Hörfunk 14.09.2012, 11:52 Uhr

DAB+: Das Auto soll den Durchbruch für das Digitalradio bringen

Vor etwa genau einem Jahr ist das Digitalradio DAB+ in Deutschland gestartet. Von einem Durchbruch auf breiter Ebene kann noch nicht die Rede sein, doch der Wandel in die Digitale geht offenbar besser als erwartet vonstatten. Hoffnungen sind vor allem an den mobilen Empfang geknüpft.

DAB+: Ideal für lange Fahrtstrecken.

DAB+: Ideal für lange Fahrtstrecken.

Foto: Garmin

Offizielle Hörerzahlen weist zwar niemand aus, aber die Hardwarefakten zeigen, dass das Geschäft mit DAB+ langsam an Fahrt aufnimmt: „Wir rechnen für dieses Jahr mit 350 000 verkauften Geräten und für das kommende Jahr mit 500 000“, sagt Roland M. Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Konsumelektronik.

Diese Nutzer können dann sämtliche ARD-Anstalten – mit Ausnahme von Radio Bremen – digital empfangen. Hinzu kommen Nischenprogramme wie das Fußballradio „90 elf“ oder „Klassik Radio“. Die Empfangsstärke ist Tests zufolge auch in ländlichen Gegenden zufriedenstellend und in etwa vergleichbar mit der Netzabdeckung der großen Telekommunikationsprovider.

Bundestag streicht Abschaltdatum für UKW-Radio

Gebremst wird die Verbreitung des neuen Digitalradiostandards indes von zwei Entwicklungen. Erstens stehen wirtschaftliche Interessen im Weg. So hat der Bundestag Ende vergangenen Jahres das bereits beschlossene Abschaltdatum für das UKW-Radio Ende 2015 ersatzlos gestrichen. Anfänglich sollten die UKW-Frequenzzulassungen 2011 durch die Bundesnetzagentur widerrufen werden, der analoge Rundfunk sollte anschließend nur noch zeitlich begrenzt im Rahmen einer Duldung weiterlaufen.

Doch dagegen liefen die privaten Radioanbieter Sturm, die eine Bedrohung ihrer etablierten Position im analogen Rundfunk befürchteten. Derart ist der Markteintritt für DAB+-taugliche Geräte natürlich schwierig, denn wie will man Anwender dazu bringen, in ein neues Radio zu investieren, wenn das „gute alte“ UKW weiterhin sendet und sie dieses mit ihren Bestandsgeräten empfangen können?

Das Internetradio steht dem Digitalradio bislang im Weg

Zweitens verhindern bis dato Internetradios den Durchbruch des neuen digitalen Formats. Mittlerweile gibt es eine große Anzahl von Webradios, die sich sogar an die heimische Stereoanlage anschließen lassen. Auch diese bringen digitalen, rauschfreien Klang, mitunter sogar in der Qualität von 256 kbit/s und sind damit für Hi-Fi-Freaks geeignet.

Eine Chance sehen Experten deshalb vor allem dort für DAB+, wo es mobil wird und vor allem in Autos. „Hier kommen die Stärken des Formats ins Spiel: Von Flensburg bis München kann ich durchgehend meinen Lieblingssender empfangen, kristallklar, ohne Rauschen“, erläutert Christoph Müllers, Pressesprecher des koreanischen Herstellers Icube und langjähriger Branchenkenner. „Das ist vor allem auch nützlich, wenn ich ohne Unterbrechung relevante Verkehrsinformationen empfangen möchte“, so Müllers weiter, dessen Unternehmen Ende des Monats entsprechende Geräte auf dem deutschen Markt anbieten wird.

Unter dem Label „Tivizen“ verkauft Icube einen für das iPhone und iPad passenden Stick (60 €), mit dem sich DAB+ auch mobil empfangen lässt. Ein ähnliches Prinzip verfolgt das Kölner Unternehmen Sonoro audio mit seinem Designradio „GoLondon“. Das an einen Trinkbecher erinnernde portable DAB+-Gerät (149 €) verfügt über eine Anschlussmöglichkeit für MP3-Player oder iPod und soll mittels dem integrierten Akkupack bis zu 12 h lang spielen können.

Auto-Digitalradio mit DAB+ gibt es ab 139 €

Mit 139 € nur unwesentlich tiefer in die Tasche greifen müssen Anwender, die auf ein „echtes“ Autoradio für ihren DAB+-Konsum zurückgreifen möchten. Dafür bekommen sie mit Pioneers DEH-X6500DAB beispielsweise ein reinrassiges Autoradio, inklusive eines CD-Laufwerks und einer USB-Schnittstelle.

Ein Nachteil ist der Wechsel auf DAB+ allerdings für die Besitzer von DAB-Autoradios. Hier hilft nur noch ein Umrüsten auf die neue Technik. Und auch den wenigsten stationären DAB-Geräten verhilft ein Firmware-Update in die digitale Zukunft.

Von Sven Hansel

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