Ticker zur Hannover Messe 2017 24.04.2017, 11:30 Uhr

Neuigkeiten aus Hannover

Wirtschaftszahlen, Performance-Checks, Forderungen – die Hannover Messe 2017 ist eröffnet und hier gibt’s die wichtigsten Nachrichten in Kürze.

Foto: Deutsche Messe AG

Die Hannover Messe beginnt traditionell mit den Veranstaltungen der großen Branchenverbände. Hier sind die Neuigkeiten von Montag:

Exportnation blickt sorgenvoll ins Ausland

Wie steht die deutsche Wirtschaft eigentlich insgesamt da? So weit ganz gut, urteilt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in Hannover. Die reale Wirtschaftsleistung dürfte 2017 um rund 1,5% anwachsen und dabei könnten 500.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Vor allem die Investitionen der Unternehmen in Bauten und Forschung kurbelten die Wirtschaft an, bilanzierte BDI-Präsident Dieter Kempf. Von einer Rückkehr zum „dynamischen Wachstum der deutschen Ausfuhren“ dagegen sei man noch weit entfernt.

Sorge bereitet Kempf vor allem der zunehmende Protektionismus in der Weltwirtschaft, insbesondere in Hinblick auf die USA. Innenpolitisch wünschte er sich, „mehr Wirtschaft zu wagen“ – etwa durch eine steuerliche Forschungsförderung, den Ausbau der digitalen Infrastruktur wie Breitband und 5G sowie die Belebung der energetischen Gebäudesanierung.

Energieversorger können auf das Vertrauen der Kunden setzen

Wie kommt die Digitalisierung der Energieversorgung eigentlich bei den Kunden an, hatte sich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gefragt und heute Antworten präsentiert. Demnach erkennen die Kunden, dass eine Digitalisierung notwendig ist, ihre eigenen Daten geben sie dennoch ungerne raus. Außer es nutzt ihnen, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hautgeschäftsführung. Die meisten Kunden glauben auch, dass die Energieversorger mit diesen Daten dann vertrauensvoll umgehen.

Neben der Kundenstudie veröffentlichte der BDEW seine aktuelle Kraftwerksliste 2017, in der Neubauten, geplante und genehmigte Kraftwerksprojekte aufgelistet sind. Allein vier Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 780 Megawatt sind derzeit in Bau, 15 weitere sind in Planung. „Aber die Investitionsentscheidung ist bei nahezu allen geplanten Gaskraftwerken mit einem Gesamtvolumen von 8700 Megawatt noch nicht getroffen“, warnte Kapferer. Die Politik müsse für Sicherheit sorgen, indem sie sich klar zu Gas als Energieträger bekenne. Das gleiche Bild zeichnete Kapferer für Pumpspeicherkraftwerke. Eine neue Regierung müsse einen Kapazitätsmechanismus einführen, der „einen Strommarkt mit einem Erneuerbaren-Anteil von 30% flexibel und jederzeit absichern“ kann. 

Die Elektroindustrie zittert trotz guter Zahlen

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hat seine aktuellen Wirtschaftszahlen vorgelegt. Demnach sind die wirtschaftlichen Aussichten der Branche positiv: Für 2017 rechnet der ZVEI mit einem Zuwachs von 1,5% bei der realen Produktion und einem Umsatzanstieg auf 182 Mrd. EUR (von 178,5 Mrd. EUR im Jahr 2016). Doch Unsicherheiten bleiben, denn ein Fünftel der Exporte aus der Elektroindustrie gingen im vergangenen Jahr nach Großbritannien, Italien, in die Türkei und die USA – allesamt Länder, die mit großen politischen Unsicherheiten aufwarten.

Bitkom fordert, politische Rahmenbedingungen für Industrie 4.0 zu schaffen

Schon heute ist Industrie 4.0 mehr als ein Buzzword, es ist ein Markt geworden. Allein in diesem Jahr werden die Unternehmen mit Hardware, Software und IT-Dienstleistungen einen Umsatz von 5,9 Mrd. EUR erzielen – ein Plus von 21% im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahlen stellte der Branchenverband Bitkom gerade in Hannover vor.

