Anlagenbau 29.03.2002, 18:33 Uhr

Weltmarkt zahlt“s Anlagenbau heim

Erstmals in der Fir­mengeschichte musste der deutsche Herstel­ler SMS Demag einen Ver­lust ausweisen. Inzwischen lau­fen die Aufträge international wieder etwas an.

Schon länger schwärt die Krise: „Seit Beginn der Asienkrise sind die Stahlpreise um rund 30 % zurückgegangen“, sagte Heinrich Weiss, Vorsitzender des Vorstands der SMS AG, bei der Vorstellung der Bilanz des Konzerns am 19. März in Düsseldorf. Die dadurch bedingte Konsolidierung in der europäischen und später in der internationalen Stahl erzeugenden Industrie habe zu deutlich niedriger Nachfrage bei Hütten- und Walzwerkstechnik geführt, das Weltmarktvolumen ging seit 1998 um mehr als ein Drittel zurück.

Der verschärfte Wettbewerb führte außerdem zu erheblichem Druck auf die Preise. Deshalb musste SMS Demag in seinem Hauptgeschäftsfeld Hütten- und Walzwerkstechnik trotz einer Steigerung des Umsatzes von 1,4 Mrd. ! auf 1,6 Mrd. ! im Jahr 2001 Verluste hinnehmen.

Hinzu kam der Rückgang bei Maschinen und Anlagen der Kunststofftechnik, dem zweitwichtigsten Unternehmensbereich. Hier ging der Umsatz vor allem aufgrund des Einbruchs des amerikanischen Marktes zurück.

Die positive Entwicklung im kleinsten Geschäftsbereich, der Press- und Schmiedetechnik, reichte nicht aus, um die negative Entwicklung in den beiden Hauptsegmenten auszugleichen. Deshalb konnte der Konzern, der im Geschäftsjahr 2001 mit 9700 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von 2,24 Mrd. ! erwirtschaftete, erstmals in seiner Geschichte aber keinen Gewinn ausweisen. Mit 9 Mio. ! vor Steuern war der Verlust jedoch relativ klein. Im Vergleichsgeschäftsjahr 1999/2000 hatte das Unternehmen noch 67 Mio. ! Gewinn erzielen können.

„Trotz der schwierigen Lage der Weltstahlindustrie lag der 2001er Auftragseingang in diesem Geschäftsfeld um 5 % über dem Wert des Vorjahreszeitraums“, erläuterte Weiss. Im Vergleich mit den beiden „großen“ Wettbewerbern am Weltmarkt, der Voest Alpine (Österreich) und Danieli (Italien), habe SMS Demag seine Marktposition behauptet.

Hier geht es vor allem um Großaufträge, z. B. die Erweiterung des Stahlwerkskomplexes bei der iranischen Mobarakeh Steel & Co. mit rund 200 Mio. !. Zu den Aufträgen im Bereich Stahlwerke/Stranggießtechnik gehört ein komplettes Edelstahlwerk einschließlich der drei Brammen-Stranggießanlagen für SBGC Shanghai No. 1 Iron & Steel Co. Ltd. im Wert von 140 Mio. ! sowie eine Dünnbrammen-Gießanlage des CSP-Typs (Compact Strip Production) mit zwei Gießsträngen und sieben Walzgerüsten für die Maanshan Iron & Steel Co. im Wert von 130 Mio. ! in China.

Insgesamt aber ist das Unternehmen weiterhin auf Europa zentriert, wo 2001 rund 52 % des Umsatzes erzielt wurden. Nord- und Südamerika lagen mit 27 % an zweiter Position, während der asiatische Raum auf 19 % Umsatzanteil kam. Schon zu Beginn 2001, so Weiss, habe sich die verschlechterte Ergebnissituation abgezeichnet: „Deshalb haben wir bereits seit Jahresanfang 2001 mit Kostensenkungen begonnen.“

So wurden z.B. die Unternehmensbereiche Stahlwerke und Stranggießtechnik zu einem einzigen Geschäftsfeld zusammengefasst. Der bisherige Standort Duisburg (Demag) wurde komplett aufgelöst. Im Bereich Bandanlagen sei die Umstrukturierung inzwischen erfolgreich abgeschlossen, erläuterte Heinrich Weiss. Mit der Konzentration des Geschäftsbereichs auf den neuen Standort in Hilden habe man dort zugleich ein „Kompetenzzentrum Bandanlagen“ aufgebaut.

„Wir erwarten, dass sich die Konjunktur – ausgehend von den USA – in der zweiten Hälfte des Jahres 2002 langsam erholen wird“, sagte Weiss. Für den Weltstahlverbrauch gehe das International Iron & Steel Institute zwar im laufenden Jahr von einem leichten Rückgang um 0,7 % auf 736 Mio. t aus, im Kunststoffsektor sei dagegen weiterhin ein jährliches Wachstum von 4 % zu erwarten.

Wegen der Marktschwäche erwarte man 2002 lediglich einen Auftragseingang in Vorjahreshöhe. Hierbei hoffe man wegen weitgehend abgeschlossener Restrukturierung auf ein ausgeglichenes Ergebnis. K. VOLLRATH/KÄM

Von K. Vollrath/Käm
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