Medien 24.03.2006, 18:43 Uhr

Chefingenieur Scotty sucht Nachfolgerinnen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 24. 3. 06, jdb – „Beam me up, Scotty“ – Raumschiff Enterprise sorgte seinerzeit für einen Run auf das Ingenieurstudium. Dagmar Ludewig, Mitglied des Deutschen Ingenieurinnenbundes (dib) und Verfahrensingenieurin bei der Axxom Software AG, hat sich zusammen mit anderen dib-Mitgliedern an die Rundfunkanstalten gewandt, um das Berufsbild der Ingenieurin durch Kinderfilme, Soaps, Krimis oder Shows in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken.

Ludewig: Es laufen sehr viele Projekte, um den Frauenanteil in den technischen Studiengängen zu erhöhen, aber der Erfolg ist nicht wirklich messbar. Im Grunde stagnieren die Zahlen der Studentinnen, auch der Berufseinsteigerinnen. Deshalb haben wir es uns überlegt, an die Medien heranzutreten.

Ludewig: Ich stelle einfach fest, dass Nichtingenieure keine Vorstellung davon haben, wie viel Spaß es machen kann, an Verfahren zu tüfteln, die ganze Produktion zu organisieren, an technischen Entwicklungen teilzuhaben. Im Grunde arbeitet ja jeder im täglichen Leben mit diesen Techniken, freut sich oder ärgert sich darüber. Wir alle sind davon umgeben, aber die allermeisten haben überhaupt keinen Einblick, wie es dazu kommt.

VDI nachrichten: Und die Leute, die diesen Beruf ausüben, gelten als ölverschmiert und wenig sexy?

Ludewig: Deshalb ist er für Frauen im Grunde noch viel unattraktiver. Von dem Jungen, der einen Leistungskurs Physik macht, gibt es die klassische Vorstellung: Das ist eben ein bestimmter Typ, verschlossen, ein bisschen tüftlerisch¿ Oder die Jungs, die in Computer-AGs arbeiten, sind eher eigenbrötlerisch und interessieren sich ganz doll für technische Sachen, aber nur dafür.

VDI nachrichten: Was könnte die verstärkte Medienpräsenz daran ändern?

Ludewig: Die Menschen stoßen einfach häufiger darauf, dass es ein mögliches Berufsfeld ist. Es würden dann unter Umständen auch verschiedene Einsatzgebiete der Ingenieurinnen gezeigt.

VDI nachrichten: Sie reisen, entdecken, verhandeln, managen, präsentieren, schreibt der dib. Welche Ideen könnten sich für ein TV-Format ergeben?

Ludewig: Wir haben gerade erst damit angefangen: Da muss uns ein Profi schon die richtigen Fragen stellen. Für eine Soap – da spielen gerade viele Mädchen im jugendlichen Alter eine Rolle – hatten wir z. B. die Idee, dass eine einen Sensor in die Treppe einbaut. So merkt sie rechtzeitig, wenn die Eltern ins Zimmer kommen und sie etwas verstecken muss. Durch gewisse Findigkeit hat sie einen Vorsprung.

VDI nachrichten: Und das vermag die Angst vor Physik und Mathematik in der Schule auszugleichen?

Ludewig: Ich bin nicht überzeugt, dass Mädchen Angst vor Mathematik und Physik haben. Viele haben Spaß daran und machen trotzdem komplett einen anderen Beruf, weil Ingenieurin zu exotisch ist und sie keine Vorbilder haben. Der Ingenieursberuf bietet auch die Möglichkeit, in den Vertrieb zu gehen. Da reist man viel, kommuniziert unglaublich viel, da macht man Projekte, wo Fremdsprachen eine wichtige Rolle spielen, wo man fremde Kulturen verstehen muss. Da ist auch viel Psychologie im Spiel, wenn man ein Team führt. Da kommen einem, so ist meine Berufserfahrung, auch typisch weibliche Eigenschaften sehr zugute, kombiniert aber eben mit einer technischen Basis. Darum ist diese Fixierung auf Mathe und Physik eigentlich falsch.

VDI nachrichten: Der dib bietet interessierten Drehbuchautoren Hilfe und Beratung an. Wie ist die Resonanz?

Ludewig: Es gab auch schon Resonanz, aber es ist natürlich ein längerer Prozess, und ich bin total neugierig, was daraus wird. Ich hoffe, dass wir die Gunst der Stunde nutzen können, weil der Ingenieurmangel sich jetzt wieder abzeichnet und die Beschäftigung mit der Technik ein bisschen schicker wird. Im Fernsehen kommt jeden Abend irgendeine Krimiserie. Da können wir uns vorstellen, dass man sich nicht nur auf Morde konzentriert, sondern ein Problem löst, z. B. einen Unfall verhindert, der einer technischen Entwicklung entspringt … Die Frage ist, wie realistisch so ein Berufsbild dargestellt wird. Wenn man Ärzte oder Juristen fragt, ist deren Beruf natürlich auch nicht immer 1:1 korrekt dargestellt. Aber es hat schon einen Rieseneinfluss, wenn stärkere Medienpräsenz da ist.

VDI nachrichten: „Star Trek“ mit der Figur des Scotty soll seinerzeit in den USA einen Run auf das Ingenieurstudium ausgelöst haben.

Ludewig: Genau. „Star Trek“ ist ein sehr gutes Beispiel, weil die Trekkies clever sind, weil es lustig ist und so gut gemacht, dass wirklich viele davon begeistert sind. M. JORDANOVA-DUDA

Von M. Jordanova-Duda

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