Engineering 25.01.2002, 17:32 Uhr

Team-Engineering in der Produktion wird Chefsache

Immer mehr Entscheider in den Top-Etagen der europäischen Industrie setzen auf firmenübergreifende Produktentwicklung, wie eine aktuelle Studie belegt. Allerdings sind Maschinen- und Anlagenbauer beim Thema Team-Engineering deutlich zurückhaltender als ihre Kollegen aus benachbarten Branchen.

Teamarbeit in der Produktentwicklung über Firmengrenzen hinweg wird für europäische Industrieunternehmen immer wichtiger. Dies ist die Kernaussage einer aktuellen Studie der internationalen Management- und Technologieberatung Accenture in Frankfurt/M. zum Thema „Collaborative Product Development“ (CPD). Grundlage der Studie sind 100 Interviews mit Top-Managern aus unterschiedlichen Branchen wie etwa Automobilbau, Investitionsgüterindustrie, sowie Luft und Raumfahrt.

„67 % der befragten Manager wollen in den kommenden drei Jahren internetgestützte Technologien und Prozesse einführen, mit deren Hilfe sie die Kooperation entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausbauen können“, präzisiert Henning Kaerner, Geschäftsführer des Bereichs Maschinen- und Anlagenbau bei Accenture. Allerdings verfügen derzeit nur 9 % der Interviewpartner über die technologischen Grundlagen für kooperative Produktentwicklung, 32 % könnten vorhandene Systeme noch entsprechend ausbauen, keine Erfahrung mit Produktdatenmanagement-Technologie hatten 27 % der Befragten.

Und: Maschinen- und Anlagenbauer sind beim Thema kooperative Produktentwicklung deutlich zurückhaltender als ihre Kollegen aus den benachbarten Industrien: „Nur etwa die Hälfte sieht hier Chancen, Engineering-Zeiten zu verkürzen und die Produktqualität zu erhöhen“, so Henning Kaerner. Im Vordergrund stehe für den Maschinen- und Anlagenbau die Reduktion der Entwicklungskosten, wobei sich immerhin zwei Drittel der befragten Führungskräfte vorstellen können, mit CPD-Programmen positive Effekte zu erzielen. Damit liegen sie immer noch unter dem Durchschnitt von 72 %.

„Das Votum der Maschinen- und Anlagenbauer ist bedenklich“, warnt der Geschäftsführer. Kostensenkungen, beschleunigte Markteinführungen sowie die Integration von Lieferanten und Kunden bei der Entwicklung neuer Produkte seien entscheidende Voraussetzungen für künftigen Erfolg: „Es sollte nicht übersehen werden, dass effiziente Produktentwicklung gerade in Zeiten schwacher Konjunktur ein wirkungsvolles Instrument ist, die Marktposition nicht nur zu halten, sondern auch zu verbessern.“ Gleichzeitig gehe es um mehr als „nur“ den Einsatz neuer Technologien, die bestmögliche Lösung verlange einen tiefergehenden Wandel, der alle Bereiche der Organisation berührt. Zudem müssten teilweise völlig neue Formen der Zusammenarbeit geschaffen werden.

Das Bewusstsein hierfür ist laut Studie bei den befragten Unternehmen vorhanden, die Intensivierung der Kooperation wird hierbei aber unterschiedlich bewertet: Für eine Vorreiter-Gruppe von 14 % – zumeist Automobilunternehmen – haben CPD-Initiativen erste Priorität.

Darüber hinaus planen zwei Drittel der Unternehmen die Einführung eines gemeinsamen, web-basierten Dokumentmanagementsystems. Und über 70 % der Umfrageteilnehmer erwarten die Implementierung von IT-Anwendungen für die gemeinsame Nutzung von Text- und Planungsdaten – beispielsweise CAD- oder CAE-Daten. „Die kooperative Nutzung von Programmen zur Erstellung von Text-, Projektplanungs- und Überwachungsdokumenten wird um 30 % zunehmen“, prognostiziert Branchenexperte Kaerner. Und für den gemeinschaftlichen Einsatz von Grafik-, Zeichen- und Modellierungsprogrammen – ebenso wie für die Nutzung von Videokonferenzen – sagt die Studie eine Zunahme von 20 % voraus.

Neue Herausforderungen an Fabriken, sind sich Branchenexperten einig, resultieren häufig aus innovativen, technologiegetriebenen Produktkonzepten – wie beispielsweise der Mechatronik. Gleichzeitig fordert der Markt im Zuge der Globalisierung kundennahe, weltweit verteilte Produktionsstandorte. Die Wahl einer geeigneten Fertigungstiefe sowie die Sicherstellung der Wandlungsfähigkeit sind hier zentrale Erfolgsfaktoren.

Der Einsatz digitaler Hilfsmittel bei Planung und Gestaltung minimiert hierbei den Aufwand bei steigender Ergebnisqualität. Diese Zusammenhänge soll das Seminar „Sm@rt Factory“ des Laboratoriums für Werkzeugmaschinen und Betriebslehre (WZL) der RWTH Aachen am 20. und 21. Februar näher beleuchten. Referenten aus Industrie und Forschung präsentieren dann Lösungsansätze speziell zu den Themen Planung, Gestaltung und Betrieb zukunftsorientierter Fabriken. DIETMAR KIPPELS

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