Hochauflösendes Fernsehen 28.08.2009, 19:42 Uhr

Bei den Privatsendern gibt es HDTV künftig gegen Gebühr  

Viele Produkte werden heute mit einem Plus aufgewertet. Das soll für Mehrwert stehen und wird entsprechend vermarktet – jetzt auch bei HDTV. Satelliten-Gucker, die sich für die HD-Angebote privater Anbieter interessieren, haben eigentlich keine Alternative – HD+ wird eine Pflicht-Option. Und bringt nach einer Übergangszeit auch zusätzliche Kosten, denn eine Technikpauschale macht aus Free-TV dann Pay-TV. VDI nachrichten, Düsseldorf, 28. 8. 09, jdb

HD+, also mehr als HDTV, gibt es das? Vielleicht einfacheres, leichter zu empfangendes? Das könnte hinter der Idee stecken, auf Astra einen neuen Service unter der Marke HD+ zu starten, senderneutral und für alle Anbieter offen. Dafür wurde eigens die Firma HD Plus GmbH gegründet. Als Erstes konnten am 5. Juni die Privatsender RTL und Vox gewonnen werden, HD-mäßig ab Spätherbst loszulegen.

„Mit HD+ werden wir die Möglichkeiten für Fernsehsender im Wachstumsfeld HD erweitern und die Programmauswahl für Zuschauer vergrößern. Damit entsteht eine neue Basis für den Empfang hochwertiger HD-Programme“, erklärt Wilfried Urner, Geschäftsführer von HD Plus in Unterföhring bei München. 44 Tage später dann der nächste Schritt: Sat.1, ProSieben und Kabel eins verkünden ebenfalls, ihre Programme über die HD-Plattform abstrahlen zu wollen. Dass es hier erst im Januar 2010 losgeht, hat vor allem technische Gründe. Mit weiteren Anbietern sollen bereits Gespräche laufen.

Mit der bisherigen Empfangstechnik kommen die HD+-Sender so ohne Weiteres nicht auf die HD-Flachbildschirme. Es soll – rechtzeitig zum HD+-Start – die ersten HD+-Settop-Boxen geben. Hersteller wie Humax, Technisat, TechnoTrend, Kathrein, Vantage, Comag und Inverto arbeiten bereits daran, die nur den Geräteherstellern zugänglichen Spezifikationen umzusetzen. Das soll in wenigen Wochen geschehen sein.

Nun gibt es schon jetzt verschiedene Boxen für hochauflösenden Satellitenempfang, mit denen sowohl freie als auch verschlüsselt übertragene Programme zu sehen sind. Aber HD+-Boxen enthalten dann doch die eine oder andere Spezialität, mit der sie zu dedizierten Empfängern werden.

Da ist z. B. das fest installierte Verschlüsselungssystem NagraVision. Der bei HD+ genutzte NagraVision-Schlüssel soll mit bisher genutzten nicht so ganz kompatibel sein, also z. B. die Sky-Karte (noch) nicht akzeptieren, heißt es. Auch wird Logical Channel Numbering (LCN) enthalten sein, mit dem die wichtigen Programme nach einer zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern abgestimmten Reihenfolge in der Programmliste erscheinen. Das neue Common Interface CI+ ist dagegen kein Muss, dürfte aber bald ohnehin Standardtechnik werden.

Eine Smartcard wird der HD+-Box beiliegen, mit der im ersten Jahr anonym und ohne weitere Kosten die HD-Programme zu entschlüsseln sind. Weder die Programmanbieter noch die Astra-Dienstleistungstochter APS sollen erfahren, wer Inhaber der „Gratis-Prepaid-Karte“ ist.

Nach einem Jahr wird dann eine Servicepauschale fällig werden. Entweder wird eine neue Prepaid-Karte gekauft, die Laufzeit der vorhandenen telefonisch oder im Geschäft verlängert oder ein Abo-Vertrag mit APS geschlossen. Die Pauschale wird vermutlich zwischen 3,50 € und 4,50 € pro Monat liegen – oder knapp 50 € im Jahr. Die Gelder gehen an APS und die Programmlieferanten – um die mit der HD-Produktion und Ausstrahlung verbundenen Mehrkosten refinanzieren zu können.

Zum Start von HD+ am 1. November – oder etwas früher – sollte der Handel ausgestattet sein. Die öffentliche Präsentation dürfte vermutlich schon während der Medientage in München (28. bis 30. Oktober) erfolgen. Auf der Konsumelektronik-Messe IFA wird HD+ ebenso wie CI+ auf der Liste von Vorträgen und Diskussionen stehen.

Was aber tun mit den 17,5 Mio. HD-Displays, die bis Jahresende in den Wohnungen stehen dürften? Bei neueren Geräten – integrierte HD-Fernseher (IDTV) und Sat-Receiver – ist der CI+-Schacht zu nutzen, für den es „zeitnah“ passende HD+-Module zur Entschlüsselung geben soll. Für andere HDTV-fähige Endgeräte wird es – so die Deutsche TV-Plattform – „herstellerabhängig kundenfreundliche Upgrade-Lösungen geben“ – firmenspezifische Neuentwicklungen also für Geräte mit der „alten“ CI-1.0-Schnittstelle. Über den Preis der speziellen CI- bzw. CI-HD+-Module werden keine Angaben gemacht, doch gehen Experten von etwa 50 € bis 100 € aus.

Der Kopierschutz soll auch ohne CI+ gewährleistet sein. Dazu Timo Schneckenburger, Mitglied der Geschäftsführung bei HD PLUS: „Wir unterstützen die Hersteller bei allen technischen Lösungen für den Empfang von HD+-Programmen und stellen sicher, dass ein wirksamer Signalschutz erfüllt wird. Die gefundene Lösung bedeutet, dass auch Zuschauer, die bereits in einen HD-Receiver investiert haben, alle HD-Programme über HD+ empfangen können.“

Und wer HD+ nicht will, wird wohl auf die gestochen scharfen und brillanten Bilder verzichten und sich mit SD-digital oder analog zufriedengeben. Nur bei ARD und ZDF bleibt alles wie gehabt. Aber da ist der Obolus für HD ja in die Rundfunkgebühren eingerechnet.

RAINER BÜCKEN

Von Rainer Bücken

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