Maschinenbau 07.05.2004, 18:30 Uhr

Neue Maschinen vereinfachen Druck und Weiterverarbeitung

Die Druck- und Stanzmaschinen der neuen Generation erfordern weniger Erfahrung, aber auch weniger Ausbildung zur Bedienung, ohne dass die Qualität leidet. Im Gegenteil, die Qualität steigt, je weniger Eingriffsmöglichkeiten der Bediener hat.

Beim Radebeuler Druckmaschinenhersteller KBA setzt man bei den Modellen Genius, 74 Karat und Rapida 74 G auf komplett regelfreie, sprich zonenschraubenlose Druckwerke, die zudem wasserlos drucken.

Die Maschinen drucken nur das, was die Druckdaten aussagen und der um den Regelparameter Wasser reduzierte Druckprozess selbst wird stabiler. Bei der Rapida 106 genannten Mittelformatmaschine des sächsischen Herstellers bietet KBA bei einer konventionellen Maschine zudem die Option einer „ziehmarkenlosen“ Bogenanlage an. Die nicht korrekte Einstellung dieser Analagemarken führt heute oft zu Reklamationen wegen Differenzen im seitlichen Register.

Die ziehmarkenlose Bogenanlage hat weiter den entscheidenden Vorteil, dass keine mechanische Ausrichteinheit mehr an der Maschine vorhanden ist, welche zu Markierungen auf dem Bogen und im Druck führen kann. Auch sind bei dieser neuen Art der automatisierten Bogenausrichtung jegliche manuelle Einstellungen überflüssig. Die einlaufenden Bogen werden elektronisch zur Vorpositionierung der Greiferleiste in der Zuführtrommel und der seitlichen Endausrichtung kontrolliert. Der Stellweg beträgt 5 mm.
Mit der ziehmarkenlosen Bogenanlage ist man in Radebeul auf dem Weg zu einer Maschine mit komplett rotativen Bewegungsabläufen, was zum einen ein weiteres Geschwindigkeitspotenzial für den Bogenoffsetdruck darstellt, aber auch einen sicheren Bogentransport mit weniger Makulatur. Es bedeutet auch weniger Einstellungsaufwand, Maschinenverschleiß und Wartungsaufwand.

KBA entwickelte, um die Einstellarbeiten zu erleichtern, weiter eine automatische, kameragesteuerte Passer-Einstellung. Das System erfasst mittels einer Videokamera die Registerdifferenzen und überträgt die erforderlichen Stellwerte für die Seiten-, Umfangs- und Diagonalregister an die einzelnen Druckwerke. Voraussetzung für die volle Nutzung ist aber die Einbelichtung eines speziellen Messfeldes, welches aufgrund der hohen Präzisionsanforderungen nur digital, also mit Computer-to-Plate-Systemen, erstellt werden kann.

Für den Schweizer Stanzmaschinenbauer Bobst aus Lausanne stellt die immer geringer werdende Qualifikation der Bediener eines der größten Probleme dar. Insgesamt verfügen die neuen Bobst-Stanzmaschinen über weniger Einzelteile und weniger Einstellmöglichkeiten als ihre Vorgänger. Alle Maschinen sind werkzeuglos, bzw. mit nur einem Schlüssel einstellbar. Auch zum Einsetzen der Stanzformen werden weniger Werkzeuge benötigt. Die Saugköpfe am Anleger werden über Servomotoren gesteuert.
Weniger Teile bedeuten auch eine vereinfachte Bedienung der Maschine – hierdurch und durch eine ganze Reihe von elektronisch ansteuerbaren Voreinstellparametern lassen sich die Einstellzeiten der neuen Stanzmaschinen aus Lausanne erheblich reduzieren.

Druckverfahren für Zeitschriften

Der Begriff Rollenoffset beschreibt eine Druckmaschinentechnik, bei der der Bedruckstoff als Papierbahn von Rollen abgewickelt und endlos im Offsetdruckverfahren bedruckt wird. Nach dem Druck wird die Farbe auf der Bahn durch Hitze getrocknet. Der Druck muss deshalb schon in der Maschine absolut durchgetrocknet sein, da die Bahn nach dem Bedrucken sofort in Fertig- bzw. zu Teilprodukten verarbeitet wird. Dazu wird die Bahn über Trichter und Falzapparate gefalzt, geleimt oder geheftet.

Rollenoffset wird oft auch Akzidenzdruck genannt, da es sich in dieser Ausprägung weder um Verpackungs- noch um Zeitungsdruck handelt. Rollenoffset ist neben Rollentiefdruck das Druckverfahren, welches sich in der Magazin- und Katalogproduktion, aber auch im Druck für Telefonbücher durchgesetzt hat. Im Gegensatz zum Tiefdruck wird beim Offsetdruck über polymerbeschichtete Aluminiumdruckplatten und nicht über galvanisierte und gravierte Zylinder gedruckt. Die laserbebilderten Druckplatten sind erheblich billiger als die Tiefdruckzylinder. Produkte und Weiterverarbeitungstechnik beider Verfahren sind relativ identisch, lediglich die Auflagenhöhe entscheidet oft darüber, in welchem der beiden Verfahren für den Verlagsdruck produziert wird.

 

Von Uwe Clever

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