Medien 14.12.2007, 19:32 Uhr

Das Fernsehgerät mit Ethernetanschluss lässt noch auf sich warten  

VDI nachrichten, Berlin, 14. 12. 07, jdb – Europa gilt inzwischen weltweit in puncto Märkte für Breitbandanschlüsse als sehr wettbewerbsintensiv. Dies betrifft vor allem Angebote, mit denen man telefonieren, mit hoher Bandbreite surfen und gleichzeitig fernsehen kann, im Fachjargon Triple Play genannt. Insbesondere Frankreich und Großbritannien sind laut amerikanischem Beratungsunternehmen Parks Associates Vorzeigemärkte, wenn es darum geht, den Konsumenten zu niedrigen Preisen ausgefeilte Technik in das Wohnzimmer zu liefern und Dienste anzubieten.

Michael Cai staunte nicht schlecht: 27 € sollte er für 24 Stunden Breitbandanschluss im Berliner Hotel Adlon Kempinski zahlen. Das, so der Leiter für die Bereiche Breitband und Spiele des amerikanischen Beratungsunternehmens Parks Associates, sei teuer. „So viel bezahlen derzeit Franzosen monatlich für ein Triple-Play-Angebot mit hoher Bandbreite“, sagte der junge Berater chinesischer Abstammung, ließ sich aber von seinen eigenen Prognosen zu den innovativen europäischen Breitbandmärkten nicht abbringen.

Auf der „Connections Europe“ hat Parks Associates vergangene Woche in Berlin Entwicklungen und Trends rund um den digitalen Haushalt der Zukunft mit Schwerpunkt auf den europäischen Märkten skizziert. Die internationale Fachkonferenz wurde zusammen mit der US-Organisation Consumer Electronics Association (CEA) veranstaltet. Sie vertritt derzeit 1500 Mitglieder aus allen Bereichen der Unterhaltungselektronik und ist Veranstalter der im Januar stattfinden Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas.

Während derzeit Schweden mit einer Breitbanddurchdringung von 30 % der Haushalte die europäische Spitzenposition anführt, erwartet Parks Associates im Jahr 2012, dass dann 70 % aller europäischen Haushalte einen Breitbandanschluss haben werden.

Laut Michael Cai haben inzwischen alle europäischen Anbieter das „Stadium der reinen Bandbreite“ hinter sich gelassen. Bis Ende 2008 gehe es um „Smart Bandwidth“. Darunter versteht der Analyst sowohl mehr Kapazität, um Inhalte wie z. B. Videos ins Internet hochzuladen, als auch mehr Angebote an exklusiven Inhalten zum Herunterladen, aber auch Telefonie über das Internet.

Ab 2008 und danach folgt laut Cai dann das „Smart Home“. Dann sollen Dienste wie „Follow Me-TV“ und damit die Möglichkeit, eine Livesendung an einer bestimmten Stelle zu unterbrechen, um sie z. B. auf einem anderen Gerät in einem anderen Raum weiter anzuschauen, Realität werden. Dazu kommen Gesundheits- und Überwachungsdienste.

Doch solche Zukunftsvisionen für die digitalen Haushalte brauchen nicht nur neue, standardisierte Software. Sie ermöglicht es erst, dass verschiedene Geräte reibungslos miteinander zusammenspielen. Darüber hinaus sind neue Verteiltechnologien im Zuhause vonnöten, die das enorme Datenaufkommen bewältigen und von Gerät zu Gerät und von einem Raum zum anderen bringen.

Laut Andreas Müller-Schubert gibt es hier bereits Fortschritte. So berichtete der Chef für weltweite Lösungen bei Microsoft TV auf der „Connections Europe“, dass sein Unternehmen über die IPTV-Plattform Microsoft Mediaroom bereits die „Follow-Me-TV“-Funktionalität in den USA teste. Darüber hinaus liefere die British Telecom (BT) ihr Triple-Play-Angebot mit sich selbstinstallierenden Settop-Boxen von Philips aus. „Dies erleichtert den Kunden den Zugang zu neuen Diensten enorm“, so Müller-Schubert.

Die Plattform Microsoft Mediaroom, die unter anderem Fernsehen über das Internet ermöglicht, werde derzeit bei 12 Unternehmen weltweit – von der Deutschen Telekom über den britischen Telekommunikationsanbieter BT bis hin zur amerikanischen AT&T und der indischen Reliance – eingesetzt. Dazu kommen Tests bei acht weiteren Kunden. In puncto Verteilmedien prophezeite der Microsoft-TV-Manager den Fernseher mit Ethernetanschluss: „In zwei Jahren kommen erste hochpreisige Modelle auf den Markt, dann brauchen wir keine Settop-Boxen mehr“.

Kurt Scherf, Chef Analyst bei Parks Associates, und viele andere Experten waren sich auf der „Connections Europe“ einig, dass die große Herausforderung der Industrie weiterhin lautet: Wie lässt sich die Lücke zwischen Breitbandanschluss und Fernsehgerät überwinden, wie lassen sich Daten vom Wohnzimmer in alle Räume der Wohnung verteilen?

Dabei sei der Transport der Inhalte auf Ethernetbasis nur eine Möglichkeit. Auch die lange totgesagte Übertragung über das Stromnetz mittels Powerline rückt wieder in den Fokus. Laut Scherf werde dieser Markt jetzt in Europa entschieden. „Störungen von und mit anderen technischen Geräten gehören längst der Vergangenheit an“, sagte Victor Dominguez. Der Leiter Geschäftsentwicklung bei der Powerline-Firma DS2 berichtete, dass British Telecom ihren Kunden Settop-Boxen sowohl mit Ethernetkabelanschluss als auch mit Powerline-Adapter anbiete. „70 % entscheiden sich für Powerline.“ NIKOLA WOHLLAIB

www.connectionseurope.com
www.parksassociates.com

www.ce.org

Plattform Microsoft Mediaroom ist bereits bei 12 Unternehmen im Einsatz

Von Nikola Wohllaib

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