F-22 Raptor außer Gefecht 15.08.2016, 12:02 Uhr

Wegen 20.000 Honigbienen blieb Kampfjet am Boden

20.000 Honigbienen gegen eine F-22 Raptor: Wer gewinnt? Die Bienen! Sie haben in den USA einen der stärksten Kampfjets der Welt gezwungen, am Boden zu bleiben. Mit dem Jet haben die USA bereits Angriffe gegen die Terrorgruppe IS geflogen. 

Artenschutz: Der Imker Andy Westrich saugt die 20.000 Honigbienen, die sich auf einem F-22 niedergelassen haben, mit einem Vakuumschlauch ab.

Artenschutz: Der Imker Andy Westrich saugt die 20.000 Honigbienen, die sich auf einem F-22 niedergelassen haben, mit einem Vakuumschlauch ab.

Foto: Master Sgt. Carlos Claudio/US Air Force

Ausgerechnet auf der Schubdüse der F-22 hatten sich die 20.000 Bienen niedergelassen. Der 143 Millionen Dollar teure Super-Kampfjet, mit dem die amerikanische Luftwaffe Angriffe gegen den IS in Syrien fliegt, musste deswegen zunächst auf dem Luftwaffenstützpunkt Langley-Eustis in Virginia bleiben.

Imker saugt Bienen mit Vakuumschlauch ab

Bevor der Jet starten konnte, musste der große Bienenschwarm erst einmal umgesiedelt werden. Die Tiere umzubringen, war keine Option – die Bienenart ist vom Aussterben bedroht. Der Stützpunkt hat deswegen einen lokalen Imker beauftragt: Andy Westrich, der selbst in der US Navy gedient hatte.

Blinde Passagiere: Die Honigbienen hatten sich auf der Schubdüse der F-22 niedergelassen. 

Blinde Passagiere: Die Honigbienen hatten sich auf der Schubdüse der F-22 niedergelassen. 

Foto: Master Sgt. Carlos Claudio/US Air Force

Westrich sagte, er habe nie zuvor einen solch großen Bienenschwarm an einem Flugzeug gesehen, wusste aber Rat: Er holte einen großen Vakuumschlauch, um die Tiere abzusaugen und in einem Eimer zu deponieren. Der 4 kg schwere Schwarm fand kurz darauf ein neues Zuhause auf dem Gelände einer Brauerei in der Nähe.

Wie kamen die Bienen auf die Schubdüse?

Vermutlich waren die 20.000 Tiere Teil eines größeren Schwarms in der Nähe, erklärt Hauptoberfeldwebel Gregg Allen. „Bienenschwärme wachsen kontinuierlich und irgendwann sind sie einfach überfüllt“, erklärt Allen. „Um den Frühling herum gibt es eine neue Königin, und die Bienen suchen nach einem neuen Ort, wo sich die Hälfte des Schwarms niederlässt.“ Westrich vermutet, dass die Königin auf dem F-22 gelandet war und sich der Schwarm um sie herum versammelte.

Lockheed Martin: F-22 Raptor weltbestes Kampfflugzeug

Die F-22 ist laut Hersteller Lockheed Martin das derzeit weltbeste Kampfflugzeug. Warum? Weil der 19 m lange Superjet Tarnkappeneigenschaften hat, trotzdem wendig ist und mehr als doppelte Schallgeschwindigkeit fliegt. Möglich machen das unter anderem vier Waffenschächte, die im Inneren des Jets versteckt sind, und sich zum Ausstoß der Waffen nur wenige Sekunden öffnen.

Das Kampfflugzeug F-22 Raptor von Lockheed Martin gilt als derzeit bestes Kampfflugzeug der Welt. Gegen Bienen war es allerdings chancenlos.

Das Kampfflugzeug F-22 Raptor von Lockheed Martin gilt als derzeit bestes Kampfflugzeug der Welt. Gegen Bienen war es allerdings chancenlos.

Foto: Lockheed Martin

Außerdem weist die Flugzeugoberfläche keinen einzigen Winkelreflektor auf. Für die Wendigkeit sorgt ein beweglicher Triebwerksstrahl mit einem Anstellwinkel von über 70°.

Das US-Verteidigungsministerium hat für die 200 Exemplare der F-22 rund 77 Milliarden Dollar hingeblättert – inklusive Entwicklung, Produktion und Training. Doch mit einem Bienenschwarm als Gegner hat wohl niemand gerechnet. 

Dass sich die Bienen auf dem Luftwaffenstützpunkt so wohl fühlen, ist allerdings verwunderlich. Denn die Abgase der Lkw und Flugzeuge auf einer Airbase stören die empfindlichen Sinnesorgane der Bienen eigentlich erheblich.

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