Medien 10.09.2004, 18:33 Uhr

Die WM wird auch zur Technologie-Show

VDI nachrichten, Berlin, 10. 9. 04 – Die Fußballweltmeisterschaft (WM) 2006 soll auch ein Feuerwerk der Technik werden. Darauf hoffen jedenfalls Ausrüster wie Philips. Von Ticketlösungen auf RFID-Basis, über Hochauflösendes Fernsehen (HDTV) bis hin zur mobilen Übertragung der WM-Tore reichen die Optionen.

Wichtige Termine auf dem Weg zur WM 2006 in Deutschland gibt es viele. So berichtete Wolfgang Niersbach, Vizepräsident des WM-Organisationskomitees, während des Kongresses „E-Fussball“ vergangene Woche in Berlin, dass im Herbst in den Stadien bereits der spezielle WM-Rasen angelegt wird. Und am 13. November folgt die Präsentation des Maskottchens bei „Wetten, dass“. Doch am 1. Februar 2005 wird es am spannendsten: Dann startet der Ticketverkauf rund um das Mega-Sportereignis. Entschieden ist, dass die CTS Eventim exklusiv die rund 3 Mio. Tickets für die WM 2006 vermarktet und verkauft. Die Karten werden erstmals mit einem RFID-Chip (Radio Frequency Identification) zur Steuerung der elektronischen Einlasskontrolle ausgestattet. Welcher Hersteller die RFID-Lösung zur Verfügung stellt, ist offiziell noch nicht entschieden, eine Beteiligung von Philips jedoch wahrscheinlich.
„Wir setzen alles dran, dass die WM 2006 eine Technologieshow mit Innovationen wird“, erklärte Hans-Joachim Kamp, Philips-Geschäftsführer und Vorsitzender des Fachverbands Consumer Electronics im Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI). Philips ist nicht nur Sponsor, sondern auch in den Bereichen Medizin- und Chiptechnik sowie TV-Geräte und Monitore bei der WM 2006 vertreten. Enttäuscht ist Kamp jedoch darüber, dass „sich bisher kein einziger europäischer Sender für die Ausstrahlung der WM 2006 in HDTV entschieden hat.“ Dabei werden alle WM-Spiele in HDTV aufgezeichnet und in Ländern mit großer Verbreitung des hochauflösenden Fernsehens wie den USA, Korea, Japan und China auch gesendet. Europa verfügt mit dem belgischen Euro 1080, der seit kurzem HD-1 heißt, über einen einzigen Sender. Die Fußball-WM 2006 ist für Kamp aber ein wichtiger Grund, um Investitionen zu tätigen, damit „Deutschland an die HDTV-Welt Anschluss findet.“ Diesen Appell richtete Kamp vor allem an die öffentlich-rechtlichen Sender, die die Mehrzahl der Spiele übertragen.
Die Fernsehrechte liegen nach der Insolvenz von Kirch bei der Schweizer Sportrechte-Agentur Infront (Günter Netzer). Während ARD und ZDF sich die exklusiven Rechte zur Live-Übertragung von mindestens 48 der 64 Spiele gesichert haben, sind die Online- und Mobilrechte für die WM 2006 noch nicht vergeben. Eine mobile Übertragung der WM-Tore auf Smartphones ist noch mehr als ungewiss. Zwar wäre dies technisch durch den neuen Digitalfernsehstandard DVB-H (Digital Video Broadcasting for Handhelds), der bisher in der Region Berlin-Brandenburg getestet wurde (wir berichteten), möglich. Doch Nawid Goudarzi, Produktions- und Betriebsdirektor beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) erteilte nach bisheriger Planung der mobilen Ausstrahlung auf dem Medienforum Berlin-Brandenburg eine Absage. „Live-Broadcasting via DVB-H bis zur WM 2006 wird es nicht geben“, sagt auch Volker Binder, Senior Vice President Services und mobiles Internet bei T-Online. Seine Gründe: Bis 2006 müsse nicht nur die Infrastruktur stehen, sondern habe erst eine relativ kleine Nutzergruppe entsprechende Endgeräte, wenn man von einem Austauschzyklus von zwei Jahren ausgehe.
Der T-Online-Manager, der gerade die Rechte an der Bundesliga an die Mobilfunkkonzerne Vodafone und O2 weiterlizenziert hat, sieht eher eine Weiterentwicklung der bisherigen MMS mit Videofunktion. Derzeit werden darüber rund 10 Sekunden Spielgeschehen auf das Handy übertragen. „Wir werden zur WM länger übertragen und bessere Qualität bieten“, ist er jedoch überzeugt.
Während es für die 12 WM-Stadien wohl kein Mobile Ticketing geben wird, da die „strengen FIFA-Regularien das nicht erlauben“, so Jacques Kruse Brandão, Geschäftsführer der Hamburger Matrix Solutions, setzt dieser deshalb auf „B-Veranstaltungen zur Fußball-Weltmeisterschaft.“ Gemeint sind die vielen öffentlichen Übertragungsstätten mit Großbildleinwänden. „In rund 20 000 Städten und Gemeinden werden zusätzliche Übertragungen der WM stattfinden“, so Kruse Brandão. Dafür entwickelt er seit dreieinhalb Jahren mit einem 13-köpfigen Team eine mobile Ticketlösung, die in den Drehsperren installiert ist und Codes von elektronischen Displays auslesen kann. „Rund 70 % aller Handys, die eine Picture-SMS darstellen können, kommen dafür in Frage“, erklärt er.
Ebenso in der Schwebe sind noch die Pay-TV-Rechte an der Fußball-WM 2006. Spanien hat bisher weltweit als einziges Land Rechte für das Pay-TV gekauft. Der Pay-TV-Sender Premiere verhandelt noch über einige der wenigen verbleibenden Spiele. „Wir beobachten die Entwicklung bei mobilem TV und Fußball sehr genau“, sagt Friedrich-Carl Wachs, Leiter Strategie und Unternehmensentwicklung bei Premiere. Auch wenn die Verbreitung von Schüsselszenen eine Minute nach dem Tor über MMS „absolut unerwünscht ist“, sei T-Mobile durch die MMS-Verbreitung der Bundesliga noch nicht bedrohlich. „Der Unterschied in der Qualität ist derzeit einfach noch zu gravierend“, so Wachs. NIKOLA WOHLLAIB

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