Sie kommen alle drei aus Franken 05.09.2003, 18:26 Uhr

Deutsche TV-Hersteller: „Technik made in Frankenland“

die deutschen Produzenten von Fernsehgeräten. Während sich der insolvente Grundig- Konzern auf der IFA auch potenziellen Käufern präsentierte, haben sich Loewe und Metz erfolgreich mit hochwertigen TV-Geräten etabliert. Aller Konkurrenz aus Fernost zum Trotz.

Wenn früher der Insolvenzverwalter kam, dann hatte das nichts Gutes zu bedeuten. Heute tritt er vor Vorständen auf Pressekonferenzen auf – so geschehen auf der Internationalen Funkausstellung bei der Firma Grundig.
„Grundig tritt in Berlin an, um Handel, Endverbraucher und auch die Wettbewerber von seiner Leistungskraft zu überzeugen“, erklärte Rechtsanwalt Siegfried Beck letzte Woche und wirkte überzeugend. Die erste kritische Phase des Insolvenzantrags sei überstanden, man befinde sich in der Restrukturierungsphase. Für alle Teilbereiche – von TV-Geräten über Autoradios bis hin zu Satellitensystemen und Geschäftskunden – sind die Nürnberger mit mehreren Investoren im Gespräch.
Denn eins steht fest: Die Firma Grundig lässt sich anscheinend nicht im Ganzen verkaufen. „Die Marke, der volkswirtschaftliche Wert und die Kernkompetenzen sollen erhalten bleiben“, betont Beck. Wie das beim stückchenweisen Verkauf passieren soll, bleibt unklar. Gerüchten zufolge soll z.?B. der Elektronikhändler Medion, Lieferant von Aldi-PCs, ausschließlich am Markennamen Grundig interessiert. Wer wachen Auges über die Messe lief, konnte bereits eine Trennung erkennen. Die Car Intermedia Systems, die u.?a. zurzeit in Portugal Onboard-Units für die Lkw-Maut fertigt, präsentierte sich an einem gesonderten Stand.
„Auch in schwierigen Zeiten haben Entwickler und Techniker die Basis für unsere Zukunft gelegt“, bedankt sich Grundig-Chef Werner Saalfrank. Unter dem Motto „Gehen Sie ins Kino – bleiben sie zu Hause“ präsentierten die Nürnberger neue DVD-Player und flache Fernsehgeräte in LCD- und Plasma-Technik. Eines der Highlights: das HiFi Microsystem mit Magic Fidelity, einer von Grundig entwickelten Soundtechnik. Man darf gespannt sein, in wessen Portfolio künftig diese Produkte auftauchen.
Hierzulande verlief für fast alle TV-Hersteller das Geschäft mit Fernsehern Weihnachten 2002, aber auch im ersten Halbjahr 2003 katastrophal. „Die polititschen Reformen haben Verbraucher verunsichert“, so Loewe-Chef Rainer Hecker, dessen Unternehmen Umsatzeinbrüche bis zu 25 % verzeichnete.
Entlassen wurde deshalb in Kronach niemand. Die Belegschaft arbeitet nur noch 29 statt 35 Stunden – ohne Lohnausgleich. Jetzt warten 1200 Loewe-Mitarbeiter auf bessere Zeiten. Hecker: „Die Lager der Händler sind geräumt, wir hoffen auf Weihnachten.“
IFA-Neuheiten wie die kleinen Mimo-LCD-TVs, die sich bunt designt auf Stativen präsentierten, stimmten zuversichtlich. Mittlerweile exportiert Loewe 50 % aller Geräte in 50 Länder weltweit. Kein Wunder, dass Hecker auch den größten Markt im Ausland wittert. Die Kronacher konzentrieren sich auf Hightech und Design – ergänzt durch internationale Partner wie Bose bei Lautsprechern, Sharp bei LCD-Bildschirmen und Fujitsu-Siemens bei der Kombination von TV und PC.
Einfache Komponenten werden immer weniger in Kronach gefertigt, dafür hat sich die Firma immer mehr zu einer Softwareschmiede gemausert. Das gilt z.?B. für die Scaler-Technik, einer Software, die verschiedene Eingangssignale verarbeiten kann. „Damit sind wir nicht auf Technik angewiesen, die klassisch aus Fernost kommt“, so Cheftechniker Gerhard Schaas stolz.
Stolz ist auch Metz-Chef Rudolf Pschor – auf eine Tradition von 65 Jahren, auf 830 Mitarbeiter, flache Hierarchien, die Produktion in Zirndorf bei Nürnberg und das große Ansehen beim Fachhandel. Letzteres konnte ebenso wie Patente auf die 100-Hz-Technik Schlimmeres verhindern. „Wir liegen leicht unter Plan, aber wir sehen eine Trendwende.“ Mit riesigen Umsatzsprüngen rechnet bei dem Familienunternehmen ohnehin niemand. 2003 gibt man sich mit den Umsätzen des Vorjahrs (114 Mio. «) zufrieden.
Fernsehgeräte könne man in Deutschland produzieren, weil der Lohnkostenanteil im Vergleich zu Material- und Overheadkosten gering sei. Komponenten werden natürlich zugekauft flache LC-Displays von Sanyo.
Auch Metz setzt auf hochwertige Fernseher. Über eine Modultechnik können sie für neueste TV-Techniken und Anwendungen präpariert werden – ganz nach Bedarf. Highlight 2003: Ein integrierbarer TV-Rekorder mit Festplatte, Aufnahmekapazität bis zu 200 h. Zeitversetztes Fernsehen und Aufnehmen einer anderen Sendung sind hier gleichzeitig möglich.
Grund genug für Pschor sich zu freuen, wie das vielleicht nur ein deutscher Mittelständler kann: „Das ist Technik made in Frankenland.“ R. BÖNSCH

Von R. Bönsch

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