Satelliten-TV 30.03.2012, 11:59 Uhr

Analoges Sat-TV endet am 30. April 2012

Seit Ende 2009 steht der Termin fest. Am 30. April um 3.00 Uhr endet die Ausstrahlung analoger TV-Satellitenprogramme in Deutschland. Für Fred Hübner, Sprecher der Geschäftsführung bei GSS Grundig Sat Systems, ein gutes Geschäft. GSS versorgt u. a. Kabelnetzbetreiber mit Technik für ihre Kopfstellen und da muss fleißig umgerüstet werden.

Für Fred Hübner, Sprecher der Geschäftsführung der GSS Grundig Sat Systems, steht eines fest: „Am 1. Mai bleiben viele Fernseher schwarz“, so prophezeite er kürzlich während einer Presseveranstaltung in Nürnberg. Und fügte hinzu: „Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die anstehende Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens ist vielen Kabelnetzbetreibern für Hotels, Wohnanlagen, Krankenhäusern oder Senioren- und Pflegeheime noch nicht klar.“

Dabei haben Hübner und seine über 80 Mitarbeiter alles getan, um diese Situation zu verhindern. „Bereits seit dem vierten Quartal 2010 arbeiten wir in zwei Schichten, doch große Bestände konnten wir gar nicht aufbauen, die Produkte wurden recht zügig von den Handelspartnern aufgekauft. Dabei handelt es sich vor allem um Kopfstationen, Komponenten für Mehrteilnehmeranlagen sowie die zugehörigen Satellitenantennen. Und die gingen dann weiter an die Fachbetriebe, die nun die Geräte an die Wand nageln müssen.“

Modernisierung von noch analogen Sat-TV-Anlagen im Verzug

Doch das scheint nicht ganz so gut zu klappen. Die Unternehmen, die das können, können und machen auch was anderes, nämlich Solaranlagen und intelligente Hausstromnetze. Da gerät die Modernisierung von noch analogen Satellitenempfangsanlagen schon mal in Verzug, zumal viele der Netzbetreiber noch immer nicht wissen, wie denn die Signalzuführung für die eigenen Objekte funktioniert – Kabel, Satellit, DVB-T oder gar IPTV.

Doch nur bei der Satellitenzuführung ändert sich was, wenn am Montag, dem 30. April, um 3.00 Uhr alle deutschen Fernsehveranstalter für die noch verbliebenen 29 analogen TV-Programme des Astra-Systems die Stecker ziehen, bei sieben ist es bereits geschehen. Um für den großen Ansturm gerüstet zu sein, hat allein GSS in den letzten zwei Jahren nahezu 2000 Fachhändler und Installateure geschult. Andere Unternehmen, die größtenteils im Fachverband Satellit & Kabel im ZVEI organisiert sind, so Astro, Blankom, Kathrein, Technisat, Triax und WiSi haben ähnliche Programme.

Für die GSS, die u. a. Kabelkopfstellen für Anlagen von zehn bis über 100 000 Anschlüsse produziert, hat die Sat-Analogabschaltung sehr positive Auswirkungen, führte sie doch für 2011 mit einem Umsatz von 25,3 Mio. € zum bislang besten Geschäftsjahr überhaupt, ein Plus gegenüber 2010 von über 40 %. „Aber wir hätten noch mehr produzieren und verkaufen können, wenn es keine Engpässe beim Blech gegeben hätte“, so Fred Hübner. „Lieferzeiten von 24 Wochen wollten und konnten wir nicht akzeptieren, und da machten wir den Herstellern klar, was schwarze Bildschirme bedeuten. Das hat geholfen, wir werden jetzt wieder beliefert.“

Noch brummt die Konjunktur, und Hübner ist sicher, dass das bis Juni noch anhält, „denn bis dahin wird uns das Thema Analogabschaltung noch begleiten, wahrscheinlich sogar noch darüber hinaus“.

Re-Analogisierung von digitalem Sat-TV bei GSS Grundig Sat Systems im Trend

GSS macht seinen Umsatz zu 55 % in Deutschland und zu 45 % im Ausland. Hierzulande dürfte es rund 50 000 Kopfstationen von GSS geben, die mit rund 500 000 Kassetten für die Signalumwandlung bestückt sind. Ein echter Renner ist derzeit die Kassette, die das digitale Satellitensignal wieder in ein analoges PAL-Signal wandelt, also die sogenannte Re-Analogisierung vornimmt. (Technisch handelt es sich dabei um eine Kassette, die von QPSK – Quadrature Phase Shift Keying – nach PAL – also Restseitenband-AM – wandelt.)

Hübner spricht indes lieber vom Simulcast-Betrieb, der allerdings ein Auslaufmodell ist. So haben derzeit noch viele Wohnungsgesellschaften in den Verträgen mit den Kabelnetzbetreibern den Fortbestand der analogen Programmzuführung festgeschrieben. Der Grund: Die Mieter sollen Bestandsschutz für ihre Geräte haben. Die Re-Analogisierung ist allerdings nicht ganz billig – mit rund 10 000 € bis 12 000 € Investition dürfte da bei 24 TV-Programmen zu rechnen sein. Hotels und andere fortschrittlich daherkommende Einrichtungen können dagegen mit analogen Programmen und Röhrenfernsehern keinen Staat mehr machen und setzen gleich auf Flachbildfernseher und HDTV.

Das Ende des analogen Sat-TV wurde 2009 beschlossen

Seit rund vier Jahren wird über den Termin der Analogabschaltung diskutiert, im Dezember 2009 kam es zum endgültigen Aus-Beschluss. „Doch viele denken wohl noch immer, dass der noch einmal gekippt wird“, vermutet Hübner. Doch das wird nicht geschehen, sind doch die Verträge über die Nachfolgebelegung der Satellitentransponder bereits abgeschlossen und müssen erfüllt werden. In den meisten Fällen sind es weitere HD-Programme vor allem der öffentlich-rechtlichen Anbieter, die dann vom Himmel auch ins Kabel kommen.

Doch das ist nicht immer ganz simpel. So sieht sich das GSS-Management immer öfter durch gestiegene Anforderungen seitens der Sender oder Kabelnetzbetreiber an die Technik konfrontiert: „Eine Standardkassette von uns, die Satellit empfängt und für Kabelanlagen im Ausland konfiguriert wird, soll dann noch irgendwelche zusätzlichen Informationen übertragen“, sagt GSS-Technik-Geschäftsführer Norbert Teschner, z. B. für zusätzliche Einblendungen oder Zugangskontrollen.

Daher müssen vor allem für die Auslandsmärkte die Standardprodukte oft modifiziert werden. Während 80 % der Hauptplatine unverändert bleiben, seien häufig bis zu 20 % kundenspezifische Modifikationen erforderlich. Offensichtlich lassen die DVB-Spielregeln solche kundengewünschten Abweichungen zu. Die Produktion ist darauf vorbereitet, die Umstellung an den Bändern dauert etwa 25 min.

Zum Schluss hat Hübner aber noch einen guten Rat für Fachhändler und Installateure parat: „Richtet für den 1. Mai einen Notdienst ein, es wird ein Nachfolgegeschäft geben, wie es schöner nicht sein kann.“ 

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