Branchenzahlen 04.01.2013, 11:33 Uhr

Maschinen- und Anlagenbau profitiert von erfolgreicher Exportstrategie

Der Deutsche Maschinen- und Anlagenbau prognostiziert für 2013 ein Produktionswachstum von 2 %. Getragen wird die Branche von ihrer Exportstärke. Dabei zeigte sich 2012 eine Verschiebung der Exportanteile. Während China an Wachstumsgeschwindigkeit verlor, legten Lateinamerika und die USA wieder stärker zu. Zudem konnte die Branche die Importe aus dem EU-Ausland 2012 steigern.

Maschinen- und Anlagenbau profitiert von erfolgreicher Exportstrategie

Maschinen- und Anlagenbau profitiert von erfolgreicher Exportstrategie

Foto: Werkfoto

Für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer haben sich die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Nachfrage im Jahresverlauf 2012 nur bedingt erfüllt. Wie Thomas Lindner, Präsident des Branchenverbands VDMA, im Dezember in Frankfurt mitteilte, lag der Auftragseingang in den ersten zehn Monaten 4 % unter Vorjahr.

Doch Lindner gab sich für das kommende Jahr verhalten optimistisch: „Voller Zuversicht, dass sich der Nachfragestau in wichtigen Märkten, namentlich in China, auflöst, belassen wir unsere Produktionsprognose 2013 bei 2 % Wachstum.“ Die Volksrepublik China, größter Auslandsmarkt des Maschinen- und Anlagenbaus, habe 2012 geschwächelt. Das Vorjahresniveau sei dort nominal um 8,6 % verfehlt worden, was nach Jahren regelmäßig zweistelliger Zuwachsraten für viele Unternehmen der Branche eine neue Erfahrung bedeutet habe. Wie Lindner betonte, wurde das Wachstum von China gebremst, weil sich dort eine Immobilienblase gebildet habe und hohe Inflationsraten entstanden seien, gegen die etwas getan werden musste.

Maschinen- und Anlagenbau: Exportziel USA feiert beachtliches Comeback

Doch in viele andere Länder und Regionen konnten trotz eines generell schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeldes die Exporte gesteigert werden. So wuchs der Handel mit Lateinamerika um 10,7 % und das Come-back der USA als Exportziel fiel mit einer Zunahme von 20,1 % eindrucksvoll aus. „Der Prozess der schleichenden Deindustrialisierung der US-Wirtschaft wurde, so scheint es zumindest, gestoppt“, kommentierte Lindner diese Entwicklung. Die deutschen Maschinenbauer würden hiervon mit ihrem erstklassigen Angebot profitieren.

Auch das Geschäft mit Südostasien habe sich erfreulich entwickelt: Das Exportplus betrage hier 21,4 %. Zu verdanken sei dies den verstärkten Bemühungen um die Asean-Märkte (Südostasien), denen man nach der Asienkrise tendenziell gegenüber China zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Für Überraschung sorgte der überdurchschnittliche Zuwachs der Ausfuhren in die EU-Partnerländer. Hier erzielten die deutschen Maschinenbauer ein Plus von 7,5 %. Mit dem Hinweis, dass es sich hier nicht um eine Einbahnstraße handele, begegnete Lindner der gelegentlich im Ausland geäußerten Kritik, die deutsche Industrie gefährde mit ihrem exzessiven Export das wirtschaftliche Gleichgewicht in Europa. Denn die deutschen Maschinenimporte aus den EU-Ländern stiegen 2012 gleichzeitig um 9,9 % – und damit deutlich stärker als die Exporte.

Auch im weltweiten Vergleich lagen die EU-Lieferanten günstig. Dazu Lindner: „Während die gesamten deutschen Maschinenimporte um 6,9 % zulegten, konnten die Importe aus EU-Partnerländern also überproportional expandieren.“

2013: China und USA lassen Maschinen- und Anlagenbauer hoffen

Für 2013 ist der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau auch weiterhin auf Expansion ausgerichtet. Denn der Einkaufsmanagerindex für China ist wieder im expansiven Bereich angekommen, und im Euroraum hat er sich stabilisiert. „Das sind grundsätzlich gute Vorgaben für die Maschinenproduktion“, erklärte Lindner.

Die Hoffnungen ruhten nicht nur auf dem Wiedererstarken des chinesischen Marktes, sondern man gehe außerdem davon aus, dass sich das Wachstum in den USA fortsetzt. All dies könne auch den Aufholprozess in den sich industrialisierenden Ländern, wie etwa Mexiko und Brasilien, wieder beflügeln.

Seine positive Einschätzung der Entwicklung auf dem chinesischen Markt begründete Lindner so: „Im Vorgriff auf den Parteitag und den politischen Wechsel in China hat man wieder das Gaspedal getreten.“

Es würde aber eine Weile dauern, bis die Maßnahmen zur Wiederbelebung des Wachstums griffen. Deshalb erwarte die Maschinenbauindustrie, dass erst ab dem zweiten Quartal 2013 die Zahlen aus China besser werden. Das erste Quartal sei in China immer problematisch, weil das chinesische Neujahrfest die wirtschaftlichen Aktivitäten lähme. Erst bis zu vier Wochen danach verfüge man über die wirklichen Indikatoren für den Verlauf des restlichen Jahres, und da sei er optimistisch.

Maschinen- und Anlagenbau: China ist nicht alles

Das Verhältnis des Maschinenbaus zu China drückte Lindner so aus: „Ja, das ist ein harter Wettbewerber, aber es ist auch ein Riesenmarkt.“ Man betone eher die Chancen und nicht ständig die Risiken. Schließlich seien die deutschen Unternehmen dort tatsächlich erfolgreich. China nehme einen Anteil von etwa 12 % an der Produktion ab, und wenn die chinesische Nachfrage um 10 % wachse, so bedeute die für die gesamte deutsche Maschinenbaubranche ein Produktionszuwachs von 1 % bis 1,2 %.

Doch China sei nicht alles. Das könne man daran sehen, wie etwa die USA das deutsche Exportgeschäft im zurückliegenden Jahr stabilisiert haben. Trotz aller Betonung von China und dessen Bedeutung sei es einer der Erfolgsfaktoren des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus, dass er doch relativ breit strukturiert sei und viele Märkte habe.

Von Ulrich W. Schamari

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