Maschinenbau 07.07.2000, 17:25 Uhr

Brummen im Ausland: Deutsche Flüssigkeitspumpen haben Auftrieb

Die deutsche Pumpenindustrie machte 1999 nur eine kurze Verschnaufpause. Nach den Vorhersagen des Fachverbandes Pumpen im VDMA vom 6. Juli wird die Produktion in diesem Jahr und auch 2001 um 5 % steigen. Deutscher „home market“ ist die EU.

Friedrich U. Arnold kann sich freuen: „Durch die positive weltweite Konjunktursituation und auch der niedrigen Bewertung des Euro – derzeit sind zudem keine akuten Krisenherde erkennbar – wird sich aus heutiger Sicht die positive Stimmung zunehmend festsetzen und sich dies über das Jahresende hinaus bis ins Jahr 2001 hinein in konkreten Aufträgen niederschlagen.“
Nach Aussage des Vorsitzenden des Fachverbandes Pumpen im VDMA, der Vortandsmitglied der Leistritz AG, Nürnberg, ist, wird die Produktion von Flüssigkeitspumpen dieses Jahr 2000 um gut 5 % steigen, während der VDMA für den gesamten Maschinenbau eine Zunahme von real 6 % voraussage.
Flüssigkeitspumpen, das sind z. B. Kreiselpumpen und Verdrängerpumpen rotierender oder oszillierender Bauart. „Schon im vierten Quartal 1999 setzten die Auftragseingänge der deutschen Pumpenhersteller – bedingt durch ein kräftig anziehendes Auslandsgeschäft – zu einem neuen Höhenflug an“, sagte Arnold am 6. Mai auf der Jahreskonferenz seines Fachverbandes im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Die Auftragseingänge hätten im Zeitraum Januar bis Mai 2000 um durchschnittlich 14 % zugelegt, im Ausland sogar um 22 % (Inland 6 %).
Trotz den seit Ende 1999 anziehenden Auslandsauftragseingängen ging das Ausfuhrvolumen in 1999 leicht um etwa 2 % auf 4,5 Mrd. DM zurück. Seither steigen die Exporte kräftig. Für das erste Quartal 2000 wurde ein starker Anstieg um annähernd 20 % registriert. Hauptmarkt in 1999 waren nach VDMA-Erfahrungen die Länder der Europäischen Union. Leicht rückläufig waren die Exporte in die USA (Exportanteil 11,4 %) wegen fehlender Investitionen der Öl- und Energietechnik.
Die Produktion deutscher Flüssigkeitspumpenhersteller konnte im Jahr 1999 annähernd gehalten werden. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion um 3 % auf 6,2 Mrd. DM leicht zurückgegangen.
Der Fachverbandsvorsitzende Arnold hat Verschiebungen bei den Kunden ausgemacht: „Die starken Abnehmerindustrien wie Wasserwirtschaft einschließlich Abwasser, aber auch Energietechnik verhielten sich in 1999 neutral bis leicht rückläufig.“ Bei Industrie- und Verfahrenstechnik und auch der Gebäudetechnik gehe es nun deutlich aufwärts. Insbesondere für die Wasserwirtschaft und Energietechnik erwartet der Branchenverband starke Verbesserungen.
Dazu können die Hersteller auf das „Geschäftsklima“ zurückverweisen, das vom Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo, München, regelmäßig aufgenommen wird. “ Es erwärmte sich über die letzten zwölf Monate kontinuierlich mit weiter ansteigender Tendenz.“, sagt VDMA-Mann Arnold. Da dieser Indikator eine weiterhin positive Stimmung wiedergebe, würden sich die Auftragseingänge mindestens bis Jahresende auf hohem Niveau bewegen. Auch das Inlandsgeschäft sollte dazu beitragen, ist sich der Fachverband sicher, wurde doch die Messe Achema im Mai 2000 als sehr positiv von den dort ausstellenden Pumpenherstellern eingestuft. Honoriert wird auf solchen Veranstaltungen, die weltweit einen technischen Standard setzen, dass die deutschen Pumpenhersteller stark in der Forschung sind. Aber auch die produktbegleitenden weltweiten Dienstleistungen werden immer mehr ausgebaut. Vor diesem Hintergrund soll das Thema der „Lebenszykluskosten“ verstärkt in den Mittelpunkt der Diskussion und Zusammenarbeit mit den Pumpenanwendern gerückt werden.
Hierfür veranstaltet der Fachverband Pumpen im VDMA erstmals in Zusammenarbeit mit „Europump“ sowie dem Hydraulic Institute (USA) vom 10. bis 12. Oktober das „Internationale Pumpenanwenderforum 2000“ im Karlsruher Kongresszentrum.
Schwerpunktthema der Veranstaltung sind die „Lebenszykluskosten“. Das Hauptmotiv zur Einführung der Lebenszykluskosten als kaufentscheidendes Kriterium ergibt sich aus der Notwendigkeit zur deutlicheren betriebswirtschaftlichen Betrachtung der Betriebskosten. Wesentlich ist dabei die eingesetzte elektrische Energie. Immerhin verbrauchen Pumpenantriebe in unserer Industriegesellschaft ca. 20 % der elektrischen Energie. Für Pumpen, die überwiegend im Dauerbetrieb gefahren werden, sind zumeist die Energiekosten über dem Lebenszyklus eine entscheidende Größe. Das sollte beim Kauf zur Entscheidungsfindung mit beitragen.
Der Beschaffungsprozess wird sich dabei weiter stärker verändern. Als Hilfestellung haben der europäische Pumpenverband „europump“ und das Hydraulic Institute, USA, gemeinsam eine Richtlinie erarbeitet, die Einkäufern und Ingenieuren eine wertvolle Hilfestellung bei der Beschaffung neuer Pumpensysteme bietet. Die Richtlinie mit dem Titel „Guide to Life Cycle Cost (LCC) – Analysis for Pumping Systems“ handelt darüber hinaus aber auch von der Verbesserung bestehender Anlagen.
Die 48 Fachbeiträge des Pumpenanwenderforums in Karlsruhe sind vier Segmenten zugeordnet, die spezielle Aspekte der Lebenszykluskosten umfassen wie Investment, Zuverlässigkeit, Energie, Wartung. In der begleitenden Fachausstellung informieren die Pumpenhersteller und ihre Zulieferer über die neuesten technischen Entwicklungen.
Neu aufgenommen in das Programm des Internationalen Pumpenanwenderforums sind Weiterbildungsseminare. Diese Veranstaltungen sollen im Vorlesungsstil mit Lehrcharakter speziell für Techniker und Ingenieure der Pumpenanwender Ideen zur Problemlösung bieten. KÄM
Verdrängerpumpen, größter Erzeugnisbereich der deutschen Branche: Links oben im Bild eine fünfspindlige Pumpe zur Schmierölversorgung von Schiffsdieseln und großen stationären Motoren. Durchsatz 20 000 l/min.
Wichtigste Kunden der deutschen Pumpenindustrie sind die hoch entwickelten Industriestaaten sowie Osteuropa und Russland mit ihrem großen Nachholbedarf.
Das Ausland pusht die Konjunktur: Die Auftragseingänge signalisieren, dass die deutschen Pumpenbauer ihre Produktion in 2000 und 2001 hochfahren werden.
Umwelt und Chemie bilden zusammen den größten internationalen Abnehmermarkt für die deutsche Pumpenindustrie. Bei Wasserversorgung und Bewässerung ist nicht so viel Geld zu holen.

Von Käm
Von Käm

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