Hannover Messe 2015 01.04.2015, 10:42 Uhr

Nominierte für Technologiepreis Hermes Award stehen fest

Ein Roboter für die Kleinteilmontage, eine elektrisch leitfähige Paste als Fahrzeugheizung und ein virtuelles Kraftwerk: Sie alle haben die Chance auf den Hermes Award. Den Sieger des Technologiepreises der Hannover Messe 2015 gibt die Jury auf der Eröffnungsfeier am 12. April bekannt. 

Der Roboter Yumi ist geschickt genug, um einen Faden durch ein Nadelöhr zu ziehen. Er soll in Zukunft Arbeitern in der Elektroindustrie bei der Montage assistieren. 

Der Roboter Yumi ist geschickt genug, um einen Faden durch ein Nadelöhr zu ziehen. Er soll in Zukunft Arbeitern in der Elektroindustrie bei der Montage assistieren. 

Foto: ABB

Yumi zählt zu den nominierten Produkten für den Hermes Award – ein zweiarmiger Roboter aus dem Hause ABB in Mannheim, der Arbeitern in der Elektronindustrie bei der Kleinteilmontage assistiert. Kameraaugen und Hightech-Greifhände machen ihn geschickt genug, um beispielsweise Komponenten eines Smartphones zu bearbeiten. Laut ABB könnte er sogar einen Faden durch ein Nadelöhr ziehen.

„Yumi wird uns zahllose neue Einsatzmöglichkeiten bieten, womit wir am Beginn einer sehr aufregenden neuen Phase der industriellen Automation stehen“, sagt Pekka Tiitinen, Leiter der Division Industrieautomation bei ABB. Der Roboter hat zudem gepolsterte Arme und Sicherheitssysteme, die einen Betrieb neben dem Menschen ohne Schutzgitter ermöglichen.

Elektrisch leitfähige Paste als Heizung im E-Auto

Auf der Liste der Nominierten steht auch ContiTech. Der Maschinenbauer aus Hannover hat eine streichfähige Paste auf Polymerbasis entwickelt, die sich mittels Siebdruckverfahren in Sitze, Armlehnen und Türverkleidungen von Autos integrieren lässt. Der Clou: Die Paste ist elektrisch leitfähig und kann in Sekundenschnelle Wärme erzeugen. Da sie im Vergleich mit traditionellen Heizdrähten nur etwa zehn Prozent der Energie verbraucht, könnte sie als Heizsystem besonders Hersteller von Elektrofahrzeugen locken.

Virtuelles Kraftwerk als Schlüssel zur Energiewende

Über eine Nominierung freuen kann sich auch das Kölner Unternehmen Next Kraftwerke. Es hat Next Pool entwickelt, ein virtuelles Kraftwerk, das 2786 dezentrale Kleinkraftwerke bündelt, die mit Biogas-, Wasserkraft-, Windkraft- und Solaranlagen zusammen 1539 Megawatt Strom erzeugen. Über das virtuelle Kraftwerk können die Kleinkraftwerke am Regelenergiemarkt tätig sein, auch ohne die Mindesteintrittsgröße von 5 MW zu erreichen.

Das Kölner Unternehmen Next Kraftwerke hat ein virtuelles Kraftwerk entwickelt, das 2786 regenerative Kleinkraftwerke bündelt und ihnen den Zugang zum Regelenergiemarkt ermöglicht.

Das Kölner Unternehmen Next Kraftwerke hat ein virtuelles Kraftwerk entwickelt, das 2786 regenerative Kleinkraftwerke bündelt und ihnen den Zugang zum Regelenergiemarkt ermöglicht.

Foto: Next Kraftwerke

Der Strombedarf in Deutschland ließe sich zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien decken, ist Geschäftsführer Hendrik Sämisch überzeugt: „Unser flexibler, bedarfsorientierter Einsatz von erneuerbaren Energien, verbunden mit entsprechendem technischen Know-how und professionellem Stromhandel, ist der Schlüssel.“

3D-Webtool eGrip senkt Konstruktionskosten für Greiferfinger

Für den Hermes Award ebenfalls nominiert ist das Unternehmen Schunk aus Lauffen/Neckar in Baden-Württemberg. Es hat eine webbasierte 3D-Software namens eGrip entwickelt: Kunden können im Internet für Montageroboter Greiferfinger bestellen, die perfekt zu den zu transportierenden Bauteilen passen.

Mit dem 3D-Webtool eGrip können Kunden individuelle Greiferfinger für Montageroboter entwickeln. Das Tool senkt die Konstruktionskosten laut Hersteller Schunk um bis zu 97 Prozent. 

Mit dem 3D-Webtool eGrip können Kunden individuelle Greiferfinger für Montageroboter entwickeln. Das Tool senkt die Konstruktionskosten laut Hersteller Schunk um bis zu 97 Prozent. 

Foto: Schunk GmbH

Sie müssen dafür lediglich eine STEP- oder STL-Datei des Werkstücks hochladen, das Webtool erstellt automatisch individuelle Greiferfinger mit der optimalen 3D-Kontur. Laut Schunk senkt eGrip die Konstruktionskosten um bis zu 97 Prozent und die Lieferzeit von bis zu acht Wochen auf eine Woche.

Hochleistungsgetriebe Galaxie von Wittenstein

Zu den fünf Nominierten zählt außerdem Wittenstein. Das Unternehmen aus Igersheim in Baden-Württemberg hat ein Hochleistungsgetriebe namens Galaxie entwickelt, dem eine neue Kinematik zugrunde liegt. Es verbraucht weniger Energie bei höherem Wirkungsgrad und eignet sich für Werkzeugmaschinen, Roboter und Windenergieanlagen.

Wer das Rennen schließlich macht und den Innovationspreis mit nach Hause nimmt, das entscheidet sich im Rahmen der Eröffnungsfeier der Hannover Messe am 12. April: Dort wird Jury-Vorsitzender Prof. Wolfgang Wahlster, Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), den Gewinner bekanntgeben. 

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