2017 in Serie 06.04.2016, 09:13 Uhr

Drohne mit Brennstoffzelle soll zwei Stunden in der Luft bleiben

Drohnen gehören in die Luft: Allerdings geht ihnen da angesichts geringer Akkuleistung schnell die Luft aus. Eine englische Firma liefert nun eine interessante Alternative: eine Drohne mit Wasserstoffantrieb, die nonstop zwei Stunden fliegt.

Diese Drohne wird mit Strom aus Brennstoffzellen angetrieben: Die Drohne kann etwa zwei Stunden in der Luft bleiben.

Diese Drohne wird mit Strom aus Brennstoffzellen angetrieben: Die Drohne kann etwa zwei Stunden in der Luft bleiben.

Foto: Intelligent Energy

Zwei Stunden Flugleistung, das wäre was. Die DHL-Drohne, die Medikamente vom Festland zur Insel Juist in der Nordsee fliegt, hat eine maximale Reichweite von 45 Minuten. Viele Akkus ermöglichen aktuell Reichweiten von etwa 40 Minuten. Dann muss die Batterie aufgeladen oder, wenn es schnell gehen soll, ausgetauscht werden. Und das kostet Zeit. Genau diese Servicezeiten will das britische Unternehmen Intelligent Energy mit einem Wasserstoffantrieb reduzieren.

Auftanken in nur wenigen Minuten

Diese von ihr entwickelte Drohne hat als Kraftquelle statt normaler Akkus Brennstoffzellen an Bord. Der Antrieb sitzt oben auf dem Flugobjekt und wiegt mit Tank nur 1,5 kg. Das ist zwar mehr als ein Batteriepack, aber seine Reserven sind trotzdem deutlich größer. Zwei Stunden soll die Drohne in der Luft bleiben können.

Wie wichtig soll lange Flugzeiten sind, hat erst der Zwischenfall im Dezember 2015 beim Skirennen in Madonna di Campiglio gezeigt. Offenbar wegen erschöpfter Batterien stürzte eine Kameradrohne auf die Piste, nur einen Wimpernschlag hinter dem Skirennfahrer Marcel Hirscher.

Die mit Wasserstoff angetriebene Drohne aus England soll im nächsten Jahr in Serie gehen.

Die mit Wasserstoff angetriebene Drohne aus England soll im nächsten Jahr in Serie gehen.

Foto: Intelligent Energy

Doch der Wasserstoffantrieb verlängert nicht nur die Flugdauer der Drohne, sondern verkürzt auch die Ladezeit enorm: Wenn das Flugobjekt nach zwei Stunden landet, braucht es nur wenige Minuten, um den Tank aufzufüllen und wieder die volle Leistung zu erreichen.

Wasserstoffdrohne nächstes Jahr marktreif

Die Ausdauer macht die Wasserstoffdrohne für viele Einsatzgebiete interessant. Der Hersteller stellt sich ihren Einsatz vor allem in der Landwirtschaft und in der Öl- und Gasindustrie vor. Außerdem käme sie für die Inspektion und Wartung von Windanlagen infrage oder für Rettungseinsätze. Sie könnte auch Häuser streichen und Fenster putzen. Schon im kommenden Jahr will Intelligent Energy mit der Wasserstoffdrohne in Serie gehen.

Das britische Unternehmen ist ein Spezialist in puncto Brennstoffzellen. Es hat sogar ein iPhone mit Wasserstoff aufgeladen. Bereits in zwei Jahren soll ein neuartiger Smartphone-Akku marktreif sein und eine Laufzeit von über einer Woche garantieren. Diese Smartphones sollen aber keinen externen Akku haben, sondern mit eingebauten Brennstoffzellen ausgestattet werden.

Das MIT-Start-up Top Flight Technologies aus Massachusetts hat einen Hybridantrieb für Drohnen entwickelt, der die Reichweite auf 160 Kilometer verlängern soll.

Das MIT-Start-up Top Flight Technologies aus Massachusetts hat einen Hybridantrieb für Drohnen entwickelt, der die Reichweite auf 160 Kilometer verlängern soll.

Foto: Top Flight Technologies

Intelligent Energy ist aber nicht das einzige Unternehmen, das Drohnen mit größeren Reichweiten entwickelt. Mit einem Hybridantrieb experimentieren auch die Ingenieure des amerikanischen Massachusetts Institute of Technology. Sie haben eine Drohne mit Hybridantrieb entwickelt. Sie enthält neben dem Elektromotor jedoch einen Verbrennungsmotor. Ihre Reichweite: 160 km oder zweieinhalb Stunden.

Automobilbranche experimentiert auch mit Brennstoffzelle

Brennstoffzellen sind auch schon lange in der Automobilbranche ein interessantes Feld. Daran arbeiten unter anderem Mercedes-Benz und Toyota. So bietet Toyota seit Herbst 2015 mit dem Modell Mirai das erste Serienauto mit Brennstoffzelle an.

Der Toyota Mirai hat eine Brennstoffzelle an Bord. Auffällig sind die großen Lufteinlässe in der Fahrzeugfront.

Der Toyota Mirai hat eine Brennstoffzelle an Bord. Auffällig sind die großen Lufteinlässe in der Fahrzeugfront.

Foto: Christopher Jue/dpa

Mercedes hat zum gleichen Zeitpunkt die Vision Tokio vorgestellt, ein Konzeptauto mit Brennstoffzelle und 980 km Reichweite.

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