Drone Defender von Battelle 20.10.2015, 11:25 Uhr

So holt eine Waffe mit Radiowellen Drohnen vom Himmel

Die US-Forschungsgesellschaft Battelle hat ein Drohnenabwehrsystem namens DroneDefender entwickelt. Das Gerät wird auf ein Gewehr mit Zielfernrohr gesetzt und zwingt den Flugkörper mit Radiowellen zur sicheren Landung. 

DroneDefender im Einsatz: Der 5 kg schwere Aufsatz mit zwei Antennen lässt sich an jedem Gewehr mit Zielfernrohr befestigen. 

DroneDefender im Einsatz: Der 5 kg schwere Aufsatz mit zwei Antennen lässt sich an jedem Gewehr mit Zielfernrohr befestigen. 

Foto: Battelle

Nicht nur Hobbyfotografen und Freizeitpiloten haben Drohnen für sich entdeckt. Die unbemannten Flugobjekte beflügeln auch die Fantasie der Kriminellen: Sie eignen sich als Drogenkurier ins Gefängnis oder – so befürchten immer mehr Experten – zukünftig für terroristische Anschläge. Doch was tun, wenn eine Drohne mit Sprengstoff beladen auf einen öffentlichen Park oder ein Atomkraftwerk zufliegt? Abschießen wäre viel zu gefährlich. Einen sicheren und eleganten Weg hat die US-Forschungsgesellschaft Battelle gefunden.

DroneDefender sendet elektromagnetische Störsignale aus

Battelle hat den sogenannten DroneDefender entwickelt – einen weißen Aufsatz mit zwei Antennen, der sich auf jedes Gewehr mit Zielfernrohr aufsetzen lässt. Er sendet auf eine Distanz von 400 m elektromagnetische Störsignale aus, die der Drohne den Verlust der GPS-Daten vorgaukeln.

DroneDefender sendet elektromagnetische Störsignale aus, um die Drohne zu verwirren. Sie landet oder kehrt zum Piloten zurück. 

DroneDefender sendet elektromagnetische Störsignale aus, um die Drohne zu verwirren. Sie landet oder kehrt zum Piloten zurück.

Quelle: Battelle

Was dann passiert? Bei so gut wie allen Geräten setzen automatische Sicherheitsfeatures wie Auto Landing oder Return to Home ein. Der Multikopter landet also oder kehrt zum Piloten zurück. Mit seiner Fernsteuerung kann dieser dagegen nichts ausrichten. Ein großer Vorteil im Vergleich zum Abschuss mit Munition: Die Drohne bleibt heil – es fliegen keine Splitter umher, die für Menschen zu gefährlichen Geschossen werden könnten.

Sicherheitsangestellter zielt mit dem DroneDefender: Das System hat eine Reichweite von 400 m. Battelle will die ersten Geräte Anfang nächsten Jahres an Behörden ausliefern.

Sicherheitsangestellter zielt mit dem DroneDefender: Das System hat eine Reichweite von 400 m. Battelle will die ersten Geräte Anfang nächsten Jahres an Behörden ausliefern.

Quelle: Battelle

Die Technik hinter der Abwehrkanone sei allerdings alles andere als neu, berichtet das Magazin Drohnen.de. Die Frequenz-Störsender für das sogenannte GPS-Jamming könne man mit ein wenig Know-how sogar selbst bauen – die Signalstärke müsse aufgrund der in der Regel sehr geringen GPS-Stärke nicht besonders hoch sein.

Radiokanone soll günstiger sein als andere Abwehrsysteme

Trotzdem ist Battelle von Drone Defender überzeugt. Denn das System ist 5 kg leicht, somit gut zu transportieren und in 0,1 Sekunden nach dem Einschalten einsatzbereit.

Eine Akkuladung reicht für fünf Stunden Betrieb. Ein weiterer Vorteil der Radiokanone: „Sie wird erschwinglich sein und weniger teuer als andere Systeme“, sagt Battelle-Sprecherin Katy Delaney in einem Bericht des Spiegel. Man nehme nun Bestellungen von Behörden auf und werde Anfang kommenden Jahres erste Geräte ausliefern.

Laserkanone von Boeing lässt Drohnen in Flammen aufgehen

Ganz anders funktioniert eine mobile Laserkanone des US-amerikanischen Rüstungsunternehmens Boeing: Sie richtet einen 2-KW-Laserstrahl auf Drohnen, die nach rund 15 Sekunden Feuer fangen und abstürzen. Der Schütze steuert die Kanone mit einem herkömmlichen Controller der Spielekonsole Xbox 360 und zielt auf einem Laptop-Monitor. Der sperrige Metallkoloss lässt sich in vier Kisten transportieren und innerhalb von 15 Minuten aufbauen. Laut Boeing ist er in zwei Jahren marktreif.

 

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitet als freiberuflicher Journalist für Zeitschriften und Onlinemagazine wie die VDI Nachrichten und Ingenieur.de.

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