Kongress 16.07.2010, 19:47 Uhr

Zukunft von „Made in Germany“ im Visier

„Wir werden in zehn Jahren im Rückblick auf heute sagen: Wir sind grüner aus der Krise gegangen“, sagte Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger. Das Thema Energieeffizienz sei eines der zentralen Themen für die Branche, erklärte er auf dem Kongress „Zukunft des Anlagen-und Maschinenbaus“ in München, zu dem rund 90 Firmenchefs kamen.

Die Teilnehmer aus dem deutschen Anlagen- und Maschinenbau waren zu dem von Management Circle und der Zeitung Welt organisierten Kongress in die bayerische Landeshauptstadt gekommen, um über Status quo und Perspektiven nach der Krise zu sprechen. Bullinger erklärte in seinem Eingangsstatement: „Die produzierende Industrie ist nach wie vor der Kernbereich der deutschen Wirtschaft und zentraler Treiber der Wertschöpfung und Beschäftigung.“ Dazu seien aber Innovationen nötig.

Innovationen brauchen Nachwuchs, neue Köpfe, neue Ideen. Viele Arbeitsplätze werden im Ausland aufgebaut, da wo die Märkte entstehen. Das Signal in Deutschland ist eher: Produktionsverlagerung, der Aufbau von Kapazitäten findet in Asien oder Südamerika statt.

Doch fast alle Maschinen- und Anlagenbauer, die in München sprachen, wollen zumindest ihre Entwicklungsabteilungen in Deutschland halten. Dennoch entscheiden sich die meisten auch dafür, Entwicklungszentren vor Ort in den Emerging Markets aufzubauen, in denen Hightechinnovationen entwickelt werden sollen. Dass er keine Einstellungen in nennenswerter Größe in Deutschland mehr plant, sagte Ralf W. Dieter, Vorsitzender des Vorstands der Dürr AG, die seit 25 Jahren in China aktiv ist. Er schicke alle Mitarbeiter nach China, „ist mir egal, was das kostet“, auch den Betriebsrat, damit seine Mitarbeiter einen Eindruck von dem Tempo und der Leistung in Asien bekämen. Da die Löhne in China steigen, überlege er, Kapazitäten in Indonesien und Malaysia aufzubauen. „Fachkräftemangel in Deutschland habe ich nicht.“

Dass es wichtig sei, Deutschland auch als Produktionsstandort zu erhalten, betonten hingegen Jürgen Fleischer, Chairman bei der Mag IAS Holdings. „Die Produktion in Deutschland ist Voraussetzung, dass wir in Deutschland weiter existieren“, sagte Fleischer. Die Wertschöpfungskette beginne aber schon bei der Hochschule, sie müsse schon ein Teil dieser Kette sein. „Wir hätten die weltweit anerkannte Marke Diplom-Ingenieur behalten sollen. Die Marke ist beschädigt“, so Fleischer im Hinblick auf die Diskussion zum Thema Bachelor und Master.

Dass es möglich sei, auch in Deutschland zu produzieren, betonte Hans Joachim Boekstegers, Geschäftsführer von Multivac, einem Verpackungsmaschinenbauer mit hoher Fertigungstiefe. „Wir haben im Allgäu natürlich auch ideale Bedingungen, die IG Metall ist hier außen vor“, sagte Boekstegers. Beim Unternehmen sind mehr als 25 % Ingenieure, Techniker und Softwareprogrammierer beschäftigt, die Firma betreibe eher In- als Outsourcing. „Wenn es um die Kosten geht, haben wir keinen Grund woanders hinzugehen“, so Boekstegers. Das Lohnniveau liege etwa 20 % unterhalb der Region Stuttgart. Zudem spielten die Lohnkosten aber generell im Prozess keine Rolle.

Wie können die Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen? Ein vieldiskutierter Ansatz war der des Netzwerkgedankens in unterschiedlichen Facetten bis hin zur Kooperation von eigentlichen Konkurrenten. Dass aber auch das Management einen Teil beitragen muss, betonte Heinz Gerteiser, Leiter ABB Robotics Zentraleuropa. Grundwerte wie Ehrlichkeit, Fairness, Respekt und Vertrauen müssten wieder eine größere Rolle spielen. C. HANTROP

Von C. HANTROP
Von C. Hantrop

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