2, -C2 und -S2. Die angehängten Buchstaben stehen für die jeweiligen Übertragungsarten, also Terrestrik, Kabel und Satellit. DVB-S2-Boxen sind im Handel,für T2 und C2 hat die Entwicklung begonnen. VDI nachrichten, Düsseldorf, 20. 3. 09, jdb

Auch wenn das Image des Kabels nicht das allerbeste ist, technisch ausgereizt ist es noch lange nicht. Neben reichlich analogem Ballast werden immer mehr digitale Programme übertragen. Der DVB-C-Standard sorgt für Kompatibilität und – mit gewissen Ausnahmen – auch für Interoperabilität. Doch DVB-C ist in die Jahre gekommen, ebenso wie die Schwesterstandards DVB-T für Terrestrik und DVB-S für Satellitenbetrieb. Die zweite Generation ist überall greifbar, wird einfach mit einer angehängten „2“ kenntlich gemacht.

Während sich mit DVB-C in einem 8 MHz breiten Kabelkanal derzeit 51 Mbit/s übertragen lassen, sind es bei C2 insgesamt 63 % mehr, also über 83 Mbit/s. „Perspektivisch können wir in der Zukunft gar bis 105 Mbit/s durch einen Kanal schicken“, erläutert Christoph Schaaf, bei Kabel Deutschland für neue Technologien zuständig, auf dem DVB-Weltkongress in der vergangenen Woche in Berlin. „Zudem sind DVB-C2 und -T2 recht ähnlich, kombinierte DVB-T2/C2-Tuner werden möglich.“

Doch vorerst müssen wohl noch kleinere Brötchen gebacken werden. Lorenz Glatz, technischer Geschäftsführer von KDG, spricht im Zusammenhang mit DVB-C2 von „großen kommerziellen und technischen Herausforderungen“. Da sind vor allem die bisherigen Kabelboxen, die mit C2 nichts anzufangen wissen. Umgekehrt schon, C2 kann DVB-C durchaus „verstehen“, weshalb eine Einführung dieser Technik „jederzeit“ möglich sein dürfte. Aber es wird lange dauern, bis der Austausch von DVB-C gegen C2 umgesetzt ist. „Doch für neue Dienste wie Video-on-Demand oder HDTV ist DVB-C2 eine große Chance“, ist Glatz zuversichtlich. Neue Dienste und neue Settop-Boxen „könnten sich als Triebkraft bei der Umstellung herausstellen“.

Zudem sei es möglich, für personalisierte Dienste DVB-C und -C2 parallel in einem Netz zu nutzen. HDTV, bislang ein Stiefkind im KDG-Bouquet, könnte mit C2 endlich zum Durchbruch kommen. Während sich nämlich mit DVB-C in einem 8-MHz-Kabelkanal nur drei MPEG-2-codierte HDTV-Programme übertragen lassen, könnten es mit DVB-C2 dann 13 sein, MPEG-4 codiert. Jetzt wird gemutmaßt, dass KDG mit höheren Datenraten die bislang längst nicht überall erfolgte Aufrüstung auf die 862-MHz-Technik übertünchen willen.

Glatz macht deutlich, dass nicht nur KDG an C2 heftiges Interesse hat. „Die Geschäftsführer von sieben europäischen Kabel-TV-Betreibern, die insgesamt 22 Mio. Kabel-Haushalte versorgen, erklärten kürzlich ihr gemeinsames Interesse an DVB-C2.“ Allerdings dürfte erst in zwei Jahren C2 auch in Geräten zu finden sein. So richtig losgehen wird es vermutlich sowieso erst in rund fünf Jahren, wenn die analogen Kanäle im Kabel verschwunden sind. Dumm nur, dass keiner ein genaues Datum festschreiben mag. Solange analoges Kabel bequemer und auch preiswerter als digitales ist, wird sich der Kunde nicht so schnell vom Analogen trennen.

Wie das gehen kann, hat die Terrestrik mit dem nahezu vollständigen Umstieg auf DVB-T vorgemacht, freilich waren davon auch längst nicht so viele Haushalte betroffen. Der Schritt Richtung DVB-T2 steht nun ebenfalls an, ein Kapazitätsgewinn von 30 % bis 50 % wird versprochen. Ebenso interessant die größere Reichweite der Sender. In England will die BBC zur Fußball-WM im nächsten Jahr mit terrestrischem HDTV-Regeldienst beginnen, und zwar über die DVB-T-Plattform „Freeview“. Wie Cheryl Sloan, Direktor für Produktentwicklung in Berlin, erklärt, seien DVB-T2-HD-Boxen in der Entwicklung, die unter 100 £ kosten sollen. „Schon jetzt haben wir 14 Mio. HD-taugliche Fernsehgeräte, 26 % der terrestrischen Freeview-Haushalte sind damit ausgerüstet.“

Auch die BBC unterstützt DVB-T2. „Wir werden mit Beginn der WM bereits 30 % bis 40 % der Bevölkerung erreichen“, erklärt Graham Plumb, Leiter der Übertragungstechnik bei der BBC.

Prof. Ulrich Reimers von der TU Braunschweig und einer der Väter des DVB-Projekts, rechnet Ende des Jahres mit ersten DVB-T2-Boxen, hält aber einen Einsatz in Deutschland vorerst nicht für sinnvoll. „HDTV ist hier eine Sache für Kabel und Satellit.“ Insgesamt gebe es derzeit weltweit über 220 Mio. DVB-Empfänger. Im DVB-Projekt sind inzwischen über 270 Broadcaster, Gerätehersteller, Regulierer, Netzwerkbetreiber und Forschungseinrichtungen aus aller Welt versammelt. RAINER BÜCKEN

Von Rainer Bücken

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