Maschinenbau 17.09.2004, 18:33 Uhr

In Tschechien wird jede dritte Maschine geleast

VDI nachrichten, Prag, 17. 9. 04 -Knapp jede dritte Investition in Maschinen oder Anlagen wird in Tschechien über Leasing finanziert, rund 150 Anbieter gibt es. Davon profitieren deutsche Maschinenbauer, die so auch aufwändigere Anlagen vertreiben können.

Leasing hat in Osteuropa viel zum Aufbau der Wirtschaft nach der Wende beigetragen“, sagt Uta Reichel, die Geschäftsführerin der Deutsche Leasing CR. Dass Leasing in Tschechien so erfolgreich ist, liegt vor allem an den Rahmenbedingungen. Schon in den neunziger Jahren hat die tschechische Regierung einige Gesetze verabschiedet, die die Entwicklung dieser Finanzierungsform begünstigt haben. „Damit hat sie weitsichtig erkannt, dass mit einem entsprechenden Angebot an Leasing-Leistungen die notwendige Modernisierung der Wirtschaft viel schneller zu bewerkstelligen ist als mit traditionellen Finanzierungsinstrumenten“, freut sich Hans-Michael Heitmüller, Vorstandschef der Deutschen Leasing.
Denn Banken konnten zu Beginn des Wirtschaftsaufbaus noch nicht so hohe Risiken eingehen: Als Eigentümer der verleasten Güter hatten die Leasing-Gesellschaften auf ihre Vermögenswerte Zugriff, während die Banken als Kreditgeber ein Pfandrecht bei einem Konkurs erst nach Jahren erhalten hätten.
Die Deutsche Leasing hat schon vor zehn Jahren eine tschechische Tochtergesellschaft gegründet, ursprünglich mit der Absicht, die deutschen Kunden auf ihrem Weg ins Ausland zu begleiten. Heute macht die „Deutsche Leasing CR“ 70 % ihres Neugeschäfts mit tschechischen Unternehmen.
„Die tschechischen Kunden möchten immer gern die modernste Technik einsetzen“, sagt Milan Haltuf. Der Geschäftsführer der tschechischen Vertriebs- und Servicegesellschaft der Trumpf Gruppe steht vor einer Stanzmaschine, die großformatige Dünnbleche bearbeiten kann – „mit bis zu 1200 Hüben in der Minute beim Stanzbetrieb und 2800 Hüben pro Minute beim Signieren ist sie die schnellste und modernste Stanzmaschine der Welt“, sagt er stolz. Diese und andere Maschinen zum Stanzen und Laserschneiden führen Haltuf und seine 27 Mitarbeiter in einem Anwendungszentrum in der Nähe von Prag vor, das im vergangenen Jahr dort eingerichtet wurde. Dort werden auch die Kunden geschult und Seminare abgehalten.
Seit 1970 habe Trumpf seine Präsenz in Tschechien ausgebaut, sagt Haltuf. Hergestellt werden die Maschinen jedoch in Frankreich, der Schweiz, Österreich oder Taiwan. Damit die Kunden sie finanzieren können, setzt auch Trumpf in Tschechien auf Leasing. „70 % unserer Maschinen werden über diesen Weg verkauft“, sagt Haltuf.
Deshalb arbeitet der Maschinenbauer aus Ditzingen bei Stuttgart mit der Sparkassentochter Deutsche Leasing zusammen, die sich in Tschechien auf die Finanzierung von Maschinen und Anlagen spezialisiert hat. Sie finanziert unterdessen ein Sechstel aller Maschineninvestitionen in Tschechien.
Insgesamt aber gibt es heute einhundertfünfzig Leasinggesellschaften in Tschechien, von denen die fünf größten mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes unter sich aufteilen. Darunter sind drei Tochtergesellschaften deutscher Banken so gehört die CAC Leasing (auf Platz zwei) der HypoVereinsbank und der Österreichischen Kreditanstalt, die SkoFin (Platz drei) der Volkswagen-Bank. Auf Autoleasing entfällt mit 49 % der größte Teil des Leasingvolumens von insgesamt 3,31 Mrd. €, LKW-Leasing hält einen Anteil von 27 %, Maschinen- und Anlagenleasing steht mit 20 % auf Platz drei.
Finanzleasing ist die noch am weitesten verbreitete Form dieser Finanzierung. Dabei ist der Leasing-Nehmer nach Ablauf der Vertragslaufzeit zum Kauf der Maschine oder Anlage verpflichtet, der Leasing-Geber kann jedoch die Anschaffungskosten bis zu 90 % linear abschreiben, wenn der Vertrag mindestens 36 Monate läuft.
Das in den entwickelten Märkten schon weiter verbreitete Operating-Leasing hingegen hat nur einen Anteil von 5 %. Dabei gibt der Mieter das Objekt nach Beendigung des Mietvertrages an den Vermieter zurück und zahlt nur für die Nutzung.
Leasinggesellschaften müssen sich aber nach dem EU-Beitritt auf veränderte Bedingungen einstellen: Denn seither haben die tschechischen Unternehmen die Möglichkeit, Fördermittel der Europäischen Union in Anspruch zu nehmen. Das aber können sie nur als Eigentümer. Für die Leasing-Gesellschaften bedeutet das, dass sie deshalb künftig stärker als Kreditfinanzierer auftreten müssen, damit sie ihren Kunden in dieser Hinsicht entgegenkommen können.BRIGITTE SCHOLTES

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