Smart Home auf der IFA 17.08.2012, 11:00 Uhr

Der Second Screen zieht ins Wohnzimmer ein

Zum Fernsehabend das Notebook oder den Tablet-PC mit auf die Couch nehmen und parallel im Internet surfen – immer mehr Zuschauer nutzen inzwischen regelmäßig den sogenannten Second Screen. Programmlieferanten und Infrastrukturbetreiber stellen sich auf diesen Trend ein und zeigen auf der Messe IFA in Berlin ihre neuen Entwicklungen.

Gewinnt an Bedeutung: Tablets werden immer selbstverständlicher genutzt.

Gewinnt an Bedeutung: Tablets werden immer selbstverständlicher genutzt.

Foto: Loewe

Nicht nur der morgendliche Kaffee, auch das Fernsehprogramm lässt sich immer einfacher „to go“ bestellen. Der Bezahlsender Sky schickt längst zahlreiche Angebote via „Sky Go“ auf Tablets und Smartphones. Auch die Deutsche Telekom entwickelt eine neue Medienplattform als „Entertain to go“. Die Bildschirme von Smartphone und Tablet machen als „Second Screen“ dem Fernsehbildschirm zunehmend Konkurrenz.

Dabei sind die Entertain-Programme aus rechtlichen Gründen vorerst nur via WLAN in der heimischen Wohnstube der Abonnenten zu empfangen. Doch beide Unternehmen wollen ihrer mobilen Kundschaft künftig auch gesonderte Bestellmöglichkeiten anbieten. „Wir haben dafür noch kein festes Timing, aber es wird separate Abos geben“, bestätigt ein Sprecher von Sky Deutschland.

Zuschauer nutzen Second Screen für Zusatz-Infos zum Fernsehprogramm

Der Bedarf scheint zu wachsen. So hat die Darmstädter Unternehmensberatung Anywab in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass 84 % der befragten Internetnutzer von 14 bis 49 Jahren gelegentlich parallel TV-Sendungen sehen und im Netz unterwegs sind. Knapp die Hälfte der Onliner (49 %) verwendet den zweiten Bildschirm, um Informationen abzurufen, die in Bezug zum aktuell genutzten Fernsehprogramm stehen.

Die Branchenverbände rufen passend zur kommenden Messe IFA (Berlin, 32. August bis 5. September) den neuen Trend aus. „Multiscreen wird Standard“, erklärte Michael Schidlack, Bitkom-Bereichsleiter Consumer Electronics und Digital Home, bei einer Preview in München. Und die TV-Plattform zog auf ihrem jüngsten Symposium das Fazit, der Second Screen werde die Nutzung des Fernsehers beflügeln.

Den Zuschauern würde der zweite Bildschirm einen klaren Mehrwert durch weiterführende Informationen, bequeme Interaktion und Social TV bieten, so der Tenor der Experten. Oliver Lewis, Vice President Strategy bei Sky Deutschland, demonstrierte beispielsweise, mit welchen neuen Features das Angebot Sky Go seit Kurzem auf dem iPad aufwartet. So kann der Zuschauer via Klick Kommentare in die Community schicken oder Tweets zur aktuellen Sendung verfassen. Einfache Bedienoberflächen machen iPad oder iPhone außerdem zur Fernbedienung.

App macht Herzschlag von Fernseh-Stars auf dem Second Screen sichtbar

Zwar ist die Werbewirtschaft derzeit noch mehr als zurückhaltend bei der Einbindung der zusätzlichen Bildschirme, doch es gibt schon Erfolgsbeispiele. Dazu zählt etwa die Kampagne für das neue Alfa-Romeo-Modell Giulietta, in der das Sponsoring der Gesangsshow „X-Factor“ beim TV-Sender Vox eine wichtige Rolle spielte. Allein die begleitende App zur Show wurde in der letzten Staffel 250 000-mal heruntergeladen, die User konnten sich mit ihren Stars während der Livesendungen online unterhalten und mit einer „Heartbeat-Anzeige“ den Herzschlag der Kandidaten mitverfolgen.

So banal diese Funktion vielleicht klingen mag – genau diese Interaktion habe die Erinnerung an die Marke und das Modell bei den beteiligten Zuschauern erhöht, erklärt Lars-Eric Mann, Manager beim zuständigen Vermarkter IP Deutschland.

Satellitenfernsehen in Zukunft auch auf dem Tablet möglich

Selbst Satellitenbetreiber SES und Tochtergesellschaft Astra Deutschland wollen das Fernsehen jetzt für die parallele Nutzung der TV-Kanäle auf Tablet & Co. bringen. In Berlin, München und Hamburg wurde der neue Standard „Sat IP“ vorgestellt, den SES gemeinsam mit anderen Partnern entwickelt hat.

„Sat-IP ermöglicht Satellitenfernsehen auch auf Geräten ohne integrierten Sat-Empfänger wie Tablets oder Smartphones – und das über jede vorhandene IP-Infrastruktur“, erklärt Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer der Astra Deutschland. Sat-IP soll als offener, herstellerunabhängiger europäischer Standard etabliert werden. Über neue IP-Konverterboxen, die als Server fungieren, sollen bis zu vier verschiedene TV-Kanäle gleichzeitig an vier verschiedene webfähige Endgeräte übertragen werden können.

Für Christian P. Illek, Geschäftsführer Marketing Telekom Deutschland, ist Entertain to go ein „neues Fernseherlebnis“. Doch eine große Herausforderung wartet noch: die Lizenzierung und der Schutz der Inhalte. „Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit zahlreichen TV-Sendern. Jedoch verfügen die Sender nicht für alle Filme und Serien über entsprechende Rechte für alle Endgeräte beziehungsweise Übertragungswege“, so Illek.

Eine wichtige Kooperation hat gerade Sky Deutschland abgeschlossen, das Unternehmen darf Kinoerfolge der Sony Pictures Television künftig auch auf Geräten wie iPhone, Xbox 360 oder iPad verbreiten. Um den Schutz solch hochwertiger Inhalte auch im mobilen Bereich zu gewährleisten und die Zugriffsrechte zu verwalten, setzt z. B. BSkyB „Videoguard Connect“ von NDS ein. Mit dieser Lösung können Pay-TV-Betreiber die Inhalte sicher auch über das offene Internet an die Endgeräte verteilen – ohne dass der Zuschauer etwas von der Technik im Hintergrund mitbekommt.

Von Simone Fasse

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