Ausbildung 23.10.2009, 18:29 Uhr

Ausbildungsschwerpunkt für Maschinenbau liegt in Süddeutschland  

Hochschulen und Universitäten in Baden-Württemberg und Bayern bieten im Maschinenbau derzeit 65 Bachelor-Studiengänge und rund 40 weiterführende Masterprogramme an. Damit stellt Deutschlands Süden mehr Studienplätze zur Verfügung als Nord-, Ost- oder Westdeutschland. VDI nachrichten, Düsseldorf, 23. 10. 09, Si

„Erneuerbare Energien sind der Renner bei unseren Maschinenbaustudenten und Partnerfirmen“, sagt Dirk Saller, Fachbereichsleiter Technik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Mannheim. Die Studierenden sind zugleich Mitarbeiter in einem Unternehmen – mit einer Art Azubi-Gehalt und Urlaub statt Semesterferien. Das Bachelorstudium dauert hier sechs statt wie an Fachhochschulen (FH) in der Regel sieben Semester. Der akademische Unterricht stützt sich zum Teil auf eine hochschuleigene Versuchslandschaft mit Photovoltaikanlage, Brennstoffzellensystem und einer 9,8-kW-Windkraftanlage.

Früher war die DHBW Mannheim eine der im Ländle weit verbreiteten Berufsakademien. Dieses Frühjahr sind diese allesamt – bislang aber nur in Baden-Württemberg – in den Rang von Hochschulen erhoben worden. Sie verleihen jetzt die gleichen akademischen Abschlüsse wie die Fachhochschulen und Universitäten in Deutschland. Die neue DHBW ist damit eine direkte Konkurrenz für alle Fachhochschulen. Als Alternative dazu bieten manche FHs eine formelle Doppelqualifikation in Studium und Beruf oder ein Teilzeit- oder sogar ein Fernstudium mit wenig Präsenzveranstaltungen an. Ein Abitur ist dazu nicht unbedingt nötig.

Auf die Zielgruppe bereits Berufstätiger haben sich vor allem nichtstaatliche FHs wie die AKAD-Stuttgart eingestellt. Für die praktischen Ausbildungsteile stehen ihr die Labore der Hochschule Pforzheim zur Verfügung. Davon profitierte Marc Frey vom Antriebshersteller SEW-Eurodrive, Bruchsal. „Ohne das Fernstudienangebot, Theorie und Praxis am Wochenende“, so der Konstrukteur, „hätte ich mit 28 Jahren kaum noch ein Ingenieurstudium angefangen.“

Wer unbedingt einmal an der Spitze der Forschung dabei sein will, entscheidet sich allerdings eher für ein Universitätsstudium etwa an der TU München. Die Fakultät für Maschinenwesen bietet zehn unterschiedliche Studiengänge jeweils mit Bachelor-Master-Abschluss. Besonders verheißungsvoll erscheint eine Ausbildung im Fachbereich Medizintechnik. Dabei geht es etwa um bildgebende Verfahren in der Diagnose und Therapie, zum Beispiel um computergestützte Chirurgie, technische Hilfsmittel zu Hause, Gewebekonstruktion oder -züchtung für den Ersatz beschädigter Zellen (Tissue Engineering) oder um moderne Implantate aus Biokunststoff (Polylactid/PLA). Eine Knochenplatte oder eine Schraube aus PLA löst sich synchron mit fortschreitender Heilung eines Bruchs auf, muss also nicht mehr in einer Zweitoperation entfernt werden. Auf diesen Gebieten entsteht mit der alternden Gesellschaft ein unabsehbarer Wachstumsmarkt für innovative Arbeitsplätze.

PLA-Implantate beispielsweise sind Produkte der „weißen Biotechnologie“. Dabei handelt es sich um biologische Verfahren, die die herkömmliche Synthese in der Chemie ersetzen. Das Vitamin B2 etwa wurde bis 1990 in einem umständlichen Verfahren der Erdölchemie hergestellt. Inzwischen gelingt das auf der Basis von Sojaöl. Damit gehen die CO2-Emissionen um 30 % und die Produktionskosten fast um die Hälfte zurück. Die nötigen Werkzeuge für die industrielle Biotechnologie werden in einer Vertiefungsrichtung des Maschinenbaustudiums entwickelt.

Graduiertenschulen bieten dank der bundesweiten Exzellenzinitiative eigene Forschungsstipendien an, so z. B. an der Uni Stuttgart für „Advanced Manufacturing Engineering“. Das Alleinstellungsmerkmal im Stuttgarter Promotionsstudium: Die Doktoranden behandeln Themen, die mit Industrieunternehmen abgesprochen sind und in deren Entwicklungslabors durchgeführt werden. Dabei geht es zum Beispiel um „werkzeugintegrierte optische Sensorik“ für die intelligente Fabrik von morgen.

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften FH Ingolstadt und die Katholische Universität Eichstätt bieten ein gemeinsames Studienprogramm mit den Abschlüssen als Bachelor of Engineering und Master of Education. Das Erststudium von sieben Semestern entspricht im Kern dem Maschinenbaustudium an der FH, ist aber angereichert mit Modulen eines Zweitfachs wie Mathematik und erziehungswissenschaftlichen sowie fachdidaktischen Anteilen der Universität. Auf diesen Zusatzqualifikationen liegt der Schwerpunkt des anschließenden Masterprogramms.

Ein ähnliches Gemeinschaftsangebot machen in Baden-Württemberg die Hochschule Esslingen und die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. „Bei der heutigen Wirtschaftslage ist es klug, nicht allein Ingenieur zu werden, sondern zugleich eine Lehrerqualifikation zu haben“, wirbt Wolfgang Coenning, der Esslinger Studiengangsleiter. Denn Pädagogen im Mangelfach Maschinenbau/Metalltechnik seien derzeit in Deutschland gefragt wie nie. HERMANN HORSTKOTTE/KIP

Von Hermann Horstkotte/Dietmar Kippels
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