Medien 19.01.2007, 19:26 Uhr

Die USA sehen hochaufgelöst fern  

Hochauflösende Fernsehgeräte (High Definition TV: HDTV). Und zwar voll hochauflösende Displays mit 1080 Bildzeilen. Andere HDTV-Geräte spielten auf der CES keine Rolle mehr.

Mehr als die Hälfte aller US-Bürger haben bereits hochauflösende Fernsehgeräte (HDTV) zu Hause. Genauer gesagt sind es 55 %, meldeten die Marktforscher von Displaysearch rechtzeitig zur Consumer Electronics Show CES, dem jährlichen Branchenhöhepunkt der Unterhaltungselektronik in den USA. Der Rest will schon bald darauf wechseln.

Technologisch kämpfen in den USA die Vertreter der Plasma- und LCD–Technologie erbittert um den Führungsanspruch. Gegenwärtig gibt es einen Vorteil für LCD: Nach einer Studie der Consumer Electronics Association sind 53 % der Flachbildfernseher in den US-Haushalten LCD-Geräte, 23 % Plasmafernseher die übrigen kennen ihren Gerätetyp nicht. 32 % der Befragten wollen sich als Nächstes eher ein Plasmagerät kaufen, 30 % einen LCD.

Die Marktsituation wird durch den rapiden Preissturz zusätzlich verschärft. Seit 2005 ist laut Displaysearch der Preis pro cm2 LCD-Flachbildschirm im Schnitt um 25 %/Jahr gefallen, im Bereich der Plasmageräte sogar um 30 %/Jahr.

Folglich gab es auf der CES aus beiden Lagern kämpferische Ankündigungen, was die beste Technik für die Darstellung von High-Definition-Inhalten (HD) ist. „Plasma hat nach wie vor die beste HD-Bildqualität, eignet sich besser für die Darstellung von schnellen Bewegungen, hat mehr Farbbrillanz, einen breiteren Blickwinkel und eine unübertroffene Lebenserwartung von 27 Jahren“, schwärmt Atsuya Mahita von Panasonic.

Panasonics Muttergesellschaft Matsushita geht davon aus, dass der Bedarf an Plasmabildschirmen weiterhin kräftig ansteigen wird. Deshalb wird das Unternehmen die weltweit größte Plasma-TV-Produktionsstätte in Amagasaki, Japan, aufbauen. Mit einer Investition von 280 Mrd. Yen (rund 1,8 Mrd. €) sollen in drei Jahren jährlich 1 Mio. Plasmadisplays mit 42 Zoll Bilddiagonale vom Band laufen. Warum ausgerechnet 42 Zoll? „Die Qualität von 1080p wird erst ab 42 Zoll deutlich“, so Atsuya Mahita.

„1080p“ steht für hochauflösende Displays mit 1080 Zeilen und so genantem progressivem Scanning. Dabei erfolgt die Darstellung auf dem Bildschirm ohne Zeilensprung als Vollbild.

Das japanische Unternehmen Sharp setzt im Gegensatz zu Panasonic ausschließlich auf LCD-Fernseher: „LCD wird bis Ende 2007 Plasma abgehängt haben“, ist sich US-Marketing-Chef Bob Scaglione sicher.

Als Beispiel dafür zeigte Sharp auf der CES ein LCD-TV-Gerät für professionelle Einsatzzwecke, etwa im Rundfunkbereich: 1 000 000:1 gibt Sharp als Kontrastverhältnis an. Kostenpunkt: Gerüchte besagen zwischen 70 000 $ und 100 000 €. Ein gutes HDTV-LCD-Gerät erreicht heute mit dynamischer Kontrastverstärkung ein Verhältnis von 10 000:1.

Auch Sharp fokussiert sich auf große LCD-Bildschirme ab 40 Zoll und zeigte auf der CES sogar den weltgrößten LCD-Bildschirm mit 108 Zoll Bilddiagonale.

Sharp setzt bei seiner LCD-Strategie auch auf neue, zusätzliche Technologien. Hierzu wurde das Branding „Aquos“ für die LCD-Fernseher auf ein „Aquos“-Netzwerk erweitert, das für den Informationsaustausch zwischen TV, PC, Kamera und anderen digitalen Geräten steht.

Auch Pioneer setzt auf Plasma. So stellte das Unternehmen eine neue Plasmatechnologie vor, die nach eigenen Angaben, „den Markt für Flachbildfernseher revolutionieren soll“. Der Aufbau der Displays wurde mit einem neuen Farbfilter, einem neue Panel und viel eigener Elektronik vollständig überarbeitet. Das soll den Streulichteffekt verringern und ein besseres Hell-Dunkel-Verhältnis ergeben.

„Unsere Strategie ist darauf ausgerichtet, Plasma als den klaren Favoriten auf dem Markt für Flachbildfernseher zu etablieren“, sagt Ken Shioda, Marketing-Manager bei Pioneer. Auch Pioneer sieht die Differenzierung in Zukunft nicht über Zoll und Pixel, sondern über Design und Zusatzangebote.

Ruhig ging es dagegen auf der Messe bei den Protagonisten der so genannten SED-Technik zu. SED steht für Surface-conduction Electron-emitter Display. SED ermöglicht Bildschirme, die flach sind wie LCDs, aber wie eine Bildröhre funktionieren. Das bringt unter anderem hohe Kontraste und eine sehr gute Darstellung bewegter Bilder.

Während Toshiba noch im letzten Jahr einen Sonderstand für seine SED-Technik hatte, gab es diesmal SED auf der CES nur hinter verschlossenen Türen. „Wir bringen im Herbst 2007 ein SED-Produkt auf den Markt, aber es wird sehr teuer, wir sehen SED nur als Nischenprodukt, das LCD und Plasma nicht ersetzen kann“, sagte der Vorsitzende von Toshiba, Atsutoshi Nishida.

Der Grund dafür wurde wenige Tage nach der Messe klar, als Toshiba seinen Ausstieg aus dem SED-Joint-Venture mit Canon bekannt gab und die weiteren Aktivitäten Canon überlässt. Hintergrund dafür sind Patentstreitigkeiten mit dem texanischen Unternehmen Nano-Proprietery, das wichtige Patente an der SED-Technik hält.

KATHARINA GUDERIAN

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