Engineering 02.07.1999, 17:22 Uhr

Fehlersuch-Software spart Geld und schont Konstrukteurs-Nerven

Fehler möglichst früh in Konstruktion und Entwicklung aufspüren – das spart unnötige Kosten und vermeidet abteilungsübergreifenden Ärger. Hier hilft leistungsfähige Analyse-Software, die jetzt auch preisgünstig auf Personalcomputern läuft.

Marketingleiter Hans Weigert erinnert sich: „Ein Return on Investment innerhalb von nur dreiTagen war bislang der extremste und beste Fall. Kurz nach der Installation unserer Software fand der Kunde einen gravierenden Fehler.“ Dessen spätere Entdeckung hätte mehr Geld gekostet als die installierte Analyse-Software, so der Vertriebsexperte bei Faro Europe in Stuttgart.
Wenn es auch nicht immer so spektakulär zugeht, machen sich Analysepakete in der Regel schnell bezahlt. „Im Mittel ist das eingesetzte Geld binnen weniger Monate wieder hereingeholt“, weiß Faro-Geschäftsführer Wendelin Scharbach.
Die Analyse gerade ausgeführter Konstruktionen, aber auch bestehender Modelle, kommt vielen Stellen eines Unternehmens zugute. Zum einen kann der Konstrukteur natürlich selbst prüfen. Beispielsweise, ob zugelieferte Teile von Kollegen oder auch fremden Firmen zu seinen Modellen passen.
Zum anderen sind aber auch die nachgelagerten Stellen in der Lage, die CAD-Daten zu analysieren, wie etwa die Kalkulation, Arbeitsvorbereitung, Planung, oder die Meßtechnik . Jede dieser Stellen braucht das gleiche CAD-Modell, wertet es aber nach unterschiedlichen Kriterien aus. „Wer das früher tun wollte, brauchte selbst ein CAD-System mit der entsprechenden Software an seinem Arbeitsplatz. Das wäre nicht nur teuer gewesen, sondern es scheiterte auch an der Bedienung. Kostenkalkulatoren oder Werkstattpersonal sind eben normalerweise nicht an CAD ausgebildet“, schildert Wendeling Scharbach die Ausgangssituation für die Entwicklung neuartiger Analysewerkzeuge.
Der Faro CAD-Analyser, der auch einen CAD-Viewer enthält, entstand ganz konkret aus den Bedürfnissen meßtechnischer Abteilungen heraus. Wer messen will, braucht die Sollwerte, und die erhält er aus dem CAD-Modell. Um aktuell zu sein, ruft man es direkt aus der Datenbank auf und verläßt sich nicht auf Papierzeichnungen, die gerade im Betrieb vorhanden sind. Auch die Fertigung in der Spätschicht oder am Wochenende spricht dafür, ein elektronisches Archiv zu benutzen, welches 24 Stunden am Tag geöffnet ist.
Um also ihren Kunden im Bereich der Meßtechnik zu helfen, entwickelten die Faro-Ingenieure ein Programm, das unter NT auf jedem PC laufen kann und zudem noch sehr einfach zu bedienen ist. „Die Schulung für den CAD-Analyser dauert einen Tag in unserem Schulungszentrum. Viele Kunden lernen es aber auch in wenigen Stunden selbst. Dafür stehen leicht verständliche Handbücher und eine gute Online-Hilfe zur Verfügung“, berichtet Hans Weigert. Die Schnelligkeit, die man in der Werkstatt braucht, erhält das Programm durch eine originäre Entwicklung hin auf die Microsoftplattform. Fremde Tools wurden weder bei der Programmierung noch als Teil des Ablaufprogramms eingesetzt.
In der konkreten Arbeit mit dieser Software sieht es so aus, daß zunächst die CAD-Daten über eine Schnittstelle in den Analysen eingelesen werden. Dazu werden die Daten vom CAD-Datenbankserver auf einen NT-Server übernommen. Von dort aus haben dann alle PCs Zugriff. Die Software sorgt dafür, daß das gewünschte CAD-Teil zunächst einmal angezeigt wird. Schon bei einem Preview ist zu erkennen, ob es sich um das richtige Bauteil handelt. Aus der Teilenummer läßt sich dies ja oft nicht ablesen. Hier hat der Viewer eine gewisse Browser-Funktion für die Datenbank.
Angenommen, der Anwender hat nun das richtige Teil gefunden, dann kann er entscheiden, ob es schattiert oder als Drahtmodell dargestellt werden soll. Er kann das Teil weiterhin drehen, verschieben und zoomen.
Files, die Änderungsstände enthalten, können übereinander dargestellt werden. Hierbei werden geänderte Bereiche farblich gekennzeichnet. Um Details genau analysieren zu können, werden Schnitte gelegt, oft auch ganze Serien, um eine Konstruktion komplett zu erfassen. Auch dabei hilft die farbliche Markierung, um Veränderungen sofort zu erfassen. In einer weiteren Analysestufe können außerdem noch Maße abgefragt werden. Hierzu genügt das Anklicken der Geometrieelemente.
Wichtig bei dieser Arbeit sind die Geometrieschnittstellen von CAD zum CAD-Analyser. Zu einigen CAD-Systemen hat Faro direkte Schnittstellen entwickelt, allen voran zu Catia und Unigraphics, Interfaces zu Ideas und Pro/Engineer sind in Bearbeitung. In allen anderen Fällen können die Standardschnittstellen, IGES, VDA-FS und in Zukunft auch STEP benutzt werden.
Nach einer Konstruktions-Analyse fließen möglicherweise Änderungswünsche auch wieder an die Konstrukteure und Entwickler zurück. Unabdingbar ist es dabei, daß die eigentlichen Ursprungsdaten nicht unwillkürlich geändert werden können. Das CAD-Modell bleibt in der Hoheit des Konstrukteurs.
KARL OBERMANN
Fertige Konstruktionen, wie hier im Automobilbau, lassen sich per CAD-Analyse prüfen und bewerten. Das beschleunigt die Arbeitsvorbereitung und präzisiert die Kosten-Kalkulation.

Von Karl Obermann
Von Karl Obermann

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