Medien 27.01.2006, 18:42 Uhr

Bundesliga aus der Löwengrube  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 27. 1. 06, jdb – Als am 21. Dezember die Bundesliga-Pay-TV-Rechte nicht an Premiere, sondern an Arena gingen, war die Überraschung perfekt. Kaum jemand kannte das Unternehmen, das als 100 %ige Tochter der Unity Media nun den Fußballfans ihre Live-Spiele präsentieren will. Wer ist der „Nobody“, wie ihn Premiere-Chef Kofler nannte?

Löwengrube 12, München, lautet die Postanschrift der Arena Sport Rechte und Marketing GmbH, Geschäftsführer ist Parm Sandhu – so viel verrät die seit Ende Dezember freigeschaltete Website des Inhabers der Bundesliga-Live-Rechte. Und hinter Arena, so ist dort auch zu finden, steht Unity Media aus Köln, geführt gleichfalls vom indischstämmigen Sandhu. Unity, so versicherte dieser vergangene Woche in Kerpen, sei keinesfalls ein „Nobody“, man fühle sich zumindest als „Somebody“ in der Branche.

Mit über 7 Mio. Kabel-TV-Kunden und dem größten zusammenhängenden Netzwerk Europas sei man, so Sandhu, einer der wichtigen Player im Kabelmarkt der Bundesrepublik. „Und das ist immerhin der zweitgrößte Kabelmarkt Europas.“

Geladen hatte Unity nach Kerpen: Ins Herz des Unternehmens, das Network-Operation-Center in der Heimat des mehrfachen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher. Es sollte erklärtermaßen der Eindruck erweckt werden, dass hier Profis am Werk sind, die – so Unity-Cheftechnologe Colin Büchner – eine Netzverfügbarkeit von über 99,9 % realisieren.

Allerdings spielt Pay-TV in Deutschland trotz des Erfolges von Premiere noch eine untergeordnete Rolle. Lediglich 9 % der Zuschauer nutzen laut Unity diese Angebote. Allerdings verweist Sandhu auf die jüngsten Zuwachszahlen: Mit den Pay-TV-Angeboten von Unity unter dem Namen tividi bzw. vom Wettbewerber Kabel Deutschland sei die Zuwachsrate in diesem Sektor steil angestiegen.

„Fußball wird die Digitalisierung weiter vorantreiben“, ist der Unity-Chef überzeugt. Immerhin würden 27 % der Deutschen Interesse an Fußball haben, allerdings habe nur rund ein Drittel dieser Interessenten auch ein Premiere-Abo. In einer nicht repräsentativen Straßenumfrage erhielten die Unity-Mitarbeiter auch gleich die Standardantwort, warum dies so sei: „Zu teuer“.

Bei Premiere kostet das günstigste Programmpaket mit Einschluss von Live-Spielen derzeit 34,80 €. Premiere habe damit maximal 3 Mio. Zuschauer erreicht, sagte Bernard de Roos, Sprecher von Arena. Unity Media zielt auf 6 Mio. Abonnenten. Das entspreche auch ausdrücklich dem Interesse der Deutschen Fußball Liga und der Sponsoren.

Ein genaues Vermarktungsmodell werde im Moment erarbeitet. „In den nächsten sechs Wochen werden wir die Einzelheiten festlegen“, sagte Sandhu. Die Preise sollen jedenfalls deutlich unter denen von Premiere liegen, laut de Roos liege die Obergrenze bei 20 € pro Monat. Die Unity-Media-Verantwortlichen deuteten aber auch deutlich niedrigere Preise bis etwa 10 € an. So könnte es ein Grundpaket geben, das nur die Bundesliga umfasst. In jedem Fall werde es wohl ein Pay-per-view-Modell geben, also Bezahlung pro Spiel, oder eine Art Saisonticket.

Auf die Frage, warum Arena den Zuschlag bekommen habe und nicht mehr Premiere, äußerte sich de Roos zurückhaltend. In jedem Fall habe aber das Gesamtbild aus Pay-TV-Lizenz und freier Berichterstattung in ARD und ZDF eine Rolle gespielt. Denn neben den Lizenzeinnahmen – die kolportierten 220 Mio. € wollte de Roos nicht bestätigen – stünden auch die Interessen der Sponsoren der einzelnen Mannschaften im Fokus und da spielten eben auch Sportschau und ZDF-Sportstudio eine gewichtige Rolle.

Unity Media will nun laut Sandhu eine Rundfunklizenz für die Ausstrahlung der Bundesligaspiele beantragen. Die sei aber kein Problem, drei Landesrundfunkanstalten hätten schon ihre Zustimmung signalisiert. Für den Aufbau eines Teams und der Infrastruktur für die Live-Berichte habe man dann zwar bis zum Saisonstart im August Zeit, aber das sei in jedem Fall ein ehrgeiziger Zeitplan. „Wenn Sie sehen, welche Veränderungen wir in den letzten Jahren gestemmt haben, dann ist das zu schaffen“, gibt sich Sandhu sebstbewusst. In jedem Fall plane man pro Stadion mehr Kamerapositionen zur Verfügung zu stellen als derzeit bei Premiere.

Für die Übertragung der Bundesligaspiele außerhalb der eigenen Kabelnetze steht Unity mit verschiedenen potenziellen Interessenten in Verhandlungen. Und auch Satellitennutzer sollen nicht leer ausgehen. Gerüchten, Unity verhandle hier mit Premiere, entzog Sandhu die Grundlage: Verhandlungen laufen mit SES Astra.

 

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