Ifra Expo in Wien 21.10.2011, 12:05 Uhr

Deutsche Zeitungsbranche gibt sich zuversichtlich

Die internationale Zeitungsbranche und ihre von deutschen Herstellern maßgeblich geprägte Zuliefererindustrie zeigten sich auf dem alljährlichen Branchentreffpunkt, der Ifra Expo in Wien, zuversichtlich. Die Anlagenbauer melden positive Markteffekte – vor allem aus Deutschland. Der Hype bei den Tablet-PCs und den mobilen Anwendungen für Zeitungen, der die letzte Messe im Jahr 2010 geprägt hatte, klingt ab. Heute sind die digitalen Medien bei den Zeitungsverlagen ins tägliche Geschäft integriert.

Von einem Hype durch iPad & Co. war auf der Zeitungsfachmesse Ifra Expo letzte Woche in Wien nicht mehr viel zu spüren. Die Aussteller präsentierten sich unaufgeregt und zuversichtlich. Onlinelösungen und die Tageszeitung auf dem iPad gehören dazu, als wäre es immer so gewesen.

Zwar sind sich die Verlage einig darin, dass lukrative Geschäftsmodelle für die Bereitstellung von Onlineinhalten dringend erforderlich sind, jedoch geht es den Zeitungen in Deutschland trotz der digitalen Einflüsse überraschend gut. „Wir verzeichnen derzeit im Vergleich zu Wachstumsländern wie Indien und China eine deutlich starke Nachfrage bei Zeitungen in Deutschland“, erklärte Gerd Finkbeiner, Vorstandschef des Zeitungsrotationsherstellers Manroland, auf der Messe.

Trotz stagnierender Umsätze in der Zeitungsbranche sind viele Titel noch hochprofitabel

Eine grundlegende Änderung der wirtschaftlichen Situation der Zeitungsbranche hat es jedoch in den letzten zwölf Monaten nicht gegeben: Auf der einen Seite stagnieren bei vielen Titeln die Umsätze und Leserzahlen, auf der anderen Seite sind aber viele Zeitungen immer noch hochprofitabel und Verlage, die sich auf crossmediales Produzieren eingelassen haben, profitieren durchaus von den neuen Medien.

Den Markt für Zeitungsmaschinen teilen sich die beiden deutschen Hersteller Manroland und Koenig & Bauer (KBA). Mit einem Anteil von 46 % konnte KBA seine Position im Vergleich zum Vorjahr verbessern (40 %). Dabei konnte KBA nach eigenen Angaben Marktanteile des US-Konkurrenten Goss übernehmen. Manroland hat rund 34 % Marktanteile, das mittlerweile zum chinesischen Konzern Shanghai Electric gehörende Unternehmen Goss rangiert auf Platz drei mit 8 %. Die restlichen 12 % teilen sich asiatische und indische Hersteller.

Die Prognosen für den Weltmarktbedarf an Zeitungsrotationen sind nach Herstellerangaben erstmals seit 2009 wieder gewachsen. Vorsichtige Schätzungen gehen von 450 bis 500 im Jahr 2013 aus, positive Schätzungen liegen zwischen 500 und 600. Einen positiven Trend erleben die Hersteller zurzeit in Deutschland.

„Was soll ich mich immer wiederholen“, so Finkbeiner, „die Situation am Markt und in der Branche hat sich nicht wirklich viel verändert.“ Dennoch: Der September sei für Manroland bei den Auftragseingängen einer der besten Monate seit Langem gewesen. Der Augsburger Zeitungsdruckmaschinenhersteller präsentierte eine neue Coldset-Rotation mit dem Namen „Colorman e:line“.

Das System kommt mit einem neuen Maschinendesign daher und soll die Manroland-„one-touch“-Philosophie zur Reife bringen. Zum vollautomatischen Konzept gehören Features, die im Drucksaal effizient, schnell und einfach produzieren. Das „Drucken auf Knopfdruck“ soll mit der neuen Maschine Realität werden. Einen ersten Kunden für die Colorman e:line konnte man in Wien bereits präsentieren: Die Allgäuer Zeitungsverlag GmbH wird mit der Maschine im Oktober 2012 an den Start gehen.

Energieeffizienz in der Zeitungsbranche: Zeitungsdruckereien stehen unter Zugzwang

Großes Thema bei Manroland bleibt nach wie vor die Automatisierung von Prozessen. Einige Zeitungsdruckereien nutzen einen vollautomatischen Plattentransport sowie die automatische Plattenzuführung an den Druckwerken. Effizienz und Kosteneinsparungen sind die Faktoren, die auch die Dienstleister fordern, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Da aber nicht jede Druckerei in eine komplett neue Maschine investieren kann, geht Manroland konsequent in Richtung von Maschinen-Updates. Unter dem Label „pressupdate“ bietet der Hersteller verschiedene Upgrades für bestehende Maschinen. Dies scheinen insbesondere internationale Druckereien in Anspruch zu nehmen.

KBA kam mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Claus Bolza-Schünemann zur Ifra Expo. Das familiengeführte Unternehmen konnte jüngst drei Commander CT-Rotationen in Deutschland verkaufen. In Dubai konnte man laut eigenen Angaben die bisher größte Cortina-Hybridmaschine verkaufen. Die Installation und Inbetriebnahme laufen bei Gulf News Dubai derzeit auf Hochtouren. Ebenso seien eine 80-Seiten-Rotation Commander CL für den Zeitungsverlag Oberbayern und eine 48-Seiten-Rotation für das Oberbayrische Volksblatt Rosenheim verkauft worden.

Automatisierung und Effizienz haben auch bei KBA höchste Priorität. Neu vorgestellt wurde ein Coldset-Lackwerk als Veredelungsmodul für Zeitungen. Pionieranwender ist Freiburger Druck.

Offsetdruck sucht Kooperation mit Digitaldruck

Bei all den laufenden und anstehenden Neuinstallationen verlieren die Maschinenbauer nicht den Blick für neue Technologien. Alle Hersteller von traditionellen Offsetdruckmaschinen suchen die Kooperation mit einem Partner aus dem Digitaldruck. Das gilt für die Hersteller aus Deutschland wie auch für die japanischen Maschinenbauer Komori und Ryobi oder Goss/Shanghai Electric aus China.

Manroland kooperiert mit Océ, die insbesondere eine Lösung für den digitalen Zeitungsdruck haben. KBA arbeitet an der Entwicklung einer eigenen Digitaldruckmaschine gemeinsam mit R.R. Donnelly. Sie soll für den kommerziellen Druck im höheren Marktsegment eingesetzt werden. Den Prototyp will man auf der Drupa im kommenden Jahr zeigen. Ohne einen Link zu digitalen Drucktechnologien wird keiner der Maschinenbauer in die Zukunft gehen – die Kombination aus zwei Welten, das ist die Zukunft.

Von Andrea Köhn

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