Medien 24.12.1999, 17:23 Uhr

Der Plattenladen ist das Internet

Als Übertragungsformat für Musik aus dem Internet ist MP3 kaum noch wegzudenken. Zwar gibt es inzwischen bereits eine ganze Flut von MP3-Playern per Chipkarte, doch stehen deren hohe Preise einem durchschlagenden Erfolg der Player bislang entgegen. Dennoch läuten die kleinen Geräte wohl eine neue Ära in der Musikspeicherung ein.

Musik aus dem Chip – ein faszinierender Gedanke. Anstatt auf bewegliche Disks wird die Musik in ICs gespeichert. Es gibt keinen Verschleiß. Aussetzer beim Joggen sind passé. Die Musik dafür kommt aus dem Internet, einfach runterladen und übertragen – fertig ist der Musikgenuss.
Doch die Sache kann teuer werden. So vergehen für eine 60-min-CD an reiner Ladezeit schon mal vier Stunden, was bei den heutigen Preisen etwa mit 12 DM zu Buche schlägt. Hinzu kommt die Zeit für das Suchen und die Vorbereitung. Die Kosten für eine Chipkarte mit etwa 200 DM bei 33 min Spieldauer sind noch viel zu hoch. Im Vergleich dazu kostet eine Minidisk für 74 min Musik gerade mal 4 DM.
Wenn Sie dennoch heute schon die Technik von morgen einsetzen möchten, dann werden Sie vielleicht bei einem der fünf MP3-Player fündig, die das AudioPC-Labor getestet hat. Dabei handelt es sich um Geräte, die in Deutschland erhältlich sind und für die auch ein Service geboten wird. Eine Ausnahme macht der MPGenie von Cybercomp, der nur über das Internet zu beziehen ist.
Die Pferdefüße der MP3-Technik könnten bald der Vergangenheit angehören. Der Preisverfall für Chipkarten und Online-Zeit ist vorprogrammiert. Durch einen schnelleren Datentransfer im Internet könnte sich die Ladezeit drastisch verkürzen. Die Schallplattenfirmen sind gerade dabei, ihre Musik im Internet zu vermarkten. Wenn erst einmal – gegen Bezahlung versteht sich – ein repräsentatives Angebot im Netz zur Verfügung steht, avanciert der MP3-Player vielleicht zum großen Hit.
Um einem MP3-Player Töne entlocken zu können, muss die Musik auf der Festplatte des PC vorhanden sein. Das kann durch das Herunterladen aus dem Internet genauso erfolgen wie durch das Überspielen von CDs per CD-Rom-Laufwerk. Während die Musikdaten aus dem Netz bereits als MP3-Files ausgelegt sind, müssen die CD-Titel erst noch vom Windows-üblichen Wave-Format ins MP3-Format umgewandelt – encodiert – werden. Dafür sind spezielle Encoder erforderlich.
Danach erfolgt die Übertragung auf den Player. Dafür wird spezielle Software mitgeliefert, die im Prinzip wie der Windows-Explorer arbeitet. Die MP3-Files werden einfach mit der Maus vom Festplatten-Fenster des PC in das Speicherfenster des MP3-Players gezogen.
Unterschiede gibt es hier allerdings in der Übertragungsart, denn während sich der Cybercomp, Diamond Rio PMP300 und Schneider der Parallel-Schnittstelle bedienen, akzeptiert der Pontis-Player die Daten nur über den seriellen Anschluss. Dadurch dauert die Übertragung von 30 min Musik 48 min – im Vergleich zu etwa 2 min bis 3 min bei Diamond und Schneider. Zwar liefert Pontis ein Zusatzgerät für das schnellere Laden der Speicherchips, doch dafür gilt es noch einmal 89 DM extra zu berappen.
Ein weiterer Nachteil des Pontis-Players: Er erlaubt stets nur das Laden des jeweils gesamten Speicherinhalts, während bei den Konkurrenten auch Einzeltitel beliebig gelöscht, in ihrer Reihenfolge geändert und hinzugefügt werden können. Das Löschen dauert hier nur etwa 1 s. Dafür lässt sich der Pontis sich auch mit einem MacIntosh-PC verwenden. Das gilt auch für den Rio 500 von Diamond. Er bedient sich als einziger der schnellen und unkomplizierten USB-Schnittstelle. Damit dauert der Transfer für eine halbe Stunde Musik nur noch 1 min.
Im Vergleich zur Diskette ist die Kapazität eines 32-MByte-Speichers 22-mal so groß: In den Rio PMP300 von Diamond und in das Schneidergerät sind bereits solche Speicher fest eingebaut. Durch „Flash Media Cards“ lässt sich die Kapazität noch einmal um maximal 32 MByte erweitern. Allerdings kostet eine solche Karte derzeit etwa 200 DM. Der Pontis-Player enthält keinen festen Speicher, bietet aber zwei Slots für die etwas kleinere „MultimediaCard“. Zum Lieferumfang gehört eine 16-MByte-Karte. Als Extra reißt sie ein Loch von rund 100 DM in die Haushaltskasse. Ab Februar 2000 gibt es eine 32-MByte-Ausführung für knapp 170 DM.
Erscheinen die Preise von 550 DM für den MPGenie und Diamonds Rio 500 vergleichsweise hoch, enthalten diese aber 64-MB-Speicher für etwa eine Stunde Spielzeit. Dies gilt – wie auch die Angaben über die Transferzeit – für die auch im Internet übliche Datenrate von 128 kbit/s, die eine sehr gute Klangqualität etwas unter der CD erlaubt.
Die Player von Cybercomp, Diamond und Schneider ziehen ihre Energie aus einer Batterie. Der Pontis benötigt zwei, dafür bietet er auch die größte Lautstärke. Ein Batteriesatz reicht etwa für zehn Stunden bis zwölf Stunden. Die Geräte von Pontis und Schneider lassen sich an ein extra zu kaufendes Netzteil anschließen, beim Cybercomp ist es serienmäßig.
Klanglich liegen alle Testkandidaten auf erstaunlich hohem Niveau. Am besten schneidet der Pontis ab, durch die zu lange Musik-Ladezeit konnte er aber nicht Testsieger werden. Der Rio PMP-300 ist zwar in der Höhenwiedergabe nicht ganz optimal, doch lässt sich die durch den Klangschalter in Stellung „Classic“ kompensieren. Wegen seiner exzellenten Handhabung konnte er besonders überzeugen. REINHARD PAPROTKA
MP3 – der Hit in diesem Sommer auf der Internationalen Funkausstellung: Die Abspielgeräte für die Musik aus dem Internet sollen erwartungsgemäß zum Weihnachtsgeschäft die Kassen der Hersteller klingeln lassen.

Von Reinhard Paprotka

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