Flugdrohnen 06.05.2019, 14:58 Uhr

Airbus-Flugtaxi hebt vom Boden ab

Mit einem großen Medienauflauf hatte Airbus im März in Ingolstadt sein Flugtaxi präsentiert. Jetzt ist es zum ersten Mal auf dem benachbarten Flughafen in Manching gestartet.

Animation Flugdrohne über einer Stadt

So könnte die Zukunft aussehen. Die Animation zeigt ein Lufttaxi über einer Großstadt.

Foto: Italdesign / Airbus

Es waren nur wenige Zentimeter, aber immerhin: Das Flugtaxi von Airbus hob ab, gut gesichert durch Seile. Alles verlief nach Plan, und noch in diesem Sommer sollen echte Testflüge folgen.

Der CityAirbus ist als Alternative für den Luftverkehr der Zukunft gedacht. Maximal vier Passagiere können in ihm Platz nehmen. Ingolstadt ist eine Modellregion der EU-Initiative Urban Air Mobility. Sie dient dazu, in praktischen Studien den Einsatz von Fluggeräten für die urbane Mobilität zu erforschen.

Der CityAirbus hat Batterien an Bord und wird vollständig elektrisch betrieben, direkte Emissionen werden die Luft also nicht belasten. Seine Reichweite liegt bei etwa 50 Kilometern und die Spitzengeschwindigkeit bei 120 Stundenkilometern. Gedacht ist er für den Stadtverkehr. Airbus kann sich beispielsweise vorstellen, das Flugtaxi als Shuttle zwischen Flughäfen und Innenstädten einzusetzen, anfangs auf festen Routen. Insbesondere in Großstädten sei das eine interessante Alternative, die den normalen Verkehr ergänzen könne. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass es nicht nur in Deutschland eng wird auf den Straßen. Der CityAirbus ist zwar in etwa genauso groß wie ein Helikopter, aber sparsamer im Verbrauch und sein Lärmpegel ist niedriger. Außerdem könnte er theoretisch autonom fliegen, also ohne Fahrer, was ihn zu einer spannenden Option fürs Rettungswesen macht. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Erste Testflüge am Entwicklungsstandort Deutschland

Entwickelt wurde das Flugtaxis am Airbus-Standort im schwäbischen Donauwörth, der auf den Bau von Helikoptern spezialisiert ist. Ausgestattet ist die Drohne mit vier Doppelrotoren. Der Start erfolgt, wie bei einem Hubschrauber, senkrecht. Testflüge sind auf dem ausgewiesenen Testgelände geplant. Denn Flüge über bebautem Gelände sind noch nicht zulässig. Airbus hofft, dass eine offizielle Zulassung bis zum Jahr 2025 erfolgen könnte, und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer versprach, parallel den notwendigen rechtlichen Rahmen schaffen zu wollen, um Verzögerungen zu vermeiden.

Grundsätzlich verfolgt Airbus mit den Testflügen bei Ingolstadt das Ziel, den CityAirbus möglichst schnell als Passagierdrohne in beziehungsweise über der Stadt einsetzen zu können. Unbemannte Flüge sind allerdings vorerst nicht geplant. Der offizielle Grund ist eine möglicherweise geringe Akzeptanz der Bevölkerung fürs autonome Fliegen. Praktisch müsste für den umbemannten Flugverkehr aber natürlich auch gewährleistet sein – wie beim autonomen Fahren – dass die Fluggeräte jederzeit ihre eigene Position sicher bestimmen können und sich gegenseitig erkennen. Sind diese Probleme gelöst, wäre das ein großer Schritt in Richtung der fernen Zukunftsvision, die Airbus verfolgt: Demnach könnten die Fahrgäste das Flugtaxi anfordern, indem sie per App einen Sitzplatz bestellen. Der CityAirbus würde seine Ziele selbstständig anfliegen und die Passagiere an festgelegten Landepunkten einsammeln.

Erfolgreicher Start eines Prototypen von Boeing

Bereits im vergangenen Jahr hat Alpha One seine ersten Flüge auf dem Testgelände in Pendleton in Oregon absolviert. Die Flugdrohne wurde von der Airbus-Tochter A3 im Rahmen des Projektes Vahana entwickelt und soll Ende 2020 marktreif sein. Das Konzept ist ähnlich, aber die Abmessungen sind andere. Denn der Prototyp kann nur einen Passagier transportieren.

In Manassas im US-Bundesstaat Virginia war hingegen das elektrische Flugtaxis von Konkurrent Boeing in der Luft. Das Passenger Air Vehicle (PAV) hob erfolgreich ab und landete sicher. Der Umstieg vom senkreten Start in einen Vorwärtsflug steht allerdings erst noch bevor. Neben den großen Playern sind kleinere Unternehmen am Start oder kurz davor wie die deutschen Unternehmen Volocopter und Lilium. Es bleibt abzuwarten, wer letztlich das Rennen in der Luft macht. Experten sehen sie durchaus als ein Baustein für moderne Verkehrskonzepte.

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