Medien 20.10.2000, 17:27 Uhr

2001 kommt Bewegung ins NRW-Kabelnetz

Der amerikanische Kabelbetreiber Richard Callahan legt konkrete Pläne für den Ausbau der TV-Kabelnetze in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg vor.

Das Breitbandzeitalter in Nordrhein-Westfalen kann beginnen. Ab sofort startet Kabel NRW mit dem Netzausbau, zunächst in Düsseldorf. „Dort werden wir Anfang nächsten Jahres bereits 100 000 Haushalte an das aufgerüstete Netz anschließen können“, sagte David Colley, Chef des Unternehmens, auf einer Pressekonferenz in Köln. Die Kabel Nordrhein-Westfalen GmbH & Co. KG (Kabel NRW) hatte im Juli 2000 das Kabelgeschäft in NRW von der Deutschen Telekom übernommen. Kabel NRW ist eine 100%-ige Tochter der Callahan NRW. Diese wiederum gehört zu 55 % der Callahan Gruppe, die restlichen Anteile sind im Besitz der Telekom-Tochter Kabel Deutschland.
Fernsehkanäle satt soll es geben, ob analog oder digital, Free-TV, Pay-TV oder Pay-Per-View, gerne auch interaktiv mit elektronischem Programmführer, Internet-Zugang mit Hochgeschwindigkeitszugang sowie die herkömmliche Telefonie diese aber bald auch billig übers Internet. Wie das? Über das bestehende Koaxial-Kabelnetz mit einer Bandbreite von 450 Mhz wird ein Glasfaser/Kupfernetz mit einer Bandbreite von 862 Mhz gelegt. Es ist rückkanalfähig, ermöglicht also eine Kommunikation in beide Richtungen. Der Netzausbau ist für die Kunden kostenlos, sie zahlen nur für die Dienste, die sie auswählen. Ändern werde sich daher für die Kunden zunächst nichts, erklärten die Unternehmensvertreter. So sei es beispielsweise „nicht geplant, einzelne Fernsehsender, die bislang im analogen Kabel frei zu empfangen waren, in digitale und kostenpflichtige Päckchen umzuwandeln“, sagte Roland Steindorf, bei Kabel NRW zuständig fürs Marketing.
„Um alle Dienste, Fernsehen, Internet und Telefonie, nutzen zu können, soll der Kunde nur ein einziges Gerät zu Hause benötigen“, so Steindorf weiter. Die d-Box sei dafür „derzeit ungenügend“. Ende November werde man daher alle Set-Top-Boxen-Hersteller anschreiben, Angebote abzugeben. Im Januar 2001 wird entschieden, wer den Zuschlag für die Lieferung der Boxen erhält.
Der Ausbau des übrigen Netzes soll schnell vorangehen: Bereits im Sommer 2001 sollen rund 500 000, Ende des Jahres sogar 1,6 Mio. Haushalte an das neue Netz angeschlossen sein. Abgeschlossen werde der Ausbau voraussichtlich Ende 2003, dann können theoretisch 4,2 Mio. Haushalte in NRW die Angebote abonnieren. Nach dem Beginn in Düsseldorf ist Anfang nächsten Jahres Köln an der Reihe, die weiteren NRW-Bezirke folgen. Grundsätzlich gilt: Je dichter eine Stadt bewohnt ist, um so schneller geht auch der Ausbau voran.

Anteile der Deutschen Telekom sollen bald reduziert werden

Dieser Ausbau „kann auch deshalb so schnell erfolgen, da wir auf unsere Erfahrungen in Spanien und Frankreich zurückgreifen können“, erläuterte Kabel NRW-Chef Colley. So werden die Geschäftspartner die gleichen sein, mit denen Callahan in Spanien zusammengearbeitet hat. Echo Broadband plant Design und optimiert das Kabelnetz. Ch2m Hill übernimmt unter anderem das Konstruktionsmanagement und die Kontrolle des Projekts. Motorola rüstet die ersten 100 000 Haushalte auf, d. h. das Unternehmen stellt und implementiert die Technik. In den nächsten Wochen werde Kabel NRW entscheiden, welcher Generalunternehmer die Aufrüstung des gesamten Kabelnetzes umsetzen wird, so Colley.
Auf der sogenannten Netzebene 4, der Verkabelung in den Häusern, sind meist lokale und regionale Betreiber aktiv, etwa Wohnungsbaugesellschaften. Da auch deren Anlagen aufgerüstet werden müssen, strebt Kabel NRW Partnerschaften mit ihnen an. Zudem trage Kabel NRW auch die Kosten für die Netzaufrüstung. Für Kauf und Ausbau investiert die Callahan-Gruppe insgesamt rund 9 Mrd. DM allein in NRW.
55 % hält Callahan, der Telekom-Anteil soll „sukzessive auf 25 % reduziert werden“. Mittelfristig sei auch der Gang an die Börse geplant. Einen konkreten Zeitplan nannte Finanzvorstand Ward jedoch nicht.
Gerüchte, die Telekom führe weiterhin im stillen die Geschäfte, seien falsch. „Callahan führt Kabel NRW unabhängig“, so Ward, „und trifft alle strategischen und operativen Entscheidungen allein. Die Telekom ist passiver Minderheitsaktionär.“ Zwar müsse das Unternehmen in der Übergangszeit noch einige Leistungen bei der Telekom einkaufen, mittelfristig werde aber auch dies eingestellt. Auch sensible Informationen, etwa über Wettbewerber, werden der Telekom vorenthalten.
Ähnliche Pläne wie in NRW hat die Callahan-Gruppe auch in Baden-Württemberg, auch hier hat die Deutsche Telekom ihren Mehrheitsanteil an Callahan abgegeben. Der Startschuss für den Kabelausbau dort soll Anfang 2001 erfolgen. Der Kauf weiterer Netze in anderen Bundesländern ist vorerst nicht geplant, so Ward. Um Synergien nutzen zu können, seien mindestens 5 Mio. anschließbare Haushalte nötig. Die beiden Callahan-Netze kommen insgesamt auf knapp 7 Mio. Kabel-Haushalte.
Allerdings verhandelt Kabel-NRW zur Zeit mit den Gesellschaftern des Kölner Netzbetreibers NetCologne über einen Kauf. Sollte der Deal gelingen, werde NRW-Kabel in den nächsten beiden Jahren 1000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, so Colley. Köln soll dann der Hauptsitz des Unternehmens werden. MARC THYLMANN

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