Besonders gut läuft das Geschäft mit Industrie-4.0-Lösungen für den Maschinen- und Anlagenbau. „Dort können die Unternehmen auf eine große Menge an Daten zurückgreifen, um effizienter zu produzieren – etwa auf Betriebs-, Zustands- und Umfelddaten. Zudem können die eigenen Produkte mit Industrie-4.0-Technologien ausgestattet werden, um so beispielsweise neue Dienstleistungen anzubieten“, erklärte Bitkom-Präsidiumsmitglied Winfried Holz. Mit führend ist auch die Automobilbranche, die sich in der Produktion und Logistik bereits auf Industrie 4.0 eingestellt hat.

Damit nach dem steilen Aufstieg keine Bruchlandung auf die Unternehmen wartet, sei die Politik gefragt. So müsse der Breitbandausbau, branchenübergreifende Standards zur durchgängigen Kommunikation und Vernetzung sowie Regeln für Datenschutz und Datensicherheit ganz oben auf der politischen Agenda stehen, forderte Holz. 

VDI: „Digitale Technologien sind keine Jobkiller“

Die Digitalisierung steht im Verdacht, Arbeitsplätze zu vernichten. Doch in Deutschland sei das Gegenteil der Fall, sagt der Verein Deutscher Ingenieure. Und stützt sich auf eine aktuelle Studie, deren wichtigste Ergebnisse wir hier zusammengefasst haben.

VDE launcht Austauschplattform für IT-Security

Bevor die Industrie komplett vernetzt wird und eine Industrie 4.0 Einzug hält in deutsche Werkshallen, muss eine ausreichende Sicherheitsinfrastruktur stehen. Für 88% des Mittelstands ist das die Voraussetzung für digitale Anwendungen, so eine aktuelle Studie, die der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) auf der Hannover Messe vorstellt. Das Ergebnis ist nicht verwunderlich, denn die Hälfte der Mitgliedsunternehmen und Hochschulen, die in der Studie befragt wurden, sind bereits Opfer einer Cyberattacke geworden.

Einziges Problem: Die finanziellen und humanen Ressourcen für die Abwehr solcher Attacken sind gerade im Mittelstand begrenzt. Der VDE springt in die Presche und startet die erste IT-Sicherheitsplattform CERT@VDE, um IT-Sicherheitsprobleme in der Industrieautomation zu moderieren. Darauf sollen Hersteller, Integratoren, Anlagenbauer und Betreiber sich anonym austauschen und gegenseitig unterstützen können. „Das stärkt nicht nur den Mittelstand und den Industriestandort Deutschland 4.0, sondern leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum digitalen Wandel insgesamt“, begründet VDE-Präsident Gunther Kegel die neue VDE-Initiative.

Maschinenbauer fordern politische Klarheit

Selbstbewusst wie eh und je präsentiert sich der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) auf der Hannover Messe. Weil die EU der Hauptabsatzmarkt der exportgetriebenen Branche ist, interessiert den VDMA-Präsidenten Carl Martin Welcker nicht nur die ökonomische Entwicklung jenseits der deutschen Grenzen, nein, auch für die Politik hat er noch Verbesserungsvorschläge.

Über 46% der Maschinenbau-Exporte gingen im vergangenen Jahr in die EU-Staaten, knapp 57% gingen nach Europa. Doch die Politik scheint eine Last: „Dort, wo die EU zuständig ist, muss sie auch wirklich handlungsfähig sein. Das würde bedeuten, dass sich nicht immer die deutsche Position durchsetzt. Aber wir können bei drängenden Fragen nicht darauf warten, dass sich immer 27 Staaten einig werden“, forderte Welcker. Ein klares Statement.

Dazu gab‘s eine Prognose von 1% Wachstum im Maschinen- und Anlagenbau für das laufende Jahr. „Viele Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren mit Investitionen zurückgehalten, weil es zahlreiche Risikofaktoren für die Weltkonjunktur gab und gibt. Diese Risiken haben in den letzten Monaten sicher nicht abgenommen. Aber inzwischen gibt es immer häufiger Investitionsvorhaben, die einfach nicht länger aufgeschoben werden können“, erläuterte der VDMA-Präsident. Etwa solche in die Digitalisierung. Welcker rät zu einer zweigleisigen Strategie: Dem Herstellen hochwertiger Maschinen und Anlagen auf der einen Seite und dem Aufbau digitaler Services basierend auf den zugehörigen Daten.

Von Lisa Schneider

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