Insight - dSpace 30.01.2009, 19:39 Uhr

dSpace sucht auch 2009 Ingenieure  

Die Paderborner dSpace GmbH, die als Spin-Off aus der Uni Paderborn hervorging, sieht sich als erfolgreichen Pionier der Mechatronik. 2008 stieg der Umsatz, mehr Personal wurde eingestellt und Ingenieure werden weiter gesucht. Prof. Herbert Hanselmann, Gründer und Chef, zur Zukunft seines Unternehmens, und weshalb ein Börsengang für ihn kein Thema ist. VDI Nachrichten, Düsseldorf, 30. 1. 09, elb

Hanselmann: Simulatoren sind ein Teil unseres Geschäfts. Wir schaffen Werkzeuge, die von F&E-Abteilungen genutzt werden, um die Software für neue Elektroniksysteme zu entwickeln. Es ist ein bisschen so wie bei Excel von Microsoft. Excel ist das Werkzeug, was der Kunde damit macht, ist seine Sache.

Wo werden Ihre Simulatoren eingesetzt?

Der größte Teil unseres Geschäfts liegt in der Autoindustrie. Wir haben ursprünglich mit ganz vielfältigen mechatronischen Anwendungen angefangen, aber das Autosegment ist einfach am stärksten gewachsen. Mit Hilfe unserer Werkzeuge und Software haben wir elektronische Fahrerassistenzsysteme wie Tempomaten oder Bremssysteme vorangebracht. Außerdem helfen wir bei der Motoren- und Getriebesteuerung, der aktiven Lenkung und ESP mit.

Neben der Autobranche werden unsere Werkzeuge auch für Steuerungssysteme in anderen Industrien eingesetzt. Diese reichen von Elektromotoren für die weiße Ware, Druckmaschinen, Elektromotorik in Aufzügen bis hin zur Hydraulik in Flugzeugen.

Welche Rolle spielt die Mechatronik?

Wir sind ein Pionier der Mechatronik. An der Universität Paderborn haben wir in den 80er-Jahren zu Mechatronik geforscht, als es den Begriff noch gar nicht gab. Wir haben zweifellos dazu beigetragen, dass sich die Mechatronik mehr und mehr durchgesetzt und bewährt hat. Schauen Sie sich mal die Pannenstatistik an: In den letzten Jahren sind elektronikbedingte Pannen bei Autos deutlich zurückgegangen, die Elektronik in den Autos hat sich spürbar verbessert.

Nennen Sie bitte ein spektakuläres Anwendungsbeispiel.

Eine japanische Baufirma hat vor Kurzem mit unseren Werkzeugen eine aktive Schwingungsdämpfung entwickelt. Diese soll bei Hochhäusern im Falle von Erdbeben die Schwingungen auf den obersten Etagen dämpfen.

Wie stark trifft Sie die Autokrise?

Das ist derzeit schwer zu sagen, die Situation ändert sich jede Woche. Sicher ist nur: die Wachstumsdynamik wird etwas nachlassen. Das heißt aber nicht zwangsläufig weniger Umsatz. Einige Firmen werden das eine oder andere Projekt verschieben oder das nötige Equipment später kaufen. Zu massiven Einschnitten wird es aber nicht kommen. Bei F&E werden die Autohersteller erst als allerletztes sparen.

Sie arbeiten auch für die „Big Three“ in den USA. Spüren Sie die Krise?

Nein, obwohl die Big Three leiden, brauchen sie immer noch Ausrüstungstools von uns. Wir haben gerade erst wieder Ford, Chrysler und GM mit Werkzeugen für ihre Entwicklungsabteilung beliefert. Die Drei können ihre F&E-Bereiche nicht einfach dicht machen. Denn ohne hohe Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen lassen sich die sparsameren Motoren und die geplanten Brennstoffzellen-, Elektro- und Hybridfahrzeuge nicht realisieren. Geld dafür ist vorhanden. Die US-Regierung hat 25 Mrd. $ für die Förderung von Autos mit alternativen Antrieben zugesagt.

Profitieren Sie vom Trend zu emissionsärmeren Fahrzeugen?

Ja durchaus, weil extrem hoher Entwicklungsaufwand bei den elektronischen Steuerungen notwendig ist. Wir kooperieren beispielsweise mit GM schon seit zehn Jahren beim Brennstoffzellen-Auto. Wir liefern das gesamte Equipment für die Mechatroniklabors. Außerdem entwickeln wir Simulatoren für Hybridfahrzeuge.

In diesem Jahr haben Sie viele neue Mitarbeiter eingestellt. Bleiben Sie eine Job-Maschine?

Sicher ist, dass wir in diesem Jahr weiter einstellen werden. Wir brauchen gute Entwickler. Wir haben viele Projekte in der Pipeline, die wir schneller fertig stellen wollen. Mit mehr Personal wäre dies möglich. Leider können wir regelmäßig nicht alle Stellen besetzen.

Wie viele andere deutsche Firmen leiden wir unter Ingenieur-Mangel. Die Fachrichtungen, die wir brauchen, sind gesucht und rar.

Wie beurteilen Sie die Zukunft des Standorts Deutschland?

Deutschland wird als Produktionsstandort wieder wichtiger. Viele Firmen sind inzwischen aus China und Osteuropa zurückgekehrt – wegen höherer Kosten und ausbleibender Produktivitätsverbesserung. In Deutschland kann man noch viel automatisieren und die Produktion rentabler machen.

Rund die Hälfte unseres Bruttosozial-Produkts beruht auf dem Export. Vor allem die Autoindustrie trägt dazu maßgeblich bei. Die Politik muss dafür sorgen, dass diese wichtige Industrie ihren Technologievorsprung behält. So muss man in den Schulen mehr in die MINT-Fächer – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – investieren, um den Bedarf an hoch qualifizierten Ingenieuren zu decken.

Darüber hinaus sollte die Politik ihre Regulierungswut zügeln – etwa beim Klimaschutz. Ich sehe die Gefahr, dass die Autoindustrie, die von Innovationen abhängt, zu sehr mit unrealistischen Vorschriften gegängelt wird. Der Autoverkehr macht nur 12 % des CO2-Ausstoßes aus. Es dauert sehr lange, bis da ein spürbarer Effekt etwa von den Hybrid- oder Elektrofahrzeugen entsteht.

Kommt für Sie in absehbarer Zeit ein Börsengang in Frage?

Nein, die Krankheit Börsengang ist glücklicherweise an uns vorbeigegangen. Ich möchte mich nur gegenüber dem Markt und nicht gegenüber dem Finanzsystem rechtfertigen. Ein Börsengang hätte nur Sinn, um Kasse zu machen oder um Kapital zu beschaffen. Beides steht für dSPACE nicht auf der Agenda. NOTKER BLECHNER

Von Notker Blechner

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