Medien 03.12.1999, 17:23 Uhr

Bürgerfunk bald live

Der Lokalfunk NRW sucht nach neuen Konzepten. Schon bald sollen Bürger sogar live auf Sendung gehen, für Jugendliche gibt es ein Ballungsraum-Radio.

Software-Freaks halten einen öffentlichen Schwatz über die Finessen neuer Computer-Spiele. Eine ältere Dame von der Umwelt-Gruppe beschwert sich darüber, dass amtliche Gärtner im Park falsch harken. Studenten meckern über das Mensa-Essen und türkische Mitbürger singen folkloristische Lieder. Der Bürgerfunk, das eher ungeliebte Kind von Sendern und Hörern, macht es möglich.
Die einzelnen Privatradios, zusammengefasst unter dem Dach des Lokalradio NRW, sehen ihn als lästigen Zwang, der kostbare Sendezeit raubt – mindestens zwei Stunden am Tag. Die Hörer selbst schalten schnell um, wenn es auf dem Tummelplatz für Kuriositäten rund geht. Wilfried Schmidt von der Landesanstalt für Rundfunk (LfR) sieht dagegen die bundesweit rare Komponente der lokalen Radios als Vorteil, denn hier wird das gesamte gesellschaftliche Spektrum abgedeckt. Bislang mussten die ihre aufgezeichneten Beiträge vor der Sendung genehmgen lassen. „Die Kontrolle wird probeweise entfallen“, kündigte Schmidt auf dem Lokalfunktag in Dortmund an, „der Bürgerfunk kommt live.“ Die LfR stellt dafür 125 000 DM bereit. Schmidt ist zuversichtlich: „Vor zehn Jahren waren einige Beiträge nicht sendbar, heute sind die Entsetzensschreie verhallt.“
Das nordrhein-westfälische Privatradio mit seinem Zwei-Säulen Modell habe sich bestens bewährt. Diese positive Bilanz zog knapp zehn Jahre nach dem Sendestart der medienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Marc Jan Eumannn. Er lobte das erfolgreiche Miteinander der jeweils 46 örtlichen Veranstaltergemeinschaften und Betriebsgesellschaften. Zugleich kündigte er ein neues Modell für die Medienlandschaft NRW an: In Ballungsräumen soll es ein neues Programm für junge Leute geben.
Zur Lösung des technischen Problems sei bereits die Landesregierung eingebunden, sagte Eumann. Er hofft auf die kostbaren UKW-Frequenzen, auf denen der British Forces Broadcasting Service (BFBS) noch immer für englische Soldaten sendet. Den Ersatz dafür sieht der Medienmann im Internet. Die Idee könnte dann schon 2001 umgesetzt werden. Dass der WDR mit seinem Programm „EinsLive“ bereits ein erfolgreiches Jugend-Vollprogramm bietet, ist für Eumann ohne Belang: „Die jungen Leute halten ein zweites aus“.
„Es darf aber nicht zur Konkurrenz für die Lokalradios werden“, warnte Walter Ludwigs. Der Vorsitzende der Veranstaltergemeinschaft Radio Köln e.V. bezweifelt einen Erfolg: „Wo findet solch ein Sender seine Hörer?“ Der Geschäftsführer der Karlsruher Welle Fidelitas, Tom Otto, sieht da kein Problem: „In Augsburg leben drei Stationen im Wettbewerb – sehr eng, aber sie leben.“
Auch Otto will den Lokalradios in Baden-Württemberg ein Rahmenprogramm bieten. Das Vorbild hat er als kaufmännischer Leiter bei der Radio NRW GmbH in Oberhausen erlebt: Die Gesellschaft bietet anonym und per Satellit den örtlichen Stationen in NRW ein Mantelprogramm: von den Nachrichten bis hin zu Gewinnspielen. Davon haben sich kürzlich zwei Sender in Aachen getrennt: „Wie konnte das die LfR zulassen?“, fragte Otto kritisch, „wir bemühen uns in Baden-Württemberg gerade, eine solche Instanz zu schaffen.“
Dem Geschäftsführer des Media Services, Königsstein, ging es weder um Inhalte noch um Frequenzen. Helmut Poppe verwies auf das Internet: „In zehn Jahren wird sich jeder sein Programm selber zusammenstellen können“. Dann, so prophezeite Poppe, werde der Einzelhandel anders werben: „Das gibt schlechte Karten für die Lokalradios.“ Er widersprach damit der Eumannschen Prognose die sieht in einem Szenario 2010 die NRW-Sender „unangefochten auf Platz Zwei“. EBERHARD PH. LILIENSIEK

Von Eberhard Ph. Liliensiek

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