Produktion 22.02.2013, 16:59 Uhr

Werkzeugmaschinenbranche geht wieder auf Wachstumskurs

Die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller sind zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr. Nach einem kurzen Einbruch des Auftragseingangs in der zweiten Hälfte 2012, legt die Nachfrage aus dem Ausland wieder zu. Größte Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie und der Maschinenbau – beide Industriebereiche haben im vergangenen Jahr für ein besseres Abschneiden der Schlüsselbranche gesorgt als zunächst erwartet.

Werkzeugmaschinenbauer können sich über gute Auftragsaussichten freuen.

Werkzeugmaschinenbauer können sich über gute Auftragsaussichten freuen.

Foto: dpa-Zentralbild

Volle Auftragsbücher haben den deutschen Werkzeugmaschinenbauern über die Nachfrageflaute in der zweiten Hälfte 2012 hinweg geholfen. Nach dem Rekordwachstum von 31 % in 2011 legte die Produktion im vergangenen Jahr zwar nur noch um 9 % zu, sie lag mit einem Volumen von 14,1 Mrd. € aber nur knapp unter der Bestmarke von 2008.

„Mit diesem Produktionsergebnis liegt die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie im internationalen Vergleich klar an der Spitze“, sagte Martin Kapp, Vorsitzender des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main. Und: Wechselkurseffekte herausgerechnet, sei die chinesische Produktion geschrumpft. „Die Japaner traten auf der Stelle, die US-Werkzeugmaschinenproduktion konnte zwar aufgrund des dynamischen Inlandsmarktes zulegen, blieb mit 7 % Plus jedoch hinter Deutschland zurück“, so Kapp.

Auch die europäische Werkzeugmaschinenindustrie wuchs insgesamt nur halb so stark wie die Branche in Deutschland. „Im Export rückten die deutschen Anbieter wieder näher an Japan heran“, freute sich der Verbandsvorsitzende. Bei einer Exportquote von 73 % erreichten die Ausfuhren die Marke von 9,5 Mrd. € – „dem höchsten Wert, der für die deutschen Werkzeugmaschinenexporte je gemessen wurde.“

Wesentlicher Treiber des Geschäfts mit dem Ausland war die USA. „Im Zeitraum Januar bis November 2012 stiegen die Exporte über den Atlantik doppelt so stark an wie insgesamt“, berichtete Kapp. Der Grund: Die amerikanische Automobilindustrie holte die Modernisierung ihrer Produktionsanlagen nach und setzte dabei auf Werkzeugmaschinen aus Deutschland.

Auch die Ausfuhren nach Europa konnten mit einem Plus von 29 % überproportional zulegen. Hier waren insbesondere die Länder Osteuropas Wachstumstreiber. Asien hingegen legte nach den hohen Zuwächsen in den Jahren zuvor eine „Verschnaufpause“ ein.

Die Kapazitätsauslastung in den Unternehmen lag auch 2012 auf einem recht hohen Niveau. Mit 92,4 % sank sie im Januar dieses Jahres erstmals etwas unter den Durchschnitt des Vorjahres. Aufgrund der geringeren Nachfrage in der zweiten Hälfte 2012 schrumpfte der Auftragsbestand bis Oktober auf 8,3 Monate und lag damit knapp einen Monat unter dem Durchschnitt des Jahres 2011.

Der Inlandsmarkt, der geprägt ist durch einen vorsichtig agierenden Mittelstand, schrumpfte allerdings weiter. Mit 6,8 Mrd. € lag er noch ein gutes Stück unter dem Vorkrisenniveau. Der Werkzeugmaschinenimport hingegen stieg um 18 %. Traditionell kauft die deutsche Industrie ihre Produktionsausrüstung in Europa. Unter den Top-15-Lieferanten rangieren zehn Europäer, angeführt von der Schweiz. „Sie steht aufgrund der engen Verflechtungen zwischen deutschen Unternehmen und ihren Schweizer Tochtergesellschaften seit vielen Jahren unangefochten an der Spitze“, erläuterte Kapp die besonderen Geschäftsbeziehungen.

Doch trotz der guten Zahlen für 2012 und einem optimistischen Ausblick für 2013, bleibe den Firmen keine Zeit auszuruhen, warnte der Verbandsvorsitzende. Das Geschäftsumfeld hat sich in den vergangenen Jahren stark geändert und ändert sich weiterhin. Die Branche sei daher gut beraten, sich regional breit aufzustellen und das wachstumsstarke mittlere Technologiesegment nicht zu vernachlässigen, in dem die Konkurrenz aus den Schwellenländern zunehmend stärker werde, so Kapp.

Asien baut seine Industrie mit hohem Tempo aus und modernisiert die Betriebe. Für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie mit ihren weitgehend mittelständischen Unternehmen ergeben sich daraus gewaltige Herausforderungen: Sie müssen ihre Vertriebs- und Produktionsstrukturen auf die wachsenden Märkte neu ausrichten und bekommen es gleichzeitig mit neuen Wettbewerbern zu tun. Außerdem variieren die technischen Anforderungen von Markt zu Markt. „Das erfordert eine zusätzliche Programmvielfalt und Anpassung ohne Qualitätsabstriche bei möglichst gleichbleibenden oder besser noch bei sinkenden Kosten“, verdeutlichte Kapp die Konsequenzen.

Als Antwort auf die neuen Herausforderungen haben die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller zunächst ihre Vertriebs- und Servicestützpunkte mehr und mehr auf die Wachstumsmärkte ausgeweitet. „Gefragt ist nun jedoch immer häufiger auch die Produktion vor Ort“, stellte Kapp fest. Nach Engagements in der Schweiz, in den USA und Brasilien gibt es nun auch immer mehr Produktionsstandorte in China. Allein 2011 wurden in der Volksrepublik an neun Standorten komplette Maschinen im Wert von gut 130 Mio. € gebaut. „Das mutet noch nicht viel an, steht jedoch für ein Plus von
55 %“, so Kapp. Dieser Prozess werde mit weiterem Personalaufbau an Dynamik gewinnen.

„Dabei müssen aber nicht alle alles machen“, ist Kapp überzeugt. Er wirbt dafür, dass die deutschen Werkzeugmaschinenanbieter künftig enger zusammenarbeiten. Der VDW biete dafür die geeignete Plattform. Solche Kooperationen müssten nicht immer mit finanziellen Verflechtungen einhergehen. So könnten beispielsweise Service- und Ersatzteillagerhaltung in entfernten Märkten gemeinsam organisiert werden. Das spare nicht nur Kosten, sondern sei auch effizienter und könne dazu beitragen, dass die Branche in den neuen Wachstumsmärkten noch schlagkräftiger werde. HANS SCHÜRMANN

Von Hans Schürmann

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