Medien 21.12.2007, 19:32 Uhr

„Die Geschichten müssen einfacher erzählt werden“  

1 auf Handydisplays übertragen. Das weiß Manfred Neumann ganz genau. „Die Formate werden kürzer sein. Fünf Minuten sind realistisch“, erklärt der Leiter mobile Dienste bei der ProSiebenSat1-Tochter SevenOne Intermedia und Leiter Mobile TV bei SevenSenses. Das Medienhaus will im nächsten Jahr eigene Formate für Handys bringen. Dazu müssen Filme anders gedreht werden, Geschichten einfacher und weniger facettenreich erzählt werden.

Neumann: Ja, da man TV-Inhalte und Serien nicht 1:1 auf das Handy übertragen kann. Das Nutzungsverhalten sowie die Ansprüche an einen kleinen Handybildschirm sind einfach andere. Momentan ist es wichtig, dass wir die Kunden erst einmal an das Produktversprechen „Fernsehen auf dem Handy“ heranführen. Dabei übertragen wir derzeit Inhalte auf das Handy, die die Nutzer aus dem klassischen Medium Fernsehen kennen. In Zukunft werden wir eigene Formate für diese Endgeräte machen. Schließlich ist das ein neues Medium, da muss es auch etwas Neues geben.

VDI nachrichten: Wie könnte Neues aussehen?

Neumann: Die Formate werden kürzer sein. Fünf Minuten sind realistisch. Wir werden auf jeden Fall im nächsten Jahr zwei bis drei neue Formate zum Thema Handy-TV an den Start bringen.

Als Medienhaus haben wir die Möglichkeit, Bewegtbild auf drei Bildschirme zu bringen: auf den großen für TV, den PC-Monitor für Online und den kleinen Bildschirm mobiler Endgeräte. Es macht Sinn, für alle drei Bildschirme Inhalte zu produzieren.

VDI nachrichten: Wie verändert sich die Produktion für die kleinen Displays?

Neumann: Die Geschichten müssen einfacher erzählt werden, sie dürfen nicht so facettenreich sein. Zudem muss man anders drehen, zum Beispiel sollten keine schnellen Schnitte vorhanden sein, da man ihnen auf einem kleinen Bildschirm nicht gut folgen kann.

VDI nachrichten: Wann gucken Menschen Handy-TV?

Neumann: Studien zeigen, dass sich Nutzer beim Warten an der Bushaltestelle News oder das Wetter ansehen. Ich denke aber, dass Menschen vorwiegend Handy-TV nutzen, um sich unterhalten zu lassen.

VDI nachrichten: Also doch nicht abends vor dem Einschlafen im Bett?

Neumann: Doch, durchaus. Das kam auch bei Untersuchungen heraus. Beispielsweise will vielleicht die Ehefrau keinen großen Fernseher im Schlafzimmer haben, der Mann kann dann sein Handy als Fernseher nutzen. Die Menschen schauen also nicht nur draußen, sondern sehr wohl auch drinnen. Das heißt, beim Netzaufbau muss man genau auf so etwas achten. Die Versorgung in Gebäuden und Häusern durch das DVB-H-Netz muss sehr gut sein.

VDI nachrichten: Gibt es konkretere Zahlen über die Nutzung?

Neumann: Zahlen können wir nicht nennen, aber die Zielgruppe ist momentan eher männlich, eher technikaffin und mit 25 bis 35 Jahren nicht ganz so jung, was durchaus an den Preisen für die UMTS-Nutzung liegen könnte. Die jüngeren Zielgruppen werden 2008 nachziehen, weil es dann auch entsprechende Tarifmodelle gibt. Die Entwicklung bei den Angeboten für Datentarife mit Flatrates ist ganz positiv zu bewerten, wenn man sie noch mit denen von vor einem Jahr vergleicht.

VDI nachrichten: Wie viel haben Sie denn bisher in ihre Mobile-TV-Angebote investiert und wie viel kommt da noch?

Neumann: Hier haben wir hauptsächlich in das Thema Lizenzen investiert, zusätzlich in Mitarbeiter und Technik. Wir beliefern in Deutschland drei Mobilfunkunternehmen, die alle unterschiedliche Anforderungen haben, was das Videoformat, die Häufigkeit der Belieferung oder aber das Paketieren mit oder ohne Metadaten betrifft. Die Mobilfunkunternehmen machen die Anpassung an die Endgeräte selbst. Im nächsten Schritt werden wir vor allem in die Formaterstellung investieren.

VDI nachrichten: Wie sehen Sie denn die Chancen, dass DVB-H mit allen Beteiligten hier zum Fliegen kommt?

Neumann: Bei DVB-H sind sehr viele Köche beteiligt. Zudem ist das Thema mit einem sehr großen Zeitdruck verbunden. Jeder muss jetzt mitspielen, um Handy-Fernsehen über DVB-H an den Start zu bringen.

VDI nachrichten: Stichwort: mobiles Internet – verhalten sich die Nutzer online und mobil gleich?

Neumann: Teils, teils. Es gibt Nutzer, die etwa nur mobil Videos hochladen, niemals online. Das ist jedoch noch eine kleine Gruppe. Im September haben wir die Hunderttausender-Marke für Video-Downloads auf „MyVideo Mobile“ geknackt – das ist für ein mobiles Portal, das erst im März 2007 gestartet ist, ausgezeichnet.

VDI nachrichten: Filtern Sie diese Videos oder macht das O2 oder E-Plus mit Software?

Neumann: Der Selbstreinigungseffekt unter den Nutzern funktioniert sehr gut. Zum Beispiel wird in der Community Gewaltverherrlichung nicht geduldet. Sobald unsere User solche Inhalte melden, werden sie umgehend gelöscht.

VDI nachrichten: Verdienen Sie denn schon Geld mit Ihren Angeboten zu mobilem Internet?

Neumann: Ja, vor kurzem haben wir mit der YOC AG die Vermarktung angeschoben und vermarkten die Werbeumfelder unserer sechs mobilen Portale. Wir werden zudem im Bereich „social networking“ noch einiges machen sowie im Bereich Spiele für das Handy. Dann haben wir ein breites Portfolio mit einer ausreichenden Reichweite für die Vermarktung.

VDI nachrichten: Wie schätzen Sie Deutschland im Bereich Erstellung von Inhalten für Handys ein?

Neumann: Sehr gut. Europa und Deutschland müssen sich vor Asien und vor allem vor den USA nicht ver- stecken. NIKOLA WOHLLAIB/RB

Von Nikola Wohllaib/Regine Bönsch
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