Mondialogo 13.11.2009, 18:30 Uhr

Weltverbesserer mit Ingenieurherzen  

Dieter Zetsche, Daimler-CEO, fand große Worte: „Sie sind unsere Zukunft“, sagte er mit Blick auf die Ingenieurstudierenden aus 14 Ländern, die beim „Mondialogo Engineering Award“in Stuttgart einen Preis erhielten. Darunter zwei „Goldjungs“: Patrick Schaufuss (26) von der TU München und Don Nadun Sachinthaka Kuruppumullage (23) von der Uni Moratuwa in Sri Lanka. Sie nahmen für ihr gesamtes Team eine Goldauszeichnung des von der Daimler AG und Unesco initiierten Preises für ihr Projekt „Aqua Cube“ entgegen. Auch andere Teams mit deutscher Beteiligung schnitten gut ab. VDI nachrichten, Düsseldorf, 13. 11. .09, cha

Mit dem Preisgeld von 15 000 € wollen Schaufuss und Sachinthaka zusammen mit ihren Teamkollegen jetzt eine Anlage für kostengünstige und energieeffiziente Wasserentsalzung auf Solarbasis in dem 240-Seelen-Ort Illakkkattuwa im Nordwesten Sri Lankas bauen. Eine Prototyp steht bereits an der Uni München. „Der Aqua Cube ist für kleine Ortschaften gedacht, die akuten Wassermangel haben und wo die Errichtung großer Anlagen keinen Sinn macht“, erkärt Schaufuss.

Die internationale Jury, bestehend aus führenden Ingenieuren, fand dieses Projekt besonders gut, weil es kostengünstig und energieeffizient ist. „Unser Aqua Cube besteht aus zwei Kammern, in der einen Kammer verdunstet das vorgewärmte Meerwasser, tritt dann in die andere Kammer ein, das ist ein natürlicher Konvektionsmechanismus, der die Dampfströmung innen aufrecht erhält. Dieser Dampf kondensiert an kalten Oberflächen und tropft dann ab in Form von Kondensat und Trinkwasser.“

Der Prototyp in München könne 100 l pro Tag liefern. Die bei der Kondensation freiwerdende Energie werde zurückgewonnen und im ersten Schritt zur Meerwasseraufwärmung genutzt. „Es ist dann nur noch ein wenig Energie nötig, um den Kreislauf aufrecht zu erhalten, dafür braucht das System ein wenig Pumpenenergie, die über Solarkollektoren zur Verfügung gestellt wird“, versichert Schaufuss. Eine Anlage kostet etwa 4500 €. Sachinthaka war bereits in Deutschland, er hatte hier ein sechsmonatiges Praktikum an der TU München gemacht und den Aqua Cube mitentwickelt.

Das ist nicht immer so, oft treffen sich die Teilnehmer vor dem Symposium und der Preisverleihung nicht, sondern arbeiten nur via Internet und Telefon zusammen. Den Präsentationen, denn alle eingeladenen Teilnehmer mussten vor der Jury und den Mitarbeitern ihre Projekte in zehnminütigen Vorträgen vorstellen, konnte man davon nichts anmerken, nur, dass hier wirkliche High Potentials mit großem sozialen und gesellschaftlichen Bewusstsein an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet haben und dabei jegliche Hindernisse gemeinsam bewältigt haben. Die Jury hatte die Qual der Wahl: Insgesamt wurden in diesem Jahr (der letzte Engineering Award war 2007) 932 Projektideen aus 94 Ländern eingereicht. Acht davon erhielten Gold, Silber erhielten zwölf Teams und acht erhielten Bronze.

Wenn zwei sich treffen: Industrienation und Entwicklungsland arbeiten zusammen

Jeweils Partner aus einer Industrienation und Schwellen- und Entwicklungsländern finden sich für ein Projekt auf der Plattform von Mondialogo zusammen. Am „Aqua Cube“-Projekt wird deutlich, worum es geht: Die Jury bewertet neben Kreativität auch Qualität, Realisierbarkeit und Nachhaltigkeit der eingereichten Ideen und deren Orientierung an den Millennium-Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Außerdem soll der interkulturelle Dialog und Austausch zwischen den Ingenieurstudierenden gefördert werden. Mission possible.

Die Fülle an ungewöhnlichen Projekten ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass ein großer Teil des Ingenieurnachwuchses auf der Welt einen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander leisten will. Doch weil es nicht genügend sind, ist für Tony Marjoram, bei der Unesco zuständig für die Divsion Engineering Sciences, gerade dieser Preis von enormer Bedeutung: „Wir sehen überall, dass es zu wenige Ingenieure gibt, dass die Zahl in vielen Bereichen zurückgeht, dass sich junge Menschen zu wenig dafür interessieren. Mondialogo zeigt, dass es durchaus nicht langweilig ist, Ingenieurwissenschaften zu studieren. Es zeigt, dass Ingenieure maßgeblich daran beteiligt sind, die Probleme der Welt zu lösen.“ Besonders hob Marjoram hervor, dass rund 40 % der Projekte unter Beteiligung von weiblichen Ingenieuren zustande gekommen sind. „Das ist ein ermutigendes Zeichen“, betonte der Unesco-Vertreter.

Barry Grear, bis Freitag vergangener Woche Präsident der World Federation of Engineering Organizations (WEFO), der in der Mondialogo-Jury saß, sieht die Verantwortung der angehenden Ingenieure nicht zuletzt darin, durch die Entwicklung neuer Technologien und Materialien auf der Basis geringer Kosten den Lebensstandard in den ärmeren Ländern zu erhöhen. „Dafür ist dieser Wettbewerb ein Ausdruck“, so der Australier.

Und dann war da noch die Begegnung mit zwei alten Bekannten: Joachim Schneider aus Deutschland und Joseph Ntwari aus Ruanda. Sie hatten beim letzten Mondialogo-Wettbewerb das Rennen gemacht mit ihrem Projekt: Design und Bau von Brücken für die ländliche Bevölkerung in Ruanda.

Im letzten Jahr haben die beiden Teams ihr Projekt verwirklicht und berichteten den anderen Teilnehmern davon. Schneider hatte mehrere Monate vor Ort mitgemischt, Holz, Bambus, Stahl und ausrangierte Kabel der Deutschen Welle zusammengetragen, um eine Brücke zu bauen, die über einen gefährlichen Fluss führt und so dazu beiträgt, Menschenleben zu retten. Dafür erhielten sie einen Sonderpreis in Höhe von 10 000 €. „Wir haben noch etwas vom letzten Mal über und mit diesem Geld und dem Preisgeld können wir eine weitere Brücke finanzieren“, sagte Joachim Schneider. Er wird wohl dieses Mal beim Bau nicht dabei sein. Der Ingenieur arbeitet in Rosenheim als Statiker in einem Ingenieurbüro. Auf seine Erlebnisse bei Mondialogo und in Ruanda blickt er gern zurück. „Ich habe wirklich etwas gelernt und bewegt, das macht mich stolz und zufrieden.“ C. HANTROP

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