Engineering 20.04.2001, 17:29 Uhr

Kreative Lösungen für große Unternehmen

Welche Software ist für die Aufgabenstellung geeignet?

Natürlich wissen sie bei Konscha, wie man ein Zeichenbrett nutzbringend einsetzt. Das Remscheider Unternehmen hat sich schließlich in 32 Jahren als Dienstleister im Maschinen- und Anlagenbau behauptet. Doch die rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeichnen nur noch in Ausnahmefällen mit der Hand, stattdessen kommen die gängigen CAD-Systeme zum Einsatz. Erste wichtige Entscheidung bei jedem neuen Auftrag: Welches System ist für die Aufgabenstellung und den Auftraggeber am besten geeignet?
Art und Umfang der Aufträge für das Konstruktionsbüro können ganz unterschiedlich sein: Der Kunde braucht vielleicht ein neues Produkt, oder er hat bereits das fertige Produkt im 3D-Format parat und benötigt Änderungen oder spezielle Teillösungen und hat nicht die Kapazitäten, um sie selbst auszuführen. „Häufig erwarten die Kunden von uns aber auch neue Ideen, die in der Routine des eigenen Betriebes nur schwer entstehen können. Wir als Dienstleister haben wegen der ständig wechselnden Problemstellungen vielfältigere Erfahrungen, die dann in unsere Arbeit einfließen,“ erläutert Konscha-Mitarbeiter Gerhard Meiske einen grundsätzlichen Vorteil der freien Konstruktionsbüros.
Im CAD-Zeitalter hat sich natürlich viel verändert. Die Arbeit ist schneller und durch geringere Fehlerquellen effektiver geworden, und für die Konstrukteure sind neue Aufgaben hinzugekommen. Der entscheidende Sprung ist das 3D-Format. Dabei verwischen die Grenzen zwischen Konstruktion und Produktion immer mehr. Die technische Zeichnung allein reicht nicht mehr aus, sie wird zur reinen technischen Dokumentation. „Wir geben jetzt dem Werkzeugmacher die Geometrie vor, die wir brauchen. Diese Geometrie ist als Zeichnung aber gar nicht mehr abzulegen, weil es ja eine räumliche, vielleicht auch eine Freiformgeometrie ist.“ Wenn die Auftraggeber bereits technisch umgestellt haben, sind ihre Maschinen in der Lage, die 3D-Dateien direkt abzugreifen. Sie besitzen zwar nicht die Konstruktionsmodule der CAD-Systeme, aber die Module, die nötig sind, um die Konstruktionsdaten umzusetzen: sozusagen eine virtuelle Fräsmaschine. Die wird programmiert, um zu sehen, wie die Maschine das Werkstück mit den vorhandenen Daten produziert. Erst nach dieser Kontrollphase wird aus dem Programm ein Ausgabeformat erstellt und das Rohteil in die Maschine eingespannt.
„Wir sind unter anderem in der Produktentwicklung tätig, dass ist im 3D-Bereich in den letzten Jahren ein wichtiges Standbein geworden“, berichtet Manfred Schambil, geschäftsführender Gesellschafter der Konscha GmbH. Meist sind es große Unternehmen unter den Auftraggebern, die ebenfalls bereits mit 3D-Systemen arbeiten, weil die Vorteile einfach zu deutlich sind. Jedoch besitzen selbst die größten Firmen nicht immer das neueste technische Know-how. Im Idealfall wird bei Konscha mit der selben Software gearbeitet, die auch beim Kunden im Einsatz ist. So können Schnittstellen vermieden werden, die immer problematisch sind. Kleinere Unternehmen müssten überlegen, ob der Konstruktionsbedarf es rechtfertigt, teure Computerprogramme anzuschaffen. „Eine kleine Schlosserei, die beispielsweise Geländer bauen will, braucht natürlich keine High-End-Systeme, da reicht ein einfaches Produkt „, erläutert Konstrukteur Frank Horn. Er erinnert sich an einen Kunden, der eine 2D-Anwendung im Einsatz hatte. Nun benötigte er aber für sein Produkt ein Gehäuse mit Griffmulde. Solche Geometrien lassen sich jedoch in einem solchen Programm nicht mehr beschreiben. Der Kunde brachte also 2D-Dateien und ein von einem Designer mit der Hand geschnitztes Modell zu Konscha. „Auf dieser Grundlage sollten wir dann dieses Teil mit der 3D-Technik modellieren und die Schnittstelle zur Software des Kunden einrichten,“ berichtet Horn. Der Kunde war durch dieses Beispiel so sehr von der 3D-Technik begeistert, dass er gleich die entsprechende Software anschaffte und Konscha zunächst einen Kunden weniger hatte. Erst nach personellen Engpässen ergaben sich dann neue Aufträge.
Gerhard Meiske arbeitet bereits seit über acht Jahren mit 3D-Systemen und betont, immer noch dazu zu lernen. „Die Fehler, die ich bereits gemacht habe, muss ich ja nicht unbedingt wiederholen, aber man lernt nie aus. Auch jetzt entdecke ich manchmal noch Neues.“ Nicht nur das Endprodukt, die Außenhaut eines Bauteils, sei wichtig, sondern auch der Weg dort hin. Die Art und Weise, in der konstruiert wurde, und die Änderungsmöglichkeiten entscheiden ebenfalls über die Qualität der 3D-Daten. Weniger erfahrene Konstrukteure, ohne entsprechende Ausbildung, scheitern deshalb häufig an der Komplexität der 3D-Software.
„Es gab und gibt auch heute noch diese Einzelkämpfer am Brett: Aber das ist der falsche Weg“, spricht sich Frank Horn für notwendiges Teamwork aus. Bei jedem neuen Auftrag setzen sich die Mitarbeiter zusammen, die mit der geeigneten Software arbeiten. In gemeinsamer Diskussion schält sich dann ein Weg heraus und eine Kollegin oder ein Kollege macht sich an die Arbeit. Wenn es Probleme gibt, wird der Stand der Dinge wieder gemeinsam erörtert und das weitere Vorgehen besprochen. So werden die besten Ergebnisse erzielt, sind sich Horn und Meiske einig.
Das Konstruktionsbüro Konscha hat nicht unbedingt ein junges Team. Mit Leidenschaft erklärt Manfred Schambil: „Es ist ein unsinniges Vorurteil, dass ältere Mitarbeiter nicht für die Arbeit am Computer geeignet sind. Einer unserer Leute beispielsweise, mit 62 Jahren ein echter Medusa-Freak, leidet im Moment regelrecht, weil er bei einem Kunden einen Vorentwurf am Brett machen muss.“ MANFRED BURAZEROVIC

Von Manfred Burazerovic
Von Manfred Burazerovic

